Häuservernetzung Winterthur

Wohnraum verteidigen!

Pressecommuniqué Kollektiv Frostschutz

Die Stimmbevölkerung hat entschieden.
Mit dem Nein zum Neubau des Campingplatzes, diesem völlig überrissenen und
unsozialen Projekt, wurde ein klares Zeichen gegen die Vertreibung und der Auflösung
der Nachbarschaft am Schützenweiher gesetzt. Nun liegt es auf der Hand, dass die
Stadt ihren konfrontativen, undemokratischen Kurs beiseitelegt und mit den betroffenen
Bewohner:innen an den runden Tisch sitzt.

Dieses Nein zur Überbauung Schützenweiher bedeutet, dass die Einwohner:innen
erkannten, wie wichtig es für eine Stadt mit der Grösse Winterthurs ist, alternative
Wohnformen aus der Grauzone zu hieven und zu legalisieren. Auch dem Stadtrat muss
klar geworden sein, dass wir da sind und dableiben.
Denn: Auch wir sind Winterthur.

Dieses Nein bedeutet, dass auch die Pläne der Strassenverlegung überarbeitet werden
müssen, denn ohne die Verlegung des Campingplatzes besteht keine Dringlichkeit auf
der von uns bewohnten Fläche einen asphaltierten Parkplatz zu errichten. Ohne
grösseren Campingplatz fehlt jegliche Legitimation, unser schönes Kleinod zu
verschandeln. In einem Naherholungsgebiet soll der Individualverkehr reduziert und
nicht ausgebaut werden. Schon heute verkehren drei Buslinien auf den Rosenberg. Auch
unsere Jenischen Nachbar:innen sollen, dank diesem Nein, auf ihrer Parzelle bleiben
können, da die Fläche zukünftig nicht vom TCS beansprucht wird.

Sämtliche Bemühungen unsererseits in den letzten Jahren, den Wagenplatz Frostschutz
zu legalisieren, blockte die Stadt ab. Schon vor elf Jahren ging Yvonne Beutler nicht auf
unsere Angebote ein. Heute stellt sich Kaspar Bopp taub, wenn wir eine Pacht oder
Miete anbieten. Immer wieder wurden wir vertröstet. Zuletzt, auf die Zeit nach der
Abstimmung. Verstrichene Monate und Jahre, die konstruktiv hätten genutzt werden
können.

Andere Städte zeigen, dass diese Lebensform in unterschiedlichsten Zonen möglich ist,
sofern der politische Wille vorhanden ist.

Wir werden unser geliebtes Zuhause auf keinen Fall zurücklassen. Nicht, bis eine
gleichwertige Anschlusslösung gefunden ist, die unseren Bedürfnissen entspricht. Nicht
vor dem effektiven Baubeginn.

Ein grosser Dank gilt den unterstützenden Personen, die uns in den letzten Monaten auf
eindrückliche Weise den Rücken gestärkt und uns solidarisch unterstützt haben. Sie
erkannten, wer wir sind und was wir wollen.

Kollektiv Frostschutz, 17.6.2026