Wohnraum verteidigen!
Die Häuservernetzung Winterthur ist ein Zusammenschluss von Bewohner:innen besetzter und selbstverwalteter Häuser, antikapitalistischen Gruppen und Einzelpersonen. Gemeinsam kämpfen wir gegen die kapitalistische Stadtaufwertung und für den Erhalt von günstigem Wohnraum.
Wir bewohnen und unterhalten die selbstverwalteten Häuser seit vielen Jahren (das älteste seit 1997, das jüngste seit 2011) mit eigener Arbeit und auf eigene Kosten. Es sind unsere Zuhause und vielfältiger Wohn- und Kulturraum für viele.
Kontakt: haeuservernetzung-winti(aet)riseup.net
Hallo zusammen
Wir haben heute zu dieser Medienkonferenz eingeladen. Wir sprechen für die Häuservernetzung Winterthur. Die Häuservernetzung ist seit 2020 ein Zusammenschluss selbstverwalteter Häuser, Wagenplätze und engagierter Einzelpersonen in Winterthur. Gemeinsam organisieren wir uns gegen die Wohnungsnot und Verdrängung in der Stadt. Gemeinsam kämpfen wir für den Erhalt von bezahlbarem Wohn- und Kulturraum.
Wir haben zu dieser Medienkonferenz eingeladen, weil die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG über ihre Tochterfirma Terresta AG auf heute ein Ultimatum gestellt hat. Die SKKG fordert von uns Bewohner:innen, Benutzer:innen und Freund:innen der Gisi – dem seit fast 30 Jahren selbstverwalteten Haus an der General-Guisan-Strasse 31 –, das Haus bis heute 31. Juli zu verlassen. Sie droht ab dem 31. Juli mit Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch.
Wir möchten hier und heute klarstellen: Wir geben dieser Drohung nicht nach. Wir bleiben hier. Die Gisi bleibt!
Unsere Haltung ist klar: Die Gisi ist dringend benötigter Wohn- und Kulturraum. Wir lassen uns nach fast 30 Jahren Selbstverwaltung nicht einfach auf die Strasse stellen. Und erst recht nicht von einer steuerbefreiten Stiftung, die Tausende von Wohnungen besitzt und mitverantwortlich ist für die akute Gentrifizierung und damit Vertreibung der ärmeren Bevölkerung aus dieser Stadt. Wir geben die Gisi nicht kampflos auf!
Was ist in den letzten Monaten passiert?
Seit der Gründung der Häuservernetzung im Jahr 2020 haben wir versucht, mit der SKKG über den Erhalt der selbstverwalteten Stefanini-Häuser zu verhandeln. Leider scheiterten unsere Bemühungen bei der Gisi an der Verweigerungshaltung der Stiftung.
Die Häuservernetzung hat für die Gisi einen realistischen Renovationsplan ausgearbeitet, Fachpersonen beigezogen und eine Übernahme im Baurecht vorgeschlagen – so wie für die anderen selbstverwalteten Stefanini-Häuser auch. Doch die SKKG hat jegliche Verhandlungen über die Gisi kategorisch abgelehnt.
Im Herbst 25 hat die Stiftung mitgeteilt, sie werde die Gisi im Frühjahr 26 totalsanieren. Dafür möchte sie fünf Millionen Franken ausgeben. Die SKKG schweigt sich darüber aus, wie hoch die Mieten danach sein sollen. Klar ist, dass durch die millionenschwere Sanierung günstiger Wohnraum in teuren verwandelt werden soll.
Bis heute liegt keine Baubewilligung vor. Ausserdem ist vor Mietgericht ein Verfahren hängig. Deshalb ist in nächster Zeit nicht mit einem Baubeginn zu rechnen. Dieser könnte zudem durch mögliche Baueinsprachen weiter verzögert werden.
Also: Die SKKG kann zurzeit gar nicht bauen. Sie bezweckt mit ihrem Ultimatum nur eines, nämlich eine Räumung auf Vorrat. Sie möchte die Bewohner:innen und Benutzer:innen der Gisi vorsorglich auf die Strasse stellen. Und das mitten in der Wohnkrise.
Am 16. Juli hat die SKKG in der SVP-nahen «Winterthurer Zeitung» angekündigt, nach der Räumung der Gisi würden die neuen Wohnungen erst in drei bis vier Jahren bezugsbereit sein. Die SKKG bestätigt damit, dass sie die Gisi auf Vorrat räumen möchte. Eine Umbaudauer von drei bis vier Jahren ist nämlich unwahrscheinlich.
Wir fragen deshalb: Soll eine Sicherheitsfirma mehrere Jahre lang die leere Gisi bewachen? Oder plant die SKKG eine Zwischennutzung, um Asylsuchende oder Wohnungslose einzuquartieren, während sie die derzeitigen Bewohner:innen auf die Strasse stellt und damit obdachlos macht? Ein solches Vorgehen wäre skandalös und verwerflich! Damit würden Betroffene von Verdrängung und Vertreibung auf gemeine Art gegeneinander ausgespielt!
Im Dezember 25 haben mit uns über 500 Personen auf den Strassen von Winterthur gegen die Räumung der Gisi demonstriert. Diesen März haben wir der SKKG und dem Stadtrat Winterthur eine Petition und einen offenen Brief überreicht. Über 5100 Personen haben die Petition gegen die Räumung der Gisi unterzeichnet. Über 60 Organisationen haben den offenen Brief unterschrieben, der sich für den Erhalt selbstverwalteter Wohn- und Kulturräume in Winterthur ausspricht und eine politische Lösung fordert.
Weil die SKKG erstens keine Baubewilligung für die Gisi hat und sie zweitens erkennen musste, dass ein erhebliches öffentliches Interesse am Erhalt der Gisi besteht, ging sie dazu über, die geplante Räumung der Gisi mit einem angeblich mangelhaften Brandschutz zu rechtfertigen.
Die SKKG versucht seit Anfang dieses Jahres, die Brandkatastrophe von Crans-Montana für sich zu nutzen. Sie möchte damit in der Öffentlichkeit Stimmung machen für eine Räumung auf Vorrat. Sie benutzt die Katastrophe von Crans-Montana, um die Gisi-Bewohner:innen und -benutzer:innen in der Öffentlichkeit anzuprangern.
Die Tatsachen: Bei einer feuerpolizeilichen Kontrolle des Kulturraums der Gisi wurden im Februar verschiedene Auflagen gemacht. Darunter die Auflage, dass sich nicht mehr als 20 Personen im Kulturraum aufhalten dürfen. Die SKKG forderte zudem, dass eine Person genannt wird, die für die Einhaltung dieser Auflagen verantwortlich ist.
Diese Auflagen haben wir erfüllt. Wir haben eine verantwortliche Person genannt. Im Kulturraum finden seither keine Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen statt. Dies wurde gegenüber der SKKG bzw. Terresta AG mehrmals schriftlich bestätigt. Aufforderungen nach Feuerungskontrollen, Stromkontrollen und Statikkontrollen sind wir stets nachgekommen.
Die SKKG-Tochterfirma Terresta AG teilte diesen Juni nun in einer Medienmitteilung wider besseres Wissen mit, wir hätten die Forderungen nicht erfüllt und müssten deshalb die Gisi verlassen.
Für uns steht fest: Der SKKG geht und ging es nie um die Sicherheit der Gisi-Besucher:innen und schon gar nicht um jene der Bewohner:innen. Über Jahrzehnte kümmerte sich die Stefanini-Stiftung keinen Deut um die Sicherheit in ihren Häusern. Die Bewohner:innen der Gisi haben sich selbst und mit grossem Aufwand darum gekümmert. Sie haben mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet und sämtliche Vorkehrungen aus eigener Tasche bezahlt.
Um es noch einmal klar zu sagen: alle Auflagen der Feuerpolizei beziehen sich ausschliesslich auf den Kulturraum. Wenn die Feuerpolizei der Meinung wäre, dass die Sicherheit im Kulturraum nicht gewährleistet sei, würden sie Veranstaltungen ganz verbieten, was sie nicht getan haben. Im Bericht der Feuerpolizei wird kein Wort über den Wohnraum verloren. Für die SKKG scheint aber der (un)logische Schluss daraus zu sein, alle Bewohner*innen auf die Strasse zu stellen.
Der angeblich mangelhafte Brandschutz dient bloss dazu, eine Räumung auf Vorrat zu rechtfertigen.
Und was tut der Stadtrat?
Seit Jahren verfolgt der Stadtrat Winterthur einen Städtebau, der den Interessen der profitorientierten Immobilienwirtschaft dient. Was dabei gebaut wird, ist eine Stadt für die Reichen. Die Folge: Wohnen wird in Winterthur immer teurer. Gleichzeitig herrscht Wohnungsnot.
Das Bedürfnis der arbeitenden und wenig verdienenden Bevölkerung nach bezahlbarem Wohnraum wird zwar wortreich anerkannt. Doch gemacht wird nichts – denn der Stadtrat will gar nichts an der desolaten Lage ändern. Der Stadtrat will nicht mehr bezahlbaren, er will im Gegenteil mehr teuren Wohnraum in Winterthur. Er will gute Steuerzahler:innen anziehen, also Reiche.
Der Stadtrat steht auch im Konflikt um die Gisi nicht gut da. Er tut einfach so, als gehe ihn die Sache nichts an. Er verschanzt sich hinter dem fadenscheinigen Argument, man habe keinen Einfluss auf die Entscheidung privater Grundeigentümer:innen. Bis heute hat sich der Stadtrat weder zu unserer Petition gegen die Räumung der Gisi noch zum offenen Brief für den Erhalt der selbstverwaltetem Wohn- und Kulturräume geäussert.
Statt Hand zu bieten für Lösungen, verschärft der Stadtrat die Situation zusätzlich. Er überzieht die Wagenplätze auf städtischem Grund mit Repression, statt diese zu legalisieren. Er will weiterhin die Dauercamper:innen am Rosenberg vertreiben, obwohl die Pläne für ein TCS-Luxuscamping an der Urne bachab gingen.
Will der Stadtrat Winterthur nun bei der Gisi tatsächlich die Polizei einsetzen, um voreilig Tatsachen zugunsten der Stefanini-Stiftung schaffen? Denn sowohl mietrechtlich als auch baurechtlich stehen der SKKG noch einige Hürden bevor. Trotzdem will die Stiftung das Haus räumen lassen. Sie möchte uns, den Bewohner:innen, Benutzer:innen und Freund:innnen der Gisi, die Polizei auf den Hals hetzen, bevor überhaupt rechtliche Fragen betreffend der Luxussanierung geklärt sind.
Wie geht es nun weiter?
Als Grundeigentümerin steht es der SKKG frei, ob sie die Gisi von der Polizei räumen lässt oder nicht. Wenn es ihr in den Kram passt, macht sie die Gisi-Bewohner:innen obdachlos. Oder sie lässt sie kriminalisieren. Denn als Grundeigentümerin hat die SKKG das Geld – und wer das Geld hat, hat die Macht und das Recht. Sie kann dabei offenbar auf die Unterstützung des Stadtrats, der Polizei und der Medien zählen, die unkritisch das Narrativ der Stiftung übernehmen.
In der kapitalistischen Gesellschaft steht das Recht auf Privateigentum an allererster Stelle und wird gewaltsam durchgesetzt. Im Zweifelsfall auf Kosten der Rechte der Besitzlosen.
Diese Verhältnisse müssen wir in Frage stellen, wenn wir ernsthaft die gegenwärtige Wohnkrise lösen wollen. Investmentfonds, Banken, Pensionskassen, Versicherungen, Stiftungen und sogar Kirchen nutzen die Wohnungsnot schamlos aus, um ihre Kassen zu füllen. In einem System, das auf Privateigentum basiert, bereichert sich eine kleine Minderheit, während die grosse Mehrheit das Nachsehen hat. Nur wenn wir diese Verhältnisse als Ganzes infrage stellen, können wir eine Verbesserung unserer Lebensumstände erkämpfen.
Der Erhalt Gisi ist deshalb ein politisches Statement. Der Erhalt der Gisi ist ein Symbol im Kampf gegen den zerstörerischen Kapitalismus und für eine andere, für eine bessere Welt.
Für uns ist es keine Option, die Gisi aufzugeben. Wir geben nicht auf, was in knapp 30 Jahren aufgebaut und erarbeitet wurde. Wir können nicht einfach zuschauen, wie das zerstört wird. Hunderte von Menschen haben in diesem Haus gewohnt, Tausende von Konzerte und Veranstaltungen wurden hier organisiert.
Orte wie die Gisi bieten eine Perspektive fernab der kapitalistischen Logik von Profit, Konkurrenz und Vereinzelung. Orte wie die Gisi sind Wohnraum für Leute mit wenig Geld. Sie sind dem profitorientierten Wohnungsmarkt entzogen und offen für subkulturelle Projekte. An diesen Orten können Menschen mitbestimmen, wie ihr Umfeld gestaltet wird. Sie sind nicht Spielball der Eigentümer:innen. An diesen Orten werden Menschen politisiert. Hier werden fortschrittliche Ideen diskutiert, gelebt und weitergegeben.
Wir werden auf allen Ebenen für den Erhalt der Gisi kämpfen. Wir sind weiterhin bereit, mit der SKKG zu verhandeln. Wir sind bereit, über Sicherheitsprobleme, über Lärmschutz und über Renovationsarbeiten zu verhandeln. Aber wir sind nicht bereit, die Gisi und die mit ihr verbundene Kunst, Kultur und Geschichte einer unnötigen Luxussanierung zu opfern.
Wir stehen ein für eine solidarische Gesellschaft, in der nicht der Profit von ein paar wenigen das Ziel ist, sondern das gute Leben für alle. Wir solidarisieren uns mit allen Besetzungen, Mietkämpfen und Arbeitskämpfen. Es geht hier um viel mehr als nur um ein Haus – es geht um unser Leben!
Gisi bleibt! Wir bleiben alle!
Da der Gisi ab Ende Monat Strafanzeigen drohen, gibt es neu eine Ticker auf Telegram.
Dort werden alle aktuellen Infos rund um den Kampf um die Gisi geteilt.
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Ab 18.00

Liebe Freund:innen und Solidarische
Die Lage ist ernst. Unter dem Vorwand des Brandschutzes droht die Terresta AG den Bewohnenden der Gisi ab August mit Räumung und Repression.
Angedrohte Räumung
Die Gisi, die General-Guisan-Strasse 31, das älteste besetzte Haus von Winterthur, seit 1997 selbstverwaltet, ist akut räumungsbedroht. Viele kennen von der Gisi vor allem den Kulturraum im Erdgeschoss, die Subcultura, in dem Konzerte und Veranstaltungen stattfinden. In den oberen drei Stockwerken leben zudem viele Menschen, die das Haus mit viel Aufwand und Engagement seit vielen Jahren beleben und instand halten.
Die Eigentümerin, die steuerbefreite Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG), will das Haus für 5 Millionen Franken totalsanieren und teuer vermieten. Um ihr Vorhaben durchzusetzen, müssen sie die Besetzer:innen loswerden. Um dies zu erreichen, schrecken sie nicht davor zurück, sich die Tragödie von Crans-Montana zu Nutze zu machen.
Die Immobilienverwaltung der SKKG, die Terresta AG, hat den Bewohner:innen der Gisi am 20. Mai 2026 mitgeteilt, dass sie das Haus ab 1. Juni 2026 nicht mehr bewohnen dürfen und droht ab Ende Juli mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch, da angeblich gewisse feuerpolizeilichen Auflagen nicht erfüllt würden. Die Begründung dieser Drohung ist fadenscheinig, die genannten Auflagen sind längst erfüllt.
Brandschutz als Vorwand
Bei einer feuerpolizeilichen Kontrolle des Kulturraums im Februar 2026 wurden verschiedene Auflagen gemacht. Darunter, dass sich aktuell nicht mehr als 20 Personen im Kulturraum aufhalten dürfen. Die Terresta AG forderte uns zudem dazu auf, eine Person zu nennen, welche für die Einhaltung der feuerpolizeilichen Auflagen verantwortlich ist.
Alle Auflagen wurden erfüllt, eine verantwortliche Person wurde genannt und seither finden keine Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen im Kulturraum statt. Dies wurde gegenüber der Terresta AG mehrfach schriftlich bestätigt.
Die Bewohner:innen und der Kulturbetrieb haben selbstverständlich ein grosses Interesse an der Sicherheit in ihren Räumen. So haben sie in den vergangenen Jahren immer mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet und allfällige Mängel mit grossem Aufwand und aus eigener Tasche behoben.
Die Argumentation, dass es keine Sicherheit gebe, dass die feuerpolizeilichen Auflagen erfüllt werden, ist also eine glatte Lüge.
Dass die SKKG unter dem Vorwand des Brandschutzes versucht, die Bewohner:innen einzuschüchtern und zu kriminalisieren, um die Räumung der Gisi voranzutreiben, ist verwerflich. Die Tragödie von
Crans-Montana wird instrumentalisiert, um ein unliebsames politisches Projekt unter Druck zu setzen. Wir glauben nicht, dass es der SKKG um den Schutz von Menschen geht. Während Jahrzehnten hat sie sich nicht um die Sicherheit der Bewohnenden ihrer Liegenschaften geschert. Wir sind deshalb überzeugt, dass die SKKG den Brandschutz als Vorwand missbraucht, um die Räumung der Gisi und die Kriminalisierung der Bewohner:innen zu legitimieren.
Keine Baubewilligung und hängiger Prozess
Besonders stossend ist das Vorgehen der SKKG, weil die Bewohnenden auf Vorrat auf die Strasse gestellt werden sollen. Denn für die Sanierung gibt es noch keine Baubewilligung, zudem läuft noch ein mietrechtliches Verfahren: Für den Kulturraum im Erdgeschoss besteht seit langer Zeit ein
Mietverhältnis. Dieses wurde von der SKKG im letzten Jahr gekündigt. Diese Kündigung wurde angefochten, aktuell ist der Entscheid am Mietgericht hängig. Sowohl der juristische Prozess, wie auch das Baubewilligungsverfahren können sich noch monatelang hinziehen.
Die Stadt schweigt
Während sich die Situation der Gisi als wichtiger Wohn- und Kulturraum zuspitzt, schweigt die Stadt Winterthur. Weder auf die Gisi-bleibt-Petition, mit mehr als 5000 Unterschriften, noch auf den offenen Brief, welcher von über 60 Organisationen unterzeichnet wurde, haben die Verantwortlichen bisher reagiert. Auf Nachfrage hat uns die Stadtverwaltung mitgeteilt, es sei innerhalb von sechs Monaten mit einer Antwort zu rechnen.
Derweil geht die Stadt mit Repression gegen die beiden Wagenplätze Frostschutz und Mumpitz vor. Trotz der abgelehnten Abstimmung zur Aufwertung des Campingplatzes am Rosenberg, muss der Wagenplatz Frostschutz in absehbarer Zeit einer Zufahrtsstrasse weichen. Die Bewohnenden des Wagenplatz Mumpitz werden von der Stadt mit Strafverfahren eingedeckt. In Winterthur werden also alternative Wohnformen und politische Projekte angegriffen. In kürzester Zeit soll viel günstiger Wohnraum zerstört werden – und das mitten in einer akuten Wohnkrise!
Eine andere Stadt ist möglich
Die selbstverwalteten Häuser und Wagenplätze von Winterthur sind Teil eines vielfältigen Netzwerks selbstorganisierter Häuser, Räume und Betriebe. Sie sind Teil der Kultur und Geschichte dieser Stadt. Sie sind dringend benötigter günstiger Wohn- und Kulturraum für viele. Sie, und
insbesondere die Gisi, sind für uns aus der Stadt nicht wegzudenken.
Diese Orte sind wichtig, weil sie es möglich machen, Perspektiven jenseits der kapitalistischen Logik aufzubauen. Sie bieten Wohnraum für Leute mit wenig Geld. Sie werden dem profitorientierten Wohnungsmarkt entzogen und für emanzipatorische Projekte geöffnet. An diesen Orten werden Menschen politisiert und fortschrittliche Ideen diskutiert, gelebt und weitergegeben.
Der Kampf geht weiter
Selbstverwaltete Räume werden durch die kapitalistische Stadtaufwertung immer wieder angegriffen. Denn in der Krise des Kapitalismus bietet der Immobilienmarkt zunehmend attraktive
Anlagemöglichkeiten. Deshalb werden Besetzungen oft auch unter fadenscheinigen Vorwänden geräumt. Lassen wir uns nicht täuschen! Die Sicherheit der Veranstaltungsbesucher:innen des Kulturraums ist nicht das eigentliche Anliegen der Terresta AG. Sie missbraucht die feuerpolizeilichen Auflagen, um die Bewohner:innen der Gisi auf die Strasse zu stellen.
Die Bewohner:innen der Gisi und das Subcultura-Kollektiv haben in der Vergangenheit mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet, haben allfällige Mängel jeweils behoben und können das auch in Zukunft tun.
Doch dafür brauchen wir eine Zukunft!
Wir sind weiterhin bereit mit der SKKG über den Erhalt der Gisi zu verhandeln.
Egal, was kommt: Wir geben die Gisi nicht kampflos auf!
Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen fest auf eure Solidarität und Unterstützung.
Schaut auf unserer Homepage vorbei oder/und folgt uns auf Instagram.
Solidarische Grüsse
Häuservernetzung Winterthur, 17. Juni 2026
@haeuservernetzung
Die Stimmbevölkerung hat entschieden.
Mit dem Nein zum Neubau des Campingplatzes, diesem völlig überrissenen und
unsozialen Projekt, wurde ein klares Zeichen gegen die Vertreibung und der Auflösung
der Nachbarschaft am Schützenweiher gesetzt. Nun liegt es auf der Hand, dass die
Stadt ihren konfrontativen, undemokratischen Kurs beiseitelegt und mit den betroffenen
Bewohner:innen an den runden Tisch sitzt.
Dieses Nein zur Überbauung Schützenweiher bedeutet, dass die Einwohner:innen
erkannten, wie wichtig es für eine Stadt mit der Grösse Winterthurs ist, alternative
Wohnformen aus der Grauzone zu hieven und zu legalisieren. Auch dem Stadtrat muss
klar geworden sein, dass wir da sind und dableiben.
Denn: Auch wir sind Winterthur.
Dieses Nein bedeutet, dass auch die Pläne der Strassenverlegung überarbeitet werden
müssen, denn ohne die Verlegung des Campingplatzes besteht keine Dringlichkeit auf
der von uns bewohnten Fläche einen asphaltierten Parkplatz zu errichten. Ohne
grösseren Campingplatz fehlt jegliche Legitimation, unser schönes Kleinod zu
verschandeln. In einem Naherholungsgebiet soll der Individualverkehr reduziert und
nicht ausgebaut werden. Schon heute verkehren drei Buslinien auf den Rosenberg. Auch
unsere Jenischen Nachbar:innen sollen, dank diesem Nein, auf ihrer Parzelle bleiben
können, da die Fläche zukünftig nicht vom TCS beansprucht wird.
Sämtliche Bemühungen unsererseits in den letzten Jahren, den Wagenplatz Frostschutz
zu legalisieren, blockte die Stadt ab. Schon vor elf Jahren ging Yvonne Beutler nicht auf
unsere Angebote ein. Heute stellt sich Kaspar Bopp taub, wenn wir eine Pacht oder
Miete anbieten. Immer wieder wurden wir vertröstet. Zuletzt, auf die Zeit nach der
Abstimmung. Verstrichene Monate und Jahre, die konstruktiv hätten genutzt werden
können.
Andere Städte zeigen, dass diese Lebensform in unterschiedlichsten Zonen möglich ist,
sofern der politische Wille vorhanden ist.
Wir werden unser geliebtes Zuhause auf keinen Fall zurücklassen. Nicht, bis eine
gleichwertige Anschlusslösung gefunden ist, die unseren Bedürfnissen entspricht. Nicht
vor dem effektiven Baubeginn.
Ein grosser Dank gilt den unterstützenden Personen, die uns in den letzten Monaten auf
eindrückliche Weise den Rücken gestärkt und uns solidarisch unterstützt haben. Sie
erkannten, wer wir sind und was wir wollen.
Kollektiv Frostschutz, 17.6.2026

Die Wohnkrise, der Abrisswahn, die Vertreibung der Armen aus den Städten, die drohenden Räumungen besetzter Häuser und Wagenplätze, es gibt 1000 Gründe, um sich zu organisieren und zu kämpfen.
Alle zur Vortreffpunkt am Samstag, 30.5. auf dem Kirchplatz in Winterthur um 12:30 Uhr
Danach gemeinsam nach Zürich an die grosse Wohndemo mit dem 13:22-Zug.
Hier der Aufruf von wohndemo.ch:
Geht man an einem wunderschönen Samstagnachmittag durch die Strassen Zürichs, sticht einem vor allem eins ins Auge: Egal in welchem Quartier, ob in Witikon oder Schwamendingen, ob im Kreis drei oder vier, überall wird abgerissen und luxussaniert. Überall wird, was einst für Leute ein Zuhause war, zu einem reinen Objekt der Rendite und Spekulation.
Massenkündigungen erfolgen bereits im Wochentakt, preisgünstiger Wohnraum gibt es fast keinen mehr und dafür stehen jene frisch gebauten Luxuswohnungen leer. Tausende Menschen sind davon betroffen und werden gezwungen, ihr Quartier zu verlassen. Auch in der Agglomeration steigt der Druck auf Wohnraum wegen dieser Verdrängung.
Unser Zuhause – ihr Gewinn.
Unsere Wohnungen sind Spekulationsobjekte. Mieten bringen sichere Rendite. Davon profitieren vor allem Banken, Versicherungen, Pensionskassen, reiche Familienunternehmen, Briefkastenfirmen und Grosskonzerne. Die Rechte und Bedürfnisse von Mieter:innen sind ihnen egal.
Und was macht die Politik?
Die bürgerliche Immobilien-Lobby verteidigt Profit und Eigentum und verschärft die Wohnkrise mit Angriffen auf das Mietrecht, Erhöhungen der Renditen und weiteren Luxus-Bau-Offensiven. Die parlamentarische Linke hat das Problem sehr lange
verschlafen, Grundstück für Grundstück wird überrissen teuer verkauft und dagegen gibt es höchstens Pflästerlipolitik.
Das ändern wir jetzt!
In vielen Nachbarschaften wächst der Widerstand gegen Leerkündigungen, Verdrängung und explodierende Mieten. Organisieren wir uns, vernetzen wir uns!
Wehren wir uns und tragen unsere Stimmen laut und gemeinsam an der Wohndemo am 30. Mai 2026 auf die Strasse.Für eine Stadt, die den Menschen gehört, nicht dem Profit!
Wohnraum darf keine Ware sein!
Grosse Wohndemo gegen eine Stadt der Reichen!
Samstag, 30. Mai 2026
14 Uhr, Hardplatz, ZürichBewilligung wird eingereicht.