Am Sonntag, 18.10.26, veranstalten wir in der Gisi ein Spiele-Nachmittag.
Nur bei schönem Wetter!

Wohnraum verteidigen!
Am Sonntag, 18.10.26, veranstalten wir in der Gisi ein Spiele-Nachmittag.
Nur bei schönem Wetter!

Hallo zusammen
Wir haben heute zu dieser Medienkonferenz eingeladen. Wir sprechen für die Häuservernetzung Winterthur. Die Häuservernetzung ist seit 2020 ein Zusammenschluss selbstverwalteter Häuser, Wagenplätze und engagierter Einzelpersonen in Winterthur. Gemeinsam organisieren wir uns gegen die Wohnungsnot und Verdrängung in der Stadt. Gemeinsam kämpfen wir für den Erhalt von bezahlbarem Wohn- und Kulturraum.
Wir haben zu dieser Medienkonferenz eingeladen, weil die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG über ihre Tochterfirma Terresta AG auf heute ein Ultimatum gestellt hat. Die SKKG fordert von uns Bewohner:innen, Benutzer:innen und Freund:innen der Gisi – dem seit fast 30 Jahren selbstverwalteten Haus an der General-Guisan-Strasse 31 –, das Haus bis heute 31. Juli zu verlassen. Sie droht ab dem 31. Juli mit Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch.
Wir möchten hier und heute klarstellen: Wir geben dieser Drohung nicht nach. Wir bleiben hier. Die Gisi bleibt!
Unsere Haltung ist klar: Die Gisi ist dringend benötigter Wohn- und Kulturraum. Wir lassen uns nach fast 30 Jahren Selbstverwaltung nicht einfach auf die Strasse stellen. Und erst recht nicht von einer steuerbefreiten Stiftung, die Tausende von Wohnungen besitzt und mitverantwortlich ist für die akute Gentrifizierung und damit Vertreibung der ärmeren Bevölkerung aus dieser Stadt. Wir geben die Gisi nicht kampflos auf!
Was ist in den letzten Monaten passiert?
Seit der Gründung der Häuservernetzung im Jahr 2020 haben wir versucht, mit der SKKG über den Erhalt der selbstverwalteten Stefanini-Häuser zu verhandeln. Leider scheiterten unsere Bemühungen bei der Gisi an der Verweigerungshaltung der Stiftung.
Die Häuservernetzung hat für die Gisi einen realistischen Renovationsplan ausgearbeitet, Fachpersonen beigezogen und eine Übernahme im Baurecht vorgeschlagen – so wie für die anderen selbstverwalteten Stefanini-Häuser auch. Doch die SKKG hat jegliche Verhandlungen über die Gisi kategorisch abgelehnt.
Im Herbst 25 hat die Stiftung mitgeteilt, sie werde die Gisi im Frühjahr 26 totalsanieren. Dafür möchte sie fünf Millionen Franken ausgeben. Die SKKG schweigt sich darüber aus, wie hoch die Mieten danach sein sollen. Klar ist, dass durch die millionenschwere Sanierung günstiger Wohnraum in teuren verwandelt werden soll.
Bis heute liegt keine Baubewilligung vor. Ausserdem ist vor Mietgericht ein Verfahren hängig. Deshalb ist in nächster Zeit nicht mit einem Baubeginn zu rechnen. Dieser könnte zudem durch mögliche Baueinsprachen weiter verzögert werden.
Also: Die SKKG kann zurzeit gar nicht bauen. Sie bezweckt mit ihrem Ultimatum nur eines, nämlich eine Räumung auf Vorrat. Sie möchte die Bewohner:innen und Benutzer:innen der Gisi vorsorglich auf die Strasse stellen. Und das mitten in der Wohnkrise.
Am 16. Juli hat die SKKG in der SVP-nahen «Winterthurer Zeitung» angekündigt, nach der Räumung der Gisi würden die neuen Wohnungen erst in drei bis vier Jahren bezugsbereit sein. Die SKKG bestätigt damit, dass sie die Gisi auf Vorrat räumen möchte. Eine Umbaudauer von drei bis vier Jahren ist nämlich unwahrscheinlich.
Wir fragen deshalb: Soll eine Sicherheitsfirma mehrere Jahre lang die leere Gisi bewachen? Oder plant die SKKG eine Zwischennutzung, um Asylsuchende oder Wohnungslose einzuquartieren, während sie die derzeitigen Bewohner:innen auf die Strasse stellt und damit obdachlos macht? Ein solches Vorgehen wäre skandalös und verwerflich! Damit würden Betroffene von Verdrängung und Vertreibung auf gemeine Art gegeneinander ausgespielt!
Im Dezember 25 haben mit uns über 500 Personen auf den Strassen von Winterthur gegen die Räumung der Gisi demonstriert. Diesen März haben wir der SKKG und dem Stadtrat Winterthur eine Petition und einen offenen Brief überreicht. Über 5100 Personen haben die Petition gegen die Räumung der Gisi unterzeichnet. Über 60 Organisationen haben den offenen Brief unterschrieben, der sich für den Erhalt selbstverwalteter Wohn- und Kulturräume in Winterthur ausspricht und eine politische Lösung fordert.
Weil die SKKG erstens keine Baubewilligung für die Gisi hat und sie zweitens erkennen musste, dass ein erhebliches öffentliches Interesse am Erhalt der Gisi besteht, ging sie dazu über, die geplante Räumung der Gisi mit einem angeblich mangelhaften Brandschutz zu rechtfertigen.
Die SKKG versucht seit Anfang dieses Jahres, die Brandkatastrophe von Crans-Montana für sich zu nutzen. Sie möchte damit in der Öffentlichkeit Stimmung machen für eine Räumung auf Vorrat. Sie benutzt die Katastrophe von Crans-Montana, um die Gisi-Bewohner:innen und -benutzer:innen in der Öffentlichkeit anzuprangern.
Die Tatsachen: Bei einer feuerpolizeilichen Kontrolle des Kulturraums der Gisi wurden im Februar verschiedene Auflagen gemacht. Darunter die Auflage, dass sich nicht mehr als 20 Personen im Kulturraum aufhalten dürfen. Die SKKG forderte zudem, dass eine Person genannt wird, die für die Einhaltung dieser Auflagen verantwortlich ist.
Diese Auflagen haben wir erfüllt. Wir haben eine verantwortliche Person genannt. Im Kulturraum finden seither keine Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen statt. Dies wurde gegenüber der SKKG bzw. Terresta AG mehrmals schriftlich bestätigt. Aufforderungen nach Feuerungskontrollen, Stromkontrollen und Statikkontrollen sind wir stets nachgekommen.
Die SKKG-Tochterfirma Terresta AG teilte diesen Juni nun in einer Medienmitteilung wider besseres Wissen mit, wir hätten die Forderungen nicht erfüllt und müssten deshalb die Gisi verlassen.
Für uns steht fest: Der SKKG geht und ging es nie um die Sicherheit der Gisi-Besucher:innen und schon gar nicht um jene der Bewohner:innen. Über Jahrzehnte kümmerte sich die Stefanini-Stiftung keinen Deut um die Sicherheit in ihren Häusern. Die Bewohner:innen der Gisi haben sich selbst und mit grossem Aufwand darum gekümmert. Sie haben mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet und sämtliche Vorkehrungen aus eigener Tasche bezahlt.
Um es noch einmal klar zu sagen: alle Auflagen der Feuerpolizei beziehen sich ausschliesslich auf den Kulturraum. Wenn die Feuerpolizei der Meinung wäre, dass die Sicherheit im Kulturraum nicht gewährleistet sei, würden sie Veranstaltungen ganz verbieten, was sie nicht getan haben. Im Bericht der Feuerpolizei wird kein Wort über den Wohnraum verloren. Für die SKKG scheint aber der (un)logische Schluss daraus zu sein, alle Bewohner*innen auf die Strasse zu stellen.
Der angeblich mangelhafte Brandschutz dient bloss dazu, eine Räumung auf Vorrat zu rechtfertigen.
Und was tut der Stadtrat?
Seit Jahren verfolgt der Stadtrat Winterthur einen Städtebau, der den Interessen der profitorientierten Immobilienwirtschaft dient. Was dabei gebaut wird, ist eine Stadt für die Reichen. Die Folge: Wohnen wird in Winterthur immer teurer. Gleichzeitig herrscht Wohnungsnot.
Das Bedürfnis der arbeitenden und wenig verdienenden Bevölkerung nach bezahlbarem Wohnraum wird zwar wortreich anerkannt. Doch gemacht wird nichts – denn der Stadtrat will gar nichts an der desolaten Lage ändern. Der Stadtrat will nicht mehr bezahlbaren, er will im Gegenteil mehr teuren Wohnraum in Winterthur. Er will gute Steuerzahler:innen anziehen, also Reiche.
Der Stadtrat steht auch im Konflikt um die Gisi nicht gut da. Er tut einfach so, als gehe ihn die Sache nichts an. Er verschanzt sich hinter dem fadenscheinigen Argument, man habe keinen Einfluss auf die Entscheidung privater Grundeigentümer:innen. Bis heute hat sich der Stadtrat weder zu unserer Petition gegen die Räumung der Gisi noch zum offenen Brief für den Erhalt der selbstverwaltetem Wohn- und Kulturräume geäussert.
Statt Hand zu bieten für Lösungen, verschärft der Stadtrat die Situation zusätzlich. Er überzieht die Wagenplätze auf städtischem Grund mit Repression, statt diese zu legalisieren. Er will weiterhin die Dauercamper:innen am Rosenberg vertreiben, obwohl die Pläne für ein TCS-Luxuscamping an der Urne bachab gingen.
Will der Stadtrat Winterthur nun bei der Gisi tatsächlich die Polizei einsetzen, um voreilig Tatsachen zugunsten der Stefanini-Stiftung schaffen? Denn sowohl mietrechtlich als auch baurechtlich stehen der SKKG noch einige Hürden bevor. Trotzdem will die Stiftung das Haus räumen lassen. Sie möchte uns, den Bewohner:innen, Benutzer:innen und Freund:innnen der Gisi, die Polizei auf den Hals hetzen, bevor überhaupt rechtliche Fragen betreffend der Luxussanierung geklärt sind.
Wie geht es nun weiter?
Als Grundeigentümerin steht es der SKKG frei, ob sie die Gisi von der Polizei räumen lässt oder nicht. Wenn es ihr in den Kram passt, macht sie die Gisi-Bewohner:innen obdachlos. Oder sie lässt sie kriminalisieren. Denn als Grundeigentümerin hat die SKKG das Geld – und wer das Geld hat, hat die Macht und das Recht. Sie kann dabei offenbar auf die Unterstützung des Stadtrats, der Polizei und der Medien zählen, die unkritisch das Narrativ der Stiftung übernehmen.
In der kapitalistischen Gesellschaft steht das Recht auf Privateigentum an allererster Stelle und wird gewaltsam durchgesetzt. Im Zweifelsfall auf Kosten der Rechte der Besitzlosen.
Diese Verhältnisse müssen wir in Frage stellen, wenn wir ernsthaft die gegenwärtige Wohnkrise lösen wollen. Investmentfonds, Banken, Pensionskassen, Versicherungen, Stiftungen und sogar Kirchen nutzen die Wohnungsnot schamlos aus, um ihre Kassen zu füllen. In einem System, das auf Privateigentum basiert, bereichert sich eine kleine Minderheit, während die grosse Mehrheit das Nachsehen hat. Nur wenn wir diese Verhältnisse als Ganzes infrage stellen, können wir eine Verbesserung unserer Lebensumstände erkämpfen.
Der Erhalt Gisi ist deshalb ein politisches Statement. Der Erhalt der Gisi ist ein Symbol im Kampf gegen den zerstörerischen Kapitalismus und für eine andere, für eine bessere Welt.
Für uns ist es keine Option, die Gisi aufzugeben. Wir geben nicht auf, was in knapp 30 Jahren aufgebaut und erarbeitet wurde. Wir können nicht einfach zuschauen, wie das zerstört wird. Hunderte von Menschen haben in diesem Haus gewohnt, Tausende von Konzerte und Veranstaltungen wurden hier organisiert.
Orte wie die Gisi bieten eine Perspektive fernab der kapitalistischen Logik von Profit, Konkurrenz und Vereinzelung. Orte wie die Gisi sind Wohnraum für Leute mit wenig Geld. Sie sind dem profitorientierten Wohnungsmarkt entzogen und offen für subkulturelle Projekte. An diesen Orten können Menschen mitbestimmen, wie ihr Umfeld gestaltet wird. Sie sind nicht Spielball der Eigentümer:innen. An diesen Orten werden Menschen politisiert. Hier werden fortschrittliche Ideen diskutiert, gelebt und weitergegeben.
Wir werden auf allen Ebenen für den Erhalt der Gisi kämpfen. Wir sind weiterhin bereit, mit der SKKG zu verhandeln. Wir sind bereit, über Sicherheitsprobleme, über Lärmschutz und über Renovationsarbeiten zu verhandeln. Aber wir sind nicht bereit, die Gisi und die mit ihr verbundene Kunst, Kultur und Geschichte einer unnötigen Luxussanierung zu opfern.
Wir stehen ein für eine solidarische Gesellschaft, in der nicht der Profit von ein paar wenigen das Ziel ist, sondern das gute Leben für alle. Wir solidarisieren uns mit allen Besetzungen, Mietkämpfen und Arbeitskämpfen. Es geht hier um viel mehr als nur um ein Haus – es geht um unser Leben!
Gisi bleibt! Wir bleiben alle!
Letzten Samstag, am 30. Mai 2026, fand in Zürich erneut eine grosse Wohndemo statt. Tausende von Menschen nahmen sich die Strasse um gegen die Wohnungsnot zu protestieren – trotz Hitze ein neuer Rekord.
Zum Auftakt der Demo in Zürich besammelten sich in Winterthur bereits um 12:30 Uhr ca. 60 Menschen. Nach einer Rede von der Häuservernetzung zur räumungsbedrohten Gisi, zogen die Demonstrierenden mit Fahnen, Transpis und Parolen durch die Altstadt um schliesslich gemeinsam nach Zürich an die Wohndemo zu fahren.

Die Stimmung in Zürich war trotz brütender Hitze kämpferisch und ausgelassen. Entlang der Demoroute, vom Hardplatz über die Hardbrücke und Limmatstrasse mitten durch ein Herzstück der Verdrängungsquartiere, gab es zehn verschiedene Reden aus verschiedenen Perspektiven von Organisationen, Kollektiven und aus betroffenen Quartieren.
Dass sich so viele unterschiedliche Menschen gemeinsam die Strasse nehmen, zeigt, dass die Wohnungsnot längst den Grossteil der Bevölkerung betrifft. Massenkündigungen erfolgen in Zürich im Wochentakt und auch in Winterthur wird saniert und überbaut, was das Zeug hält.
Viele Häuser sind zu «langfristigen Anlageobjekten» geworden, Mieten zu «sicheren Renditen». Die kapitalistische Logik, die die Wohnkrise verursacht, wird von der bürgerlichen Politik hofiert. Die Interessen der Reichen und des Kapitals werden über Grundbedürfnisse gestellt. Doch dagegen wächst immer mehr Widerstand. Die Wohndemo hat einmal mehr gezeigt, dass wir viele sind und dass wir stärker sind, wenn wir gemeinsam die Stimme erheben.


Die Wohnkrise, der Abrisswahn, die Vertreibung der Armen aus den Städten, die drohenden Räumungen besetzter Häuser und Wagenplätze, es gibt 1000 Gründe, um sich zu organisieren und zu kämpfen.
Alle zur Vortreffpunkt am Samstag, 30.5. auf dem Kirchplatz in Winterthur um 12:30 Uhr
Danach gemeinsam nach Zürich an die grosse Wohndemo mit dem 13:22-Zug.
Hier der Aufruf von wohndemo.ch:
Geht man an einem wunderschönen Samstagnachmittag durch die Strassen Zürichs, sticht einem vor allem eins ins Auge: Egal in welchem Quartier, ob in Witikon oder Schwamendingen, ob im Kreis drei oder vier, überall wird abgerissen und luxussaniert. Überall wird, was einst für Leute ein Zuhause war, zu einem reinen Objekt der Rendite und Spekulation.
Massenkündigungen erfolgen bereits im Wochentakt, preisgünstiger Wohnraum gibt es fast keinen mehr und dafür stehen jene frisch gebauten Luxuswohnungen leer. Tausende Menschen sind davon betroffen und werden gezwungen, ihr Quartier zu verlassen. Auch in der Agglomeration steigt der Druck auf Wohnraum wegen dieser Verdrängung.
Unser Zuhause – ihr Gewinn.
Unsere Wohnungen sind Spekulationsobjekte. Mieten bringen sichere Rendite. Davon profitieren vor allem Banken, Versicherungen, Pensionskassen, reiche Familienunternehmen, Briefkastenfirmen und Grosskonzerne. Die Rechte und Bedürfnisse von Mieter:innen sind ihnen egal.
Und was macht die Politik?
Die bürgerliche Immobilien-Lobby verteidigt Profit und Eigentum und verschärft die Wohnkrise mit Angriffen auf das Mietrecht, Erhöhungen der Renditen und weiteren Luxus-Bau-Offensiven. Die parlamentarische Linke hat das Problem sehr lange
verschlafen, Grundstück für Grundstück wird überrissen teuer verkauft und dagegen gibt es höchstens Pflästerlipolitik.
Das ändern wir jetzt!
In vielen Nachbarschaften wächst der Widerstand gegen Leerkündigungen, Verdrängung und explodierende Mieten. Organisieren wir uns, vernetzen wir uns!
Wehren wir uns und tragen unsere Stimmen laut und gemeinsam an der Wohndemo am 30. Mai 2026 auf die Strasse.Für eine Stadt, die den Menschen gehört, nicht dem Profit!
Wohnraum darf keine Ware sein!
Grosse Wohndemo gegen eine Stadt der Reichen!
Samstag, 30. Mai 2026
14 Uhr, Hardplatz, ZürichBewilligung wird eingereicht.

Wir treffen uns einmal mehr auf der Strasse, um gegen Wohnungsnot, Gentrifizierung, Räumungen und Verdrängung zu protestieren. Diesmal zum Anlass der internationalen Housing Action Days.
Chum au!
Freitag, 27. März 2026 Steinberggasse Winterthur
Es gibt Essen, Getränke, Reden, Musik, Transparente & Protest. Wir freuen uns, wenn ihr auch kommt!
Für eine andere Stadt! Kein Profit mit Wohnraum! Gisi bleibt! Wir bleiben alle!

Hier der Aufruf der European Action Coalition:
Das Jahr begann mit schrillen Alarmsignalen: Wir erleben Völkermorde und Kriege, die von den Interessen der Mächtigen getrieben werden und eine neue Welle der Militarisierung anheizen. Während die Reichen immer reicher werden, werden Demokratien auf der ganzen Welt ausgehöhlt, und Millionen Menschen kämpfen um die Sicherung ihrer Grundbedürfnisse wie wie beispielsweise Wohnraum. Krisen vermehren sich, Ungleichheiten vertiefen sich, Grenzen werden geschlossen, Repressionen nehmen zu und rassistische Politik verschärft sich – während sich der Klimawandel beschleunigt und unsere Gesellschaften in den Zusammenbruch treibt.
Aber wir sind nicht machtlos.
Wir sind Mieter:innen, die sich gegen Zwangsräumungen und Mieterhöhungen wehren.
Wir sind Hausbesetzer:innen, die leerstehende Gebäude und Grundstücke zurückerobern.
Wir sind verschuldete Haushalte, die gegen Zwangsvollstreckungen und Versteigerungen kämpfen.
Wir sind Obdachlose, die menschenwürdige Unterkünfte statt Notunterkünfte fordern.
Wir sind Bewohner:innen von Mobilheimen, Campingplätzen und nicht-traditionellen Unterkünften, die unser Recht auf Bleibe verteidigen.
Wir sind Arbeiter:innen die für faire Löhne kämpfen, und Kollektive, die Land und Raum für ein gemeinschaftliches Leben zurückerobern.
Wir sind die globale Mehrheit, organisiert, vereint und entschlossen, ein gerechtes Leben auf einem lebenswerten Planeten zu erreichen.
Letztes Jahr haben wir weltweit in mehr als 60 Städten mobilisiert. Dieses Jahr gehen wir noch weiter.
Vom 23. bis 29. März sind wir auf der Straße, stören, organisieren und wehren uns gemeinsam über Grenzen hinweg.
Wir treten auf dem ganzen Globus in Aktion um die Ursache dieser Krisen zu bekämpfen: ein System, das darauf ausgelegt ist, den Profit einiger weniger zu maximieren, während das Leben vieler geopfert wird.
Gegen Zwangsräumungen.
Gegen Repression.
Gegen den Ausverkauf unserer Städte.
Gegen die Plünderung unseres Landes.
Gegen Ausbeutung, Krieg und Umweltzerstörung.
Wir sagen: Es reicht! Das System versagt, und wir bauen etwas Besseres auf.
Von Demonstrationen bis zu Besetzungen, von Mietstreiks bis zu gemeinschaftlichen Lösungen – jetzt ist unsere Zeit gekommen.
Mach mit! Organisier dich sich vor Ort. Handeln wir weltweit.
WIR FORDERN:
Wohnraum für alle! Stoppt Zwangsräumungen, begrenzt Mieten, beendet Spekulationen und baut den öffentlichen Wohnungsbau durch Enteignung von Mietkonzernen aus.
Würde über Grenzen hinweg! Rechte, Sicherheit und Wohnraum für alle Menschen – egal woher sie kommen.
Menschen vor Profit! Besteuerung der Reichen, Stopp der Profitgier von Unternehmen, Finanzierung öffentlicher Bedürfnisse.
Planet vor Profit! Beendigung der Nutzung fossiler Brennstoffe und des Landraubs, Schutz von Gemeinschaften und Ökosystemen.
Stopp der Unterdrückung! Verteidigung des Rechts auf Organisation, Protest und Widerstand.
Am Samstag, 20.12.2025, nahmen sich in Winterthur über 500 Menschen die Strassen, um gegen die geplante Räumung der Gisi (General-Guisan-Strasse 31) und für den Erhalt von günstigem, selbstverwaltetem Wohnraum zu demonstrieren. Wir wurden dabei tatkräftig von Leuten aus der ganzen Schweiz unterstützt. Trotz Grossaufgebot der Bullen liessen wir uns nicht einschüchtern.
Während der Demo gab es starke Reden vom Revolutonären Jugendbündnis Winterthur, dem Revolutionären Aufbau Winterthur, der Interessengemeinschaft der Bewohner:innen und Benutzer:innen von Stefanini Liegenschaften (IGBBSL) und vom Antikapitalistischen Bündnis Winterthur.
Die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) will die Gisi, eines der ältesten noch bestehenden besetzten Wohn- und Kulturhäuser der Schweiz, im Frühjahr 2026 räumen lassen. Alle Verhandlungsversuche, das Haus weiterhin als unkommerziellen, kollektiven Wohn- und Kulturraum zu erhalten, wurden von der SKKG abgeblockt.
In der Gisi haben in den letzten 28 Jahren unzählige Künstler:innen mit Konzerten, Workshops und Veranstaltungen für kulturelle Vielfalt gesorgt. Und die Gisi war nicht nur Kulturraum, sondern bedeutete auch günstigen kollektiven Wohnraum für viele, die wenig haben.
So entstand eine Kultur mit einem kritischen Umgang gegenüber unterdrückerischen Mechanismen, Profitlogik und gesellschaftlichen Zwängen. Damit schreiben wir nicht nur 28 Jahre Geschichte, sondern reihen uns ein in alle linken, emanzipatorischen Kämpfe der Vergangenheit und Zukunft.
Die SKKG besitzt schweizweit rund 2200 Wohnungen. Jahrzehntelang liess sie viele Häuser verlottern und strich gleichzeitig Mieten ein. Jetzt will sie totalsanieren, abreissen, verdrängen und Mieten erhöhen. Währenddessen richtet sich die Wohnpolitik der Stadt Winterthur konsequent auf jene aus, die sich Luxus leisten können. Aufwertung und Verdrängung egal ob in Töss, Hegi oder am Schützenweiher: Wer wenig hat, wird verdrängt.
Die angedrohte Räumung der Gisi ist nicht nur ein Angriff auf ihre Bewohner:innen. Sie ist ein Angriff auf uns alle, uns alle, die immer grössere Teile unseres Einkommens für Miete ausgeben müssen, die keine zahlbaren Wohnungen mehr finden, die sich gegen den kapitalistische Aufwertungswahn wehren.
Wenn selbstverwaltete Orte verschwinden, steigen die Mieten ringsherum. Aufwertung und Vertreibung macht nicht einfach plötzlich Halt vor deinem Haus. Und während einige wenige mit Immobilien spekulieren und ihre Renditen maximieren, werden Menschen in den Teufelskreis „arbeiten, um zu wohnen – wohnen, um zu arbeiten“ gezwungen.
Darum endet unser Kampf auch nicht mit der Gisi oder den anderen räumungsbedrohten Häusern und Wagenplätzen. Er geht über jedes einzelne Haus hinaus. Unser Ziel sind nicht kleine Oasen in einer kapitalistischen Stadt. Unser Ziel ist eine Stadt, in der alle Menschen ein sicheres Zuhause haben, ohne Angst vor Kündigung und Verdrängung. Ein Dach über dem Kopf ist ein Grundrecht, und keine Ware.
Nur ein extrem kleiner Teil profitiert im kapitalistischen System. Wir aber – die Mieter:innen, die Besetzer:innen, die Arbeiter:innen, die Kulturschaffenden, die Prekarisierten, die Vertriebenen – wir sind viele! Unser Widerstand endet nicht bei einem Haus oder bei einer Demo. Kämpfen wir gemeinsam weiter!
Der Kapitalismus ist das Problem!
Die Häuser denen, die drin wohnen!
Antikapitalistisches Bündnis Winterthur
20.12.2025









Links zu Artikeln über die Demo:
Im neuen Jahr finden in Zürich und Bern zur Mobilisierung gegen das WEF Veranstaltungen und Demonstrationen statt.
Die Häuservernetzung Winterthur wurde zum NO WEF Winterquartier in Bern eingeladen, um über die aktuelle Situation der räumungsbedrohten, selbstverwalteten Häuser und Wagenplätze zu erzählen. Wir freuen uns über einen solidarischen Austausch.
Infoveranstaltung zur akuten Räumungsandrohung gegen die Gisi – das älteste besetzte Haus der Schweiz und weitere selbstverwaltete Häuser und Wagenplätze in Winterthur.

Wann: 11.01.2026, Uhrzeit folgt
Wo: NO WEF Winterquartier Reitschule Bern