Häuservernetzung Winterthur

Wohnraum verteidigen!

gisibleibt @ Telegram
  • Communiqué zum Stadtspaziergang gegen Vertreibung, am 22. Oktober 2026

    Gestern Abend sind wir gemeinsam auf die Strasse um gegen Vertreibung und kapitalistische Stadtaufwertung zu protestieren. Konkret ging es auch um unsere Wut gegenüber einer Stadt, die keinerlei Lösung für die Wohnkrise hat. Gleichzeitig will sie uns aber die Lösungen, welche wir uns selbst geschaffen haben, nämlich die Gisi und die Wagenplätze, gewaltsam nehmen.

    Ca. 100 Leute haben sich um 19:00 Uhr auf der Steinberggasse eingefunden. Die Stimmung war trotz kaltem Wetter ausgelassen und kämpferisch. Mit Schildern, Transpis und Musik sind wir von der aufgewerteten Steinberggasse Richtung Bahnhof losgezogen. In der Martkgasse gab es einen Redebeitrag vom revolutionären Aufbau, welcher die Situation der Bewohner:innen der Endlikerstrasse thematisierte. Dort sollen 400 Menschen aus ihren Wohnungen geschmissen werden, weil «ihre» Pensionskasse, die Sulzer Vorsorgeeinrichtung, die Häuser abreissen und überbauen will, um mehr Rendite einzufahren.

    Am Bahnhof gab es einen Redebeitrag der IGBBSL (Interessensgemeinschaft von Bewohner:innen und Benutzer:innen von Stefanini-Liegenschaften). Darin wurde die Rolle der SKKG (Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte) thematisiert, welche die Einnahmen aus ihren Häusern nutzt, um mit Kulturförderung und viel PR die Stadt und ihre Bewohner:innen auf ihre Seite zu ziehen. Menschen, die sich die erhöhten Mieten nicht mehr leisten können, bleiben auf der Strecke und verlieren ihr Zuhause.

    Die Stadthaustrasse hoch gab es einen weiteren Stopp beim Stadtpark mit einer Rede vom RJBW (Revolutionäres Jugendbündnis Winterthur). Der Redebeitrag thematisierte das Bedürfnis der Jugend, sich ausserhalb der elterlichen Kontrolle bewegen zu können. In einer gentrifizierten Stadt, die jeden öffentlichen Winkel ausleuchtet und ein Pop-up-Restaurant hinstellt, sei es zunehmend schwierig, sich ohne Konsumzwang zu treffen.

    Der Abschluss des Stadtspaziergangs war im Innenhof der seit knapp 30 Jahren besetzten Gisi. Die SKKG, Eingentümerin der Gisi, hat im August Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gegen die Bewohner:innen eingereicht. Die Bewohner:innen liessen sich davon nicht vertreiben und haben sich im Haus verbarrikadiert. Statt den Dialog zu suchen, will die SKKG das Haus polizeilich räumen lassen. Es ist ungewiss, wann die Räumung stattfindet. Nach eigener Aussage wartet die Polizei auf einen gerichtlichen Entscheid.

    Die Bewohner:innen zeigen sich trotz dem nun knapp dreimonatigen Ausharren kämpferisch. In einer Rede machen sie deutlich, dass sie die Gisi niemals freiwillig hergeben werden.

    Die Redebeiträge haben alle darauf hingewiesen, dass die Lösung der Wohnkrise nicht im kapitalistischen System zu finden ist und auch die Stadt keine Lösungen parat hat für die vielen Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben werden. Die Stadtregierung richtet ihre Politik nach den Bedürfnissen des Kapitals und nicht nach den Bedürfnissen der Menschen. Dagegen können wir uns wehren: Kämpfen wir gegen die Vereinzelung, schliessen wir uns zusammen. Die Wohnkrise trifft längst einen grossen Teil der Bevölkerung, niemand ausser wir selbst wird unsere Probleme für uns lösen. Wehren wir uns gemeinsam gegen das ausbeuterische System.

    Solidarität mit den Mieter:innen an der Endlikerstrasse.
    Solidarität mit den kämpferischen Bewohner:innen der Gisi.
    Solidarität mit allen von Vertreibung betroffenen Menschen!

    Häuservernetzung Winterthur
    23. Oktober 2026

  • 18.10. – Spiele-Nachmittag @Gisi

    Am Sonntag, 18.10.26, veranstalten wir in der Gisi ein Spiele-Nachmittag.
    Nur bei schönem Wetter!

  • SKKG erhält Baubewilligung von der Stadt

    Liebe Freud:innen der Gisi

    Wir möchten euch über die neusten Entwicklungen um die Gisi – das mittlerweile älteste besetzte Haus der Schweiz an der General-Guisanstrasse 31 in Winterthur – informieren.

    Auch wenn vordergründig nicht viel läuft, ebnet sich die Stefanini-Immobilien- und Kunst-Stiftung SKKG im Hintergrund den Weg zu einer Räumung.

    SKKG erhält Baubewilligung von der Stadt

    Wie ihr vielleicht bereits wisst, hatte die steuerbefreite millionenschwere Stefanini-Stiftung SKKG im Juli unter dem Vorwand des Brandschutzes verlangt, dass die Bewohner:innen der Gisi sofort ausziehen und hat eine Klage wegen Hausfriedensbruch bei der Polizei eingereicht. Ende Juli haben wir klargestellt, dass wir die Gisi nicht freiwillig hergeben.

    Schon vorher hat die SKKG ein Baugesuch eingereicht und angekündigt, das Haus für fünf Millionen Franken totalsanieren zu wollen. Das Baugesuch enthielt aber praktisch keine Renovationsarbeiten. Lediglich die Küchen sollen ersetzt und Duschen eingebaut werden. Die SKKG machte keine Eingaben zu Denkmalschutz oder Brandschutz etc. Für ein solches Bauvorhaben wäre keine Bewilligung nötig. Es handelt sich um einen Trick, um nach einer Räumung eine Zwischennutzung in einem schlecht unterhaltenen Haus einzuquartieren und Einsprachen gegen die Baubewilligung zu verhindern.

    Der Bauausschuss des Stadtrats hat Ende August der SKKG eine Baubewilligung erteilt. Damit ist ein baldiger Gerichtsentscheid für die Räumung der Gisi immer wahrscheinlicher. Das Baugesuch der Stefanini-Stiftung enthielt praktisch keine Renovationsarbeiten und die nun ausgestellte Bewilligung ist genauso unbestimmt, wie das Gesuch der SKKG. Die Stadt erteilt der SKKG praktisch eine Blankoerlaubnis für eine Pinselsanierung. Einsprachen sind bei einem solchen inhaltsleeren Bauvorhaben praktisch aussichtslos.

    Dies lässt folgende Vermutung zu: Nach einer gewaltsamen Räumung soll die Gisi minimal saniert und statt den Besetzer:innen sollen andere Obdachlose oder Prekarisierte zur Zwischennutzung und Verhinderung einer Wiederbesetzung einquartiert werden.

    Die angekündigte fünf Millionen Franken teure Luxussanierung folgt später und die SKKG beutet in der Zwischenzeit mit Hilfe der Stadt, Betroffene der Wohnkrise aus und wird das mit Sicherheit als wohltätigen Akt bezeichnen.

    Stadtrat antwortet auf Petition und offenen Brief

    Derweil hat sich die Stadt nach genau sechs Monaten dazu genötigt gefühlt, uns eine Antwort zur «Gisi bleibt»-Petition und zum offenen Brief vom 12.März 2026 zu schreiben.

    In dem Brief, unterschrieben vom neuen FDP-Stadtpräsidenten Stefan Fritschi, weist der Stadtrat jegliche Schuld und Verantwortung von sich. Die Gisi stehe im Besitz der SKKG. Die Stadt anerkenne das Eigentumsrecht und werde auf Verlangen der Eigentümerin dieses durchsetzen. Was so viel heisst wie, dass die Stadtregierung zusammen mit der Polizei und der SKKG die Räumung planen und durchführen will.

    Sie schreibt, dass sie sich der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt bewusst sei und dass sie mit der im März 2026 verabschiedeten «Wohnstrategie» gegen die Wohnkrise vorgehen würde. Allerdings scheitert die Stadt jetzt schon bei der Umsetzung ihrer eigenen Ziele dieser Wohnstrategie. So erreicht sie z.B. nicht die Anzahl an neu geschaffenen gemeinnützigen Wohnungen, welche in der Wohnstrategie vorgegeben ist.

    Auf die Situation der beiden Wagenplätze, welche die Stadt seit vielen Jahren aktiv bekämpft, geht das Antwortschreiben gar nicht erst ein!

    Diese dürftige Antwort ist überhaupt nicht erstaunlich und auch keine neue Entwicklung der Stadt Winterthur. Die Stadtregierung hat schon immer im Interesse der Reichen gehandelt und aktiv die Stadtaufwertung vorangetrieben, um gute Steuerzahler:innen anzuziehen und um alles, was aneckt und stört, aus der Stadt zu vertreiben.

    Sie ist also weder eine unbeteiligte neutrale Instanz, noch ist sie gewillt, die Wohnkrise zu bekämpfen. Im Gegenteil: Sie greift der SKKG mit einer «Baubewilligung light» unter die Arme, um für die Gisi schnellstmöglich einen Gerichtsentscheid zur Räumung zu erhalten.

    Dies zeigt einmal mehr, dass wir im Kampf um günstigen Wohnraum nur auf unsere eigenen Kräfte zählen können. Kein Gesetz, keine Wohnstrategie, keine neu gewählten Politiker:innen können uns diese Arbeit abnehmen. Im kapitalistischen Status quo wird Wohnraum immer als Ware gehandelt und Ware unterliegt den Gesetzen des Marktes. Das Eigentum ist das höchste Gut und wird wenn nötig mit aller Gewalt verteidigt. Deshalb können wir die Wohnkrise nur nachhaltig bekämpfen, wenn wir revolutionäre Perspektiven aufbauen.

    In der Verteidigung unseres Zuhause braucht es einen langen Atem und solidarische Netze. Weiterhin brauchen wir eure Solidarität und Unterstützung. Der Innenhof der Gisi steht allen Solidarischen zur Verfügung, die dort einen Anlass oder eine Veranstaltung machen möchten. Dadurch können wir diesen Ort weiter beleben und die Bewohner:innen im Haus unterstützen. Die Gisi soll sichtbar und hörbar sein in der Stadt!

    Sagt den Verantwortlichen eure Meinung, seid wie immer kreativ und verliert nicht den Humor und den Mut angesichts der Zumutungen dieser Stadt der Reichen.

    Gisi bleibt!

    Häuservernetzung Winterthur
    12.10.2026

    wohnraumverteidigen.org
    t.me/gisibleibt

  • Solidaritäts-Aufruf

    Besetzte Häuser verteidigen – würdigen Wohnraum für alle verteidigen! Gisi bleibt!

    Liebe Freund:innen und Genoss:innen

    Wir brauchen dringend Eure Hilfe und Solidarität.

    Das älteste besetzte Haus von Winterthur/CH (und vermutlich der Schweiz) ist akut räumungsbedroht ab August. Die Gisi, an der General-Guisan-Strasse 31, wurde im Januar 1997 besetzt und ist bis heute Zuhause von vielen Leuten mit wenig Geld und ein sozialer Treffpunkt und ein unkommerzieller Kulturraum.

    Während den letzten Jahren, haben wir – die Häuservernetzung Winterthur gemeinsam mit der linken Bewegung der Stadt – alles versucht, um dies zu verhindern und diesen wichtigen Ort als Zuhause und sozialen und revolutionären Kulturraum vor der Zerstörung zu retten.

    Aber die Eigentümerin, die SKKG – eine sehr reiche Immobilien- und Kunststiftung – plant, das Haus für fünf Millionen Franken zu renovieren, um Profit aus jedem Haus zu pressen, das sie besitzen. Damit sorgt sie dafür, dass die Reichen das letzte Stück der Innenstadt von Winterthur übernehmen werden.

    Die SKKG ist Eigentümerin von über 2200 Wohnungen in der Schweiz und ist verantwortlich für die Vertreibung von Armen hier und anderswo, indem sie ihre Häuser totalsaniert oder abreissen lässt. Diese Häuser wurden über Jahrzehnte dem Verfall überlassen. Alle Bewohner:innen, Besetzer:innen und Mieter:innen, mussten für den Erhalt selber besorgt sein. Jetzt will die Stiftung noch mehr Profit herausholen mit Abriss und Luxussanierungen.

    Diese Politik bedeutet Massenvertreibung von Arbeiter:innen und Armen aus der Stadt. Wir kämpfen gegen diesen meiesen Pläne und wollen die Gisi verteidigen im Herzen der Altstadt von Winterthur

    Kommt vorbei, helpt uns gegen die gewaltsame Räumung der Gisi, als selbstverwalteter Wohn- und Kulturraum, zu mobilisen.

    Macht, was immer Ihr wollt, um Eure Unterstützung zu zeigen und helft, die Gisi zu verteidigen.

    Wenn Ihr keine Ahnung habt, wie Ihr uns unterstützen könntet, hier einige Ideen:

    Organisiert jegliche politischen Aktion, malt Wände an, hängt Tansparente auf, organisiert Demonstrationen, gestaltet Plakate, Kleber, schreibt Artikel oder Briefe an die Verantwortlichen der SKKG oder der Stadt….

    Bleibt mit uns in Verbindung! Es wird eine Mobilisierung geben gegen die drohende Räumung im August. Kommt nach Winterthur und nehmt an diesem sozialen Kampf teil. Sollten sie es tatsächlich schaffen, uns zu räumen, wird es am darauffolgenden Samstag eine Demonstration geben.

    Wir wissen, dass die Zerstörung von günstigem Wohnraum und von autonomen Räumen weltweit ein grosses drängendes Problem ist. Wir sind viele, die Profiteur:innen sind wenige. Lasst uns Solidarität aufbauen und den Kapitalismus zerschlagen, überall!

    Love and rage
    Häuservernetzung Winterthur

    Ps. Bitte schickt Bilder & bleibt in Kontakt. Aktuelle Infos im Telegram-Kanal

    wohnraumverteidigen.org
    Telegram: t.me/gisibleibt

    English version

    Internationaler Aktions/Solidaritäts-Aufruf 7.2026

    Defend all squats – Defend decent housing for all! Gisi bleibt!

    Dear friends and comrades

    We urgently need your help and solidarity.

    The oldest squat of Winterthur/CH (and probably of Switzerland) is imminently threatend to be evicted in August. Gisi, at General-Gusian-Street 31, was squatted in January 1997 and is until now used as home for a lot of people without much money and as a social meeting point and non-profit culturals space.

    Over the last years we, Häuservernetzung Winterthur, tried everything not to let this happen and to save this important house as a home and social and radical cultural space from destruction.

    But the owners, SKKG – a very wealthy real estate- and art-foundation – are planning to renovate the house for five million swiss francs to make more profit of every house they own. Letting rich people take over the last piece of innercity of Winterthur.

    SKKG owns more than 2200 flats in Switzerland and is responsible of displacing the poor here and elsewhere by renovating or destroying the houses, that they where mostly falling apart for decades. All inhabitants, squatters and tenants alike had to look after their homes themselves. Now the foundation wants to make even more profit by renovation or tearing down all their houses.

    This means a massdisplacement of working class, poorer people. We’re struggling against their evil plans and are willing to defend Gisi in the heart of the old town of winterthur.

    Come to Winti, help us mobilise against the violent eviction of this important home, social and cultural center.

    Do whatever you like to show your support and/or help defending Gisi!

    If you don’t know, how you could support us, here are some ideas:
    do any political actions you like, paint walls, drop banners, organise demonstrations, create posters, stickers, write articles or write to the responsible owners and city council ….

    Keep in touch! There will be a mobilisation against the eviction in August. Come to Winterthur and take part in the struggle. If they ever manage to evict us, there will be a demonstration on Saturday after the eviction.

    We know that the destruction of affordable housing for the working people is a big issue around the world. We are many, the profiteers are few. Let us build solidarity and smash capitalism everywhere!

    Love and rage
    Häuservernetzung Winterthur

    ps. please send us pictures & keep in touch

    wohnraumverteidigen.org
    Telegram: t.me/gisibleibt

  • Telegram Kanal

    Da der Gisi ab Ende Monat Strafanzeigen drohen, gibt es neu eine Ticker auf Telegram.
    Dort werden alle aktuellen Infos rund um den Kampf um die Gisi geteilt.

    Klicke auf den Button, um den Kanal zu folgen:

  • Communiqué zur aktuellen Entwicklung im Kampf um die Gisi in Winterthur                                                            

    Liebe Freund:innen und Solidarische

    Die Lage ist ernst. Unter dem Vorwand des Brandschutzes droht die Terresta AG den Bewohnenden der Gisi ab August mit Räumung und Repression.

    Angedrohte Räumung

    Die Gisi, die General-Guisan-Strasse 31, das älteste besetzte Haus von Winterthur, seit 1997 selbstverwaltet, ist akut räumungsbedroht. Viele kennen von der Gisi vor allem den Kulturraum im Erdgeschoss, die Subcultura, in dem Konzerte und Veranstaltungen stattfinden. In den oberen drei Stockwerken leben zudem viele Menschen, die das Haus mit viel Aufwand und Engagement seit vielen Jahren beleben und instand halten.

    Die Eigentümerin, die steuerbefreite Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG), will das Haus für 5 Millionen Franken totalsanieren und teuer vermieten. Um ihr Vorhaben durchzusetzen, müssen sie die Besetzer:innen loswerden. Um dies zu erreichen, schrecken sie nicht davor zurück, sich die Tragödie von Crans-Montana zu Nutze zu machen.

    Die Immobilienverwaltung der SKKG, die Terresta AG, hat den Bewohner:innen der Gisi am 20. Mai 2026 mitgeteilt, dass sie das Haus ab 1. Juni 2026 nicht mehr bewohnen dürfen und droht ab Ende Juli mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch, da angeblich gewisse feuerpolizeilichen Auflagen nicht erfüllt würden. Die Begründung dieser Drohung ist fadenscheinig, die genannten Auflagen sind längst erfüllt.

    Brandschutz als Vorwand

    Bei einer feuerpolizeilichen Kontrolle des Kulturraums im Februar 2026 wurden verschiedene Auflagen gemacht. Darunter, dass sich aktuell nicht mehr als 20 Personen im Kulturraum aufhalten dürfen. Die Terresta AG forderte uns zudem dazu auf, eine Person zu nennen, welche für die Einhaltung der feuerpolizeilichen Auflagen verantwortlich ist.

    Alle Auflagen wurden erfüllt, eine verantwortliche Person wurde genannt und seither finden keine Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen im Kulturraum statt. Dies wurde gegenüber der Terresta AG mehrfach schriftlich bestätigt.

    Die Bewohner:innen und der Kulturbetrieb haben selbstverständlich ein grosses Interesse an der Sicherheit in ihren Räumen. So haben sie in den vergangenen Jahren immer mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet und allfällige Mängel mit grossem Aufwand und aus eigener Tasche behoben.
    Die Argumentation, dass es keine Sicherheit gebe, dass die feuerpolizeilichen Auflagen erfüllt werden, ist also eine glatte Lüge.

    Dass die SKKG unter dem Vorwand des Brandschutzes versucht, die Bewohner:innen einzuschüchtern und zu kriminalisieren, um die Räumung der Gisi voranzutreiben, ist verwerflich. Die Tragödie von
    Crans-Montana wird instrumentalisiert, um ein unliebsames politisches Projekt unter Druck zu setzen. Wir glauben nicht, dass es der SKKG um den Schutz von Menschen geht. Während Jahrzehnten hat sie sich nicht um die Sicherheit der Bewohnenden ihrer Liegenschaften geschert. Wir sind deshalb überzeugt, dass die SKKG den Brandschutz als Vorwand missbraucht, um die Räumung der Gisi und die Kriminalisierung der Bewohner:innen zu legitimieren.

    Keine Baubewilligung und hängiger Prozess

    Besonders stossend ist das Vorgehen der SKKG, weil die Bewohnenden auf Vorrat auf die Strasse gestellt werden sollen. Denn für die Sanierung gibt es noch keine Baubewilligung, zudem läuft noch ein mietrechtliches Verfahren: Für den Kulturraum im Erdgeschoss besteht seit langer Zeit ein
    Mietverhältnis. Dieses wurde von der SKKG im letzten Jahr gekündigt. Diese Kündigung wurde angefochten, aktuell ist der Entscheid am Mietgericht hängig. Sowohl der juristische Prozess, wie auch das Baubewilligungsverfahren können sich noch monatelang hinziehen.

    Die Stadt schweigt

    Während sich die Situation der Gisi als wichtiger Wohn- und Kulturraum zuspitzt, schweigt die Stadt Winterthur. Weder auf die Gisi-bleibt-Petition, mit mehr als 5000 Unterschriften, noch auf den offenen Brief, welcher von über 60 Organisationen unterzeichnet wurde, haben die Verantwortlichen bisher reagiert. Auf Nachfrage hat uns die Stadtverwaltung mitgeteilt, es sei innerhalb von sechs Monaten mit einer Antwort zu rechnen.

    Derweil geht die Stadt mit Repression gegen die beiden Wagenplätze Frostschutz und Mumpitz vor. Trotz der abgelehnten Abstimmung zur Aufwertung des Campingplatzes am Rosenberg, muss der Wagenplatz Frostschutz in absehbarer Zeit einer Zufahrtsstrasse weichen. Die Bewohnenden des Wagenplatz Mumpitz werden von der Stadt mit Strafverfahren eingedeckt. In Winterthur werden also alternative Wohnformen und politische Projekte angegriffen. In kürzester Zeit soll viel günstiger Wohnraum zerstört werden – und das mitten in einer akuten Wohnkrise!

    Eine andere Stadt ist möglich

    Die selbstverwalteten Häuser und Wagenplätze von Winterthur sind Teil eines vielfältigen Netzwerks selbstorganisierter Häuser, Räume und Betriebe. Sie sind Teil der Kultur und Geschichte dieser Stadt. Sie sind dringend benötigter günstiger Wohn- und Kulturraum für viele. Sie, und
    insbesondere die Gisi, sind für uns aus der Stadt nicht wegzudenken.

    Diese Orte sind wichtig, weil sie es möglich machen, Perspektiven jenseits der kapitalistischen Logik aufzubauen. Sie bieten Wohnraum für Leute mit wenig Geld. Sie werden dem profitorientierten Wohnungsmarkt entzogen und für emanzipatorische Projekte geöffnet. An diesen Orten werden Menschen politisiert und fortschrittliche Ideen diskutiert, gelebt und weitergegeben.

    Der Kampf geht weiter

    Selbstverwaltete Räume werden durch die kapitalistische Stadtaufwertung immer wieder angegriffen. Denn in der Krise des Kapitalismus bietet der Immobilienmarkt zunehmend attraktive
    Anlagemöglichkeiten. Deshalb werden Besetzungen oft auch unter fadenscheinigen Vorwänden geräumt. Lassen wir uns nicht täuschen! Die Sicherheit der Veranstaltungsbesucher:innen des Kulturraums ist nicht das eigentliche Anliegen der Terresta AG. Sie missbraucht die feuerpolizeilichen Auflagen, um die Bewohner:innen der Gisi auf die Strasse zu stellen.

    Die Bewohner:innen der Gisi und das Subcultura-Kollektiv haben in der Vergangenheit mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet, haben allfällige Mängel jeweils behoben und können das auch in Zukunft tun.

    Doch dafür brauchen wir eine Zukunft!

    Wir sind weiterhin bereit mit der SKKG über den Erhalt der Gisi zu verhandeln.

    Egal, was kommt: Wir geben die Gisi nicht kampflos auf!

    Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen fest auf eure Solidarität und Unterstützung.

    Schaut auf unserer Homepage vorbei oder/und folgt uns auf Instagram.

    Solidarische Grüsse

    Häuservernetzung Winterthur, 17. Juni 2026

    wohnraumverteidigen.org

    @haeuservernetzung

  • Communinqué zur Wohndemo vom 30. Mai 2026


    Letzten Samstag, am 30. Mai 2026, fand in Zürich erneut eine grosse Wohndemo statt. Tausende von Menschen nahmen sich die Strasse um gegen die Wohnungsnot zu protestieren – trotz Hitze ein neuer Rekord.

    Zum Auftakt der Demo in Zürich besammelten sich in Winterthur bereits um 12:30 Uhr ca. 60 Menschen. Nach einer Rede von der Häuservernetzung zur räumungsbedrohten Gisi, zogen die Demonstrierenden mit Fahnen, Transpis und Parolen durch die Altstadt um schliesslich gemeinsam nach Zürich an die Wohndemo zu fahren.

    Die Stimmung in Zürich war trotz brütender Hitze kämpferisch und ausgelassen. Entlang der Demoroute, vom Hardplatz über die Hardbrücke und Limmatstrasse mitten durch ein Herzstück der Verdrängungsquartiere, gab es zehn verschiedene Reden aus verschiedenen Perspektiven von Organisationen, Kollektiven und aus betroffenen Quartieren.

    Dass sich so viele unterschiedliche Menschen gemeinsam die Strasse nehmen, zeigt, dass die Wohnungsnot längst den Grossteil der Bevölkerung betrifft. Massenkündigungen erfolgen in Zürich im Wochentakt und auch in Winterthur wird saniert und überbaut, was das Zeug hält.

    Viele Häuser sind zu «langfristigen Anlageobjekten» geworden, Mieten zu «sicheren Renditen». Die kapitalistische Logik, die die Wohnkrise verursacht, wird von der bürgerlichen Politik hofiert. Die Interessen der Reichen und des Kapitals werden über Grundbedürfnisse gestellt. Doch dagegen wächst immer mehr Widerstand. Die Wohndemo hat einmal mehr gezeigt, dass wir viele sind und dass wir stärker sind, wenn wir gemeinsam die Stimme erheben.

  • Alle gemeinsam an die grosse Wohndemo!

    Zuerst in Winti – dann zusammen uf Tsüri am 30. Mai … chömed, chömed, chömed!

    Die Wohnkrise, der Abrisswahn, die Vertreibung der Armen aus den Städten, die drohenden Räumungen besetzter Häuser und Wagenplätze, es gibt 1000 Gründe, um sich zu organisieren und zu kämpfen.

    Alle zur Vortreffpunkt am Samstag, 30.5. auf dem Kirchplatz in Winterthur um 12:30 Uhr
    Danach gemeinsam nach Zürich an die grosse Wohndemo mit dem 13:22-Zug.

    Hier der Aufruf von wohndemo.ch:

    Geht man an einem wunderschönen Samstagnachmittag durch die Strassen ­Zürichs, sticht einem vor allem eins ins Auge: Egal in welchem Quartier, ob in Witikon oder Schwamendingen, ob im Kreis drei oder vier, überall wird abgerissen und luxus­saniert. Überall wird, was einst für Leute ein Zuhause war, zu einem reinen Objekt der Rendite und Spekulation.

    Massenkündigungen erfolgen bereits im Wochentakt, preisgünstiger Wohnraum gibt es fast keinen mehr und dafür stehen jene frisch gebauten Luxuswohnungen leer. Tausende Menschen sind davon betroffen und werden gezwungen, ihr Quartier zu verlassen. Auch in der Agglomeration steigt der Druck auf Wohnraum wegen dieser Verdrängung.


    Unser Zuhause – ihr Gewinn.

    Unsere Wohnungen sind Spekulationsobjekte. Mieten bringen sichere Rendite. ­Davon profitieren vor allem Banken, Versicherungen, Pensionskassen, reiche Familien­unternehmen, Briefkastenfirmen und Grosskonzerne. Die Rechte und Bedürfnisse von Mieter:innen sind ihnen egal.


    Und was macht die Politik?

    Die bürgerliche Immobilien-Lobby verteidigt Profit und Eigentum und verschärft die Wohnkrise mit Angriffen auf das Mietrecht, Erhöhungen der Renditen und weiteren Luxus-Bau-Offensiven. Die parlamentarische Linke hat das Problem sehr lange
    verschlafen, Grundstück für Grundstück wird überrissen teuer verkauft und dagegen gibt es höchstens Pflästerlipolitik.


    Das ändern wir jetzt!

    In vielen Nachbarschaften wächst der Widerstand gegen Leerkündigungen, Ver­drängung und explodierende Mieten. Organisieren wir uns, vernetzen wir uns!
    Wehren wir uns und tragen unsere Stimmen laut und gemeinsam an der Wohndemo am 30. Mai 2026 auf die Strasse.

    Für eine Stadt, die den Menschen gehört, nicht dem Profit!

    Wohnraum darf keine Ware sein!


    Grosse Wohndemo gegen eine Stadt der Reichen!

    Samstag, 30. Mai 2026
    14 Uhr, Hardplatz, Zürich

    Bewilligung wird eingereicht.

  • Medienmitteilung zur 1. Mai-Demo in Winterthur

    Communiqué des Antikapitalistischen Bündnis Winterthur:
    Revolutionärer Block an der 1. Mai Demo in Winterthur

    An diesem 1. Mai, dem international Kampftag der Arbeiter:innenklasse, nahmen wir uns mit rund 800 Leute die Strassen von Winterthur. Unter der Parole «Internationale Solidarität statt Krieg und Vertreibung», schloss sich ein grosser Teil dem revolutionären Block an. Denn in den Kriegen dieser Welt hat die Arbeiter:innen-Klasse nichts zu gewinnen.

    Nach der gemeinsamen Besammlung auf den Neumarkt, haben wir selbstbestimmt die Route erweitert. Die von den Bullen zusammengestutzte Route war für uns keine Option, denn wir bestimmen, welche Orte wir bei der Demo besuchen wollen.

    Wir sind solidarisch mit dem Kampf um die Gisi und haben deshalb diesen Ort der Selbstverwaltung besucht. Doch der Kampf um die Gisi weist weit darüber hinaus. So steht dieser Kampf doch exemplarisch für eine Bewegung von unten und für den Bruch mit den herrschenden Verhältnissen. Auf einem grossen Transparent prangte «Lokal und Global: Gemeinsam gegen Krieg, Vertreibung und Kapitalismus».

    Auf der Kreuzung der Technikumstrasse sind die beiden Teile der Demo wieder zusammengetroffen. Gemeinsam wurde dort der Kapitalismus, die Barbarei und alle anderen Dinge, die uns unterdrücken und spalten, symbolisch verbrannt. Aus der Asche hervor erschien ein glühender roter Stern, der eine Perspektive fernab von Unterdrückung und Ausbeutung weisen soll.

    Wir werden uns auch nicht in Zukunft von den Bullen vorschreiben lassen, wo wir uns zu bewegen haben. Dieser kämpferische Tag hat uns gezeigt, dass wir vereint und gestärkt unseren Willen durchsetzen können. Organisieren wir uns, denn nur gemeinsam sind wir stark.

    Antikapitalistisches Bündnis Winterthur, 1. Mai 2026

    Kommt zur Veranstaltung, die das Antikapitalistische Bündnis organisiert: