Häuservernetzung Winterthur

Wohnraum verteidigen!

  • Communiqué zur aktuellen Entwicklung im Kampf um die Gisi in Winterthur                                                            

    Liebe Freund:innen und Solidarische

    Die Lage ist ernst. Unter dem Vorwand des Brandschutzes droht die Terresta AG den Bewohnenden der Gisi ab August mit Räumung und Repression.

    Angedrohte Räumung

    Die Gisi, die General-Guisan-Strasse 31, das älteste besetzte Haus von Winterthur, seit 1997 selbstverwaltet, ist akut räumungsbedroht. Viele kennen von der Gisi vor allem den Kulturraum im Erdgeschoss, die Subcultura, in dem Konzerte und Veranstaltungen stattfinden. In den oberen drei Stockwerken leben zudem viele Menschen, die das Haus mit viel Aufwand und Engagement seit vielen Jahren beleben und instand halten.

    Die Eigentümerin, die steuerbefreite Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG), will das Haus für 5 Millionen Franken totalsanieren und teuer vermieten. Um ihr Vorhaben durchzusetzen, müssen sie die Besetzer:innen loswerden. Um dies zu erreichen, schrecken sie nicht davor zurück, sich die Tragödie von Crans-Montana zu Nutze zu machen.

    Die Immobilienverwaltung der SKKG, die Terresta AG, hat den Bewohner:innen der Gisi am 20. Mai 2026 mitgeteilt, dass sie das Haus ab 1. Juni 2026 nicht mehr bewohnen dürfen und droht ab Ende Juli mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch, da angeblich gewisse feuerpolizeilichen Auflagen nicht erfüllt würden. Die Begründung dieser Drohung ist fadenscheinig, die genannten Auflagen sind längst erfüllt.

    Brandschutz als Vorwand

    Bei einer feuerpolizeilichen Kontrolle des Kulturraums im Februar 2026 wurden verschiedene Auflagen gemacht. Darunter, dass sich aktuell nicht mehr als 20 Personen im Kulturraum aufhalten dürfen. Die Terresta AG forderte uns zudem dazu auf, eine Person zu nennen, welche für die Einhaltung der feuerpolizeilichen Auflagen verantwortlich ist.

    Alle Auflagen wurden erfüllt, eine verantwortliche Person wurde genannt und seither finden keine Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen im Kulturraum statt. Dies wurde gegenüber der Terresta AG mehrfach schriftlich bestätigt.

    Die Bewohner:innen und der Kulturbetrieb haben selbstverständlich ein grosses Interesse an der Sicherheit in ihren Räumen. So haben sie in den vergangenen Jahren immer mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet und allfällige Mängel mit grossem Aufwand und aus eigener Tasche behoben.
    Die Argumentation, dass es keine Sicherheit gebe, dass die feuerpolizeilichen Auflagen erfüllt werden, ist also eine glatte Lüge.

    Dass die SKKG unter dem Vorwand des Brandschutzes versucht, die Bewohner:innen einzuschüchtern und zu kriminalisieren, um die Räumung der Gisi voranzutreiben, ist verwerflich. Die Tragödie von
    Crans-Montana wird instrumentalisiert, um ein unliebsames politisches Projekt unter Druck zu setzen. Wir glauben nicht, dass es der SKKG um den Schutz von Menschen geht. Während Jahrzehnten hat sie sich nicht um die Sicherheit der Bewohnenden ihrer Liegenschaften geschert. Wir sind deshalb überzeugt, dass die SKKG den Brandschutz als Vorwand missbraucht, um die Räumung der Gisi und die Kriminalisierung der Bewohner:innen zu legitimieren.

    Keine Baubewilligung und hängiger Prozess

    Besonders stossend ist das Vorgehen der SKKG, weil die Bewohnenden auf Vorrat auf die Strasse gestellt werden sollen. Denn für die Sanierung gibt es noch keine Baubewilligung, zudem läuft noch ein mietrechtliches Verfahren: Für den Kulturraum im Erdgeschoss besteht seit langer Zeit ein
    Mietverhältnis. Dieses wurde von der SKKG im letzten Jahr gekündigt. Diese Kündigung wurde angefochten, aktuell ist der Entscheid am Mietgericht hängig. Sowohl der juristische Prozess, wie auch das Baubewilligungsverfahren können sich noch monatelang hinziehen.

    Die Stadt schweigt

    Während sich die Situation der Gisi als wichtiger Wohn- und Kulturraum zuspitzt, schweigt die Stadt Winterthur. Weder auf die Gisi-bleibt-Petition, mit mehr als 5000 Unterschriften, noch auf den offenen Brief, welcher von über 60 Organisationen unterzeichnet wurde, haben die Verantwortlichen bisher reagiert. Auf Nachfrage hat uns die Stadtverwaltung mitgeteilt, es sei innerhalb von sechs Monaten mit einer Antwort zu rechnen.

    Derweil geht die Stadt mit Repression gegen die beiden Wagenplätze Frostschutz und Mumpitz vor. Trotz der abgelehnten Abstimmung zur Aufwertung des Campingplatzes am Rosenberg, muss der Wagenplatz Frostschutz in absehbarer Zeit einer Zufahrtsstrasse weichen. Die Bewohnenden des Wagenplatz Mumpitz werden von der Stadt mit Strafverfahren eingedeckt. In Winterthur werden also alternative Wohnformen und politische Projekte angegriffen. In kürzester Zeit soll viel günstiger Wohnraum zerstört werden – und das mitten in einer akuten Wohnkrise!

    Eine andere Stadt ist möglich

    Die selbstverwalteten Häuser und Wagenplätze von Winterthur sind Teil eines vielfältigen Netzwerks selbstorganisierter Häuser, Räume und Betriebe. Sie sind Teil der Kultur und Geschichte dieser Stadt. Sie sind dringend benötigter günstiger Wohn- und Kulturraum für viele. Sie, und
    insbesondere die Gisi, sind für uns aus der Stadt nicht wegzudenken.

    Diese Orte sind wichtig, weil sie es möglich machen, Perspektiven jenseits der kapitalistischen Logik aufzubauen. Sie bieten Wohnraum für Leute mit wenig Geld. Sie werden dem profitorientierten Wohnungsmarkt entzogen und für emanzipatorische Projekte geöffnet. An diesen Orten werden Menschen politisiert und fortschrittliche Ideen diskutiert, gelebt und weitergegeben.

    Der Kampf geht weiter

    Selbstverwaltete Räume werden durch die kapitalistische Stadtaufwertung immer wieder angegriffen. Denn in der Krise des Kapitalismus bietet der Immobilienmarkt zunehmend attraktive
    Anlagemöglichkeiten. Deshalb werden Besetzungen oft auch unter fadenscheinigen Vorwänden geräumt. Lassen wir uns nicht täuschen! Die Sicherheit der Veranstaltungsbesucher:innen des Kulturraums ist nicht das eigentliche Anliegen der Terresta AG. Sie missbraucht die feuerpolizeilichen Auflagen, um die Bewohner:innen der Gisi auf die Strasse zu stellen.

    Die Bewohner:innen der Gisi und das Subcultura-Kollektiv haben in der Vergangenheit mit der Feuerpolizei zusammengearbeitet, haben allfällige Mängel jeweils behoben und können das auch in Zukunft tun.

    Doch dafür brauchen wir eine Zukunft!

    Wir sind weiterhin bereit mit der SKKG über den Erhalt der Gisi zu verhandeln.

    Egal, was kommt: Wir geben die Gisi nicht kampflos auf!

    Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen fest auf eure Solidarität und Unterstützung.

    Schaut auf unserer Homepage vorbei oder/und folgt uns auf Instagram.

    Solidarische Grüsse

    Häuservernetzung Winterthur, 17. Juni 2026

    wohnraumverteidigen.org

    @haeuservernetzung

  • Pressecommuniqué Kollektiv Frostschutz

    Die Stimmbevölkerung hat entschieden.
    Mit dem Nein zum Neubau des Campingplatzes, diesem völlig überrissenen und
    unsozialen Projekt, wurde ein klares Zeichen gegen die Vertreibung und der Auflösung
    der Nachbarschaft am Schützenweiher gesetzt. Nun liegt es auf der Hand, dass die
    Stadt ihren konfrontativen, undemokratischen Kurs beiseitelegt und mit den betroffenen
    Bewohner:innen an den runden Tisch sitzt.

    Dieses Nein zur Überbauung Schützenweiher bedeutet, dass die Einwohner:innen
    erkannten, wie wichtig es für eine Stadt mit der Grösse Winterthurs ist, alternative
    Wohnformen aus der Grauzone zu hieven und zu legalisieren. Auch dem Stadtrat muss
    klar geworden sein, dass wir da sind und dableiben.
    Denn: Auch wir sind Winterthur.

    Dieses Nein bedeutet, dass auch die Pläne der Strassenverlegung überarbeitet werden
    müssen, denn ohne die Verlegung des Campingplatzes besteht keine Dringlichkeit auf
    der von uns bewohnten Fläche einen asphaltierten Parkplatz zu errichten. Ohne
    grösseren Campingplatz fehlt jegliche Legitimation, unser schönes Kleinod zu
    verschandeln. In einem Naherholungsgebiet soll der Individualverkehr reduziert und
    nicht ausgebaut werden. Schon heute verkehren drei Buslinien auf den Rosenberg. Auch
    unsere Jenischen Nachbar:innen sollen, dank diesem Nein, auf ihrer Parzelle bleiben
    können, da die Fläche zukünftig nicht vom TCS beansprucht wird.

    Sämtliche Bemühungen unsererseits in den letzten Jahren, den Wagenplatz Frostschutz
    zu legalisieren, blockte die Stadt ab. Schon vor elf Jahren ging Yvonne Beutler nicht auf
    unsere Angebote ein. Heute stellt sich Kaspar Bopp taub, wenn wir eine Pacht oder
    Miete anbieten. Immer wieder wurden wir vertröstet. Zuletzt, auf die Zeit nach der
    Abstimmung. Verstrichene Monate und Jahre, die konstruktiv hätten genutzt werden
    können.

    Andere Städte zeigen, dass diese Lebensform in unterschiedlichsten Zonen möglich ist,
    sofern der politische Wille vorhanden ist.

    Wir werden unser geliebtes Zuhause auf keinen Fall zurücklassen. Nicht, bis eine
    gleichwertige Anschlusslösung gefunden ist, die unseren Bedürfnissen entspricht. Nicht
    vor dem effektiven Baubeginn.

    Ein grosser Dank gilt den unterstützenden Personen, die uns in den letzten Monaten auf
    eindrückliche Weise den Rücken gestärkt und uns solidarisch unterstützt haben. Sie
    erkannten, wer wir sind und was wir wollen.

    Kollektiv Frostschutz, 17.6.2026

  • Medienmitteilung zur 1. Mai-Demo in Winterthur

    Communiqué des Antikapitalistischen Bündnis Winterthur:
    Revolutionärer Block an der 1. Mai Demo in Winterthur

    An diesem 1. Mai, dem international Kampftag der Arbeiter:innenklasse, nahmen wir uns mit rund 800 Leute die Strassen von Winterthur. Unter der Parole «Internationale Solidarität statt Krieg und Vertreibung», schloss sich ein grosser Teil dem revolutionären Block an. Denn in den Kriegen dieser Welt hat die Arbeiter:innen-Klasse nichts zu gewinnen.

    Nach der gemeinsamen Besammlung auf den Neumarkt, haben wir selbstbestimmt die Route erweitert. Die von den Bullen zusammengestutzte Route war für uns keine Option, denn wir bestimmen, welche Orte wir bei der Demo besuchen wollen.

    Wir sind solidarisch mit dem Kampf um die Gisi und haben deshalb diesen Ort der Selbstverwaltung besucht. Doch der Kampf um die Gisi weist weit darüber hinaus. So steht dieser Kampf doch exemplarisch für eine Bewegung von unten und für den Bruch mit den herrschenden Verhältnissen. Auf einem grossen Transparent prangte «Lokal und Global: Gemeinsam gegen Krieg, Vertreibung und Kapitalismus».

    Auf der Kreuzung der Technikumstrasse sind die beiden Teile der Demo wieder zusammengetroffen. Gemeinsam wurde dort der Kapitalismus, die Barbarei und alle anderen Dinge, die uns unterdrücken und spalten, symbolisch verbrannt. Aus der Asche hervor erschien ein glühender roter Stern, der eine Perspektive fernab von Unterdrückung und Ausbeutung weisen soll.

    Wir werden uns auch nicht in Zukunft von den Bullen vorschreiben lassen, wo wir uns zu bewegen haben. Dieser kämpferische Tag hat uns gezeigt, dass wir vereint und gestärkt unseren Willen durchsetzen können. Organisieren wir uns, denn nur gemeinsam sind wir stark.

    Antikapitalistisches Bündnis Winterthur, 1. Mai 2026

    Kommt zur Veranstaltung, die das Antikapitalistische Bündnis organisiert:

  • Was seither geschah…

    Am 12. März haben wir die über 5100 Unterschriften der Campax-Petition für den Erhalt der Gisi – einem der ältesten besetzten Häuser der Schweiz und über 60 Unterzeichnungen von Organisationen des offenen Briefes für den Erhalt aller selbstverwalteten Häuser und Wagenplätze in Winterthur den Verantwortlichen übergeben.

    Die SKKG war schnell und schickte uns eine nichtssagende Antwort. Sie verweigern nach wie vor jegliche Verhandlungen.

    Die Stadt Winterthur schweigt bisher zu unseren Schreiben.

    Wir haben auf das Schreiben der SKKG geantwortet. Unsere Antwort findet ihr hier.

    Seither warten wir auf eine ernstzunehmende Antwort, die tatsächlich auf die Forderungen von über 5100 Leuten und über 60 Organisationen eingeht.

    Gisi bleibt! Wir bleiben alle!

  • Communique zur Platz-Küfa

    Am 27. März trafen wir uns im Rahmen der internationalen Housing Action Days in der Steinberggasse für eine Platz-Vokü.

    Mit dieser Aktion haben wir auf die grassierende Wohnungsnot in Winterthur aufmerksam gemacht. Trotz kaltem und regnerischem Wetter, waren wir um die 50 Personen.

    Die Redebeiträge informierten unter anderem über die akut räumungsbedrohte Gisi  an der General-Guisan-Strasse 31, welche die SKKG noch dieses Frühjahr polizeilich räumen lassen will-trotz einer Petition mit über 5000 Unterschriften und einem offenen Brief, der von 60 Organisationen unterschrieben wurde. Die Bewohner:innen und die Nutzer:innen des Kulturraums sollen auf die Strasse gestellt werden. Den Häusern an der Zürcherstrasse 117 und der Schaffhauserstrasse 62 droht ein ähnliches Schicksal. Wir werden der Zerstörung von günstigem Wohn- und Kulturraum nicht tatenlos zusehen und sind nach wie vor bereit mit der SKKG über die Häuser zu verhandeln.

    In einem anderen Redebeitrag wurde zum revolutionären 1. Mai aufgerufen. Unter der Parole Internationale Solidarität statt Krieg und Vertreibung ruft das antikapitalistische Bündnis dazu auf, sich auch dieses Jahr die Strasse zu nehmen.

    Ebenfalls gab es einen Redebeitrag zum andauernden Arbeitskampf der Busfahrer:innen von Stadtbus Winterthur, welche nach wie vor für gerechtere Arbeitsbedingungen kämpfen. Wir stellen uns solidarisch an ihre Seite und wünschen ihnen Kraft und Entschlossenheit für die kommenden Verhandlungen.

    Alle zusammen heraus zum 1. Mai, 10:30 Uhr, Steinberggasse.
    Und danach, alle zusammen an die grosse Wohndemo in Zürich,
    am Samstag,  30. Mai

  • Stellungnahme der Häuservernetzung Winterthur zum «Landbote»-Artikel vom 14. März 2026

    Am 13. März 2026 veröffentlichte der «Tages-Anzeiger» zunächst online und einen Tag später gedruckt im «Landboten» (14. März 2026, Seite 1 und 6) einen vom Leiter der Stadtredaktion Till Hirsekorn geschriebenen Artikel.

    Der Grund für den Artikel: Über 5000 Personen haben unsere Petition und über 60 Organisationen unseren offenen Brief gegen die von der Immo-Stiftung SKKG beabsichtige gewaltsame Räumung der selbstverwalteten General-Guisan-Strasse 31 und den anderen Häusern und Wagenplätze unterschrieben.

    Der «Landbote»-Artikel enthält derart viele Fehler, Auslassungen und Unterstellungen, dass wir folgende Stellungnahme für notwendig erachten.

    1. Der Titel auf der Frontseite des «Landboten» vom 14. März 2026 lautet nicht: «Über 5000 Unterschriften gegen die Räumung der Gisi». Die Zeitung titelt stattdessen: «Feuerpolizei verbietet Partys im besetzten Haus Gisi». Nur: Das stimmt nicht. Korrekt ist: Die Feuerpolizei hat keine Veranstaltungen verboten. Sie hat lediglich die Anzahl der Personen, die sich im Erdgeschoss der General-Guisan-Strasse 31 aufhalten dürfen, auf 20 beschränkt, solange keine zusätzlichen Massnahmen getroffen werden.
    2. Hirsekorn behauptet, die Feuerpolizei habe unangemeldet die General-Guisan-Strasse 31 kontrolliert. Das stimmt nicht. Korrekt ist: Sie hatte zuvor einen Termin vereinbart.
    3. Hirsekorn behauptet, aufgrund der Kontrolle durch die Feuerpolizei finde regelmässige Gisi-Bar im Sommer nicht statt. Das stimmt nicht. Korrekt ist: Seit Sommer 2024, also bald zwei Jahren, findet die Gisi-Bar nicht mehr statt – so steht es auf der Homepage. Mit der Feuerpolizei hat das nichts zu tun.
    4. Hirsekorn behauptet, im Bericht der Feuerpolizei stehe, die bei der General-Guisan-Strasse 31 bestehenden Mängel betreffend Brandschutz seien nur durch eine Totalsanierung behebbar. Das stimmt nicht. Korrekt ist: Im Bericht findet sich die Aussage, eine Totalsanierung sei dafür nötig, nicht.
    5. Hirsekorn behauptet, die Kontrolle der Feuerpolizei sei im Nachgang der Brandkatastrophe von Crans-Montanta erfolgt. Das ist irreführend. Denn Hirsekorn verschweigt, dass sich die SKKG und ihre Verwaltungsfirma Terresta in den letzten 29 Jahren nie für die Sicherheit der Bewohner:innen und Benutzer:innen des Wohn- und Kulturhauses an der General-Guisan-Strasse 31 interessiert hat.

    Wieso das plötzliche Interesse? Aus einem einfachen Grund: Die SKKG benutzt – pietätlos, wie wir finden -, die Brandkatastrophe von Crans-Montana mit ihren zahlreichen Toten als Vorwand, die Räumung der Liegenschaft zu rechtfertigen. Immer wieder zaubert die SKKG neue Gründe aus dem Ärmel, weshalb eine Nutzung der General-Guisan-Strasse 31 im Baurecht angeblich nicht möglich sein soll. Mal ist es die Statik, mal der Brandschutz, dann die Lärmemissionen, oder – ganz neu – der Denkmalschutz. Das sind Themen, die den Bewohner:innen und Benutzer:innen der Gisi selbstverständlich am Herzen liegen. Bei einer langfristig sichergestellte Nutzung können sämtliche Anforderungen, auch jene der Feuerpolizei, problemlos erfüllt werden.

    Um bestehende Probleme mit der Liegenschaft zu lösen, braucht es keine Räumung. Die von der SKKG vorgebrachten Gründe sind vorgeschoben. Die Immo-Stiftung möchte inmitten der grossen Wohnkrise die General-Guisan-Strasse 31 mit fünf Millionen Franken luxussanieren, um hohe Mieterträge zu erzielen. Dafür – und nur dafür – sollen die Bewohner:innen und Benutzer:innen auf die Strasse gesetzt werden.

    1. Hirsekorn behauptet, die General-Guisan-Strasse 31 sei vor 26 Jahren, also 2000, besetzt worden. Das stimmt nicht. Korrekt ist: Die Besetzung fand vor 29 Jahren, im Januar 1997, statt. Seither ist die Gisi ein vom Eigentümer geduldeter und von vielen Leuten geliebter und benötigter günstiger Wohn- und Kulturraum.
    2. Hirsekorn behauptet, 50 Personen hätten am 12. März 2026 am SKKG-Sitz eine Petition und einen offenen Brief für den Erhalt der selbstverwalteten Stefanini-Häuser übergeben und seien nach 20 Minuten abgezogen. Das stimmt nicht. Korrekt ist: Wir waren 80 Personen und blieben 45 Minuten im Foyer des Sulzer-Hochhauses, weil wir auf die SKKG-Direktorin Bettina Stefanini und den SKKG-Präsidenten Thomas Meier warteten. Die beiden weigerten sich allerdings, die Petition und den Brief anzunehmen.
    3. Hirsekorn schreibt, der Werbechef der Terresta Ariel Leuenberger habe ihm mittgeteilt, Bettina Stefanini könne die Petition deshalb nicht annehmen, weil die Polizei ihr davon abgeraten habe. Es sei zu gefährlich. Indem er diese lächerliche Behauptung kommentarlos abdruckt, übernimmt der «Landbote» nicht nur das Narrativ der Werbeabteilung der Terresta. Er macht zugleich Stimmung gegen unseren legitimen Protest. Auf unsere Einladung hin war Hirsekorn vor Ort und weiss: Zu keinem Zeitpunkt bestand für irgend jemanden eine Gefahr. Deshalb gab es auch kein Polizeiaufgebot; es war keines nötig. Bloss zwei Protectas-Angestellte standen gelangweilt herum (von denen der eine sexistisch ausfällig wurde).

    So viele Fehler, Auslassungen und Unterstellungen in einem einzigen Artikel.

    Wir fragen uns: weshalb?

    Weshalb macht der «Landbote» und der Leiter der Stadtredaktion Till Hirsekorn Stimmung gegen Betroffene, die sich für den Erhalt des günstigen Wohn- und Kulturraums in Winterthur einsetzen?

    Häuservernetzung Winterthur

    1. März 2026
  • Medienmitteilung zur Übergabe der Petition und des offenen Briefes an die SKKG und den Stadtrat Winterthur vom 12.03.2026

    Heute Donnerstag 12.3.2026 versammelten wir uns um 14 Uhr mit über 80 Personen vor dem Sulzer-Hochhaus, dem Sitz der steuerbefreiten, milliardenschweren Immo-Stiftung SKKG.

    Wir überbrachten der SKKG eine Campax-Petition mit über 5000 Unterschriften und einem von über 60 Organisationen unterzeichneten offenen Brief. Die Petition und der Brief fordert den Erhalt mehrerer Stefanini-Häuser und der Wagenplätze in Winterthur, die in absehbarer Zeit geräumt werden sollen.

    Eigentlich wollten wir die Unterschriften und den offenen Brief der SKKG-Direktorin Bettina Stefanini und dem Präsident des SKKG-Stiftungsrats Thomas Meier übergeben. Das haben wir der SKKG frühzeitig mitgeteilt. Doch Stefanini und Meier machten, was sie immer tun: Sie weigerten sich. Sie schickten stattdessen den Werbechef der Verwaltungsfirma Terresta, Ariel Leuenberger. Dieser wiederum weigerte sich, Stefanini oder Meier anzurufen. Darum blieben wir lautstark während gut 45 Minuten im Foyer des Sulzer-Hochhauses mit Musik, Kaffee, Reden, Transparenten und Gesang. «Die Stimmung war sehr kämpferisch und stabil», sagte Sandra, eine der von der Räumung bedrohten Anwesenden.

    Der nächste Stop war der «Superblock» an der Zürcherstrasse, dem Sitz der Stadtverwaltung. Denn die Stadt Winterthur ist mit ihrer neoliberalen Wohnpolitik Teil des Problems. Der Stadtrat hat vor, die Wagenplätze in Töss und am Schützenweiher zu räumen. Sie weigert sich, mit den betroffenen Bewohner:innen eine Lösung zu finden. Die unsoziale Politik des Stadtrats zeigt sich auch in der geplanten Vertreibung der über 40 Dauercamper:innen des Campingplatzes am Schützenweiher, wo stattdessen die Autolobby TCS ein 4-Stern-Glamping betreiben soll. Schliesslich wird der Stadtrat zum Handlanger der SKKG, wenn er die angekündigten Räumungen polizeilich durchsetzen will. Der Stadtrat macht sich damit mitverantwortlich bei der Vertreibung vieler Leute und der Zerstörung von günstigem Wohnraum.

    Der zuständige SP-Stadtrat Kaspar Bopp hatte nicht die Grösse, die Unterschriften und den offenen Brief entgegenzunehmen. Damit macht er sich unglaubwürdig, weil er doch stets behauptet, er setze sich für den Erhalt von günstigem Wohnraum ein. «Offensichtlich sind wir ihm als Betroffene der städtischen Vertreibungspolitik egal», so Egon, ein Bewohner des Wagenplatz Mumpitz. Wir übergaben die Unterschriften und den Brief dem Stadtschreiber.

    Wir zogen danach als Spontandemo mit Transparenten, Musik und Parolen weiter: über den Hauptbahnhof durch die Marktgasse bis zur Steinberggasse,der Wohnadresse der Millionenerbin und SKKG-Direktorin Bettina Stefanini. Wir versuchten ein weiteres Mal,ihr die Petition zu übergeben. Leider vergeblich. Unterwegs informierten wir über den Grund unserer Demo. Wir solidarisierten uns mit allen von der Wohnkrise Betroffenen und mit den kämpfenden Busfahrer:innen von Stadtbus Winterthur.

    Das Ziel der Petition ebenso wie des offenen Briefes an die SKKG und den Stadtrat besteht darin, die Verantwortlichen der Zerstörung von günstigen Wohnraum und der Vertreibung von Leuten mit wenig Geld zu konfrontieren. Wir fordern sie zu ernsthaften Verhandlungen mit den Betroffenen auf.

    Seit mehreren Jahren kämpfen wir um den Erhalt der selbstverwalteten Stefanini-Häuser und der Wagenplätze in Winterthur. Diese Orte sind günstiger, selbstverwalteter Wohnraum und unkommerzieller, linker Kultur- und Versammlungsraum für sehr viele Leute. Sie sind Teil der Kultur und Geschichte dieser Stadt. Die Räumungs- und Abrisspläne der SKKG und des Stadtrats treffen viele Leute in ihrer Existenz. Und dies mitten in der schwersten Wohnkrise seit Jahrzehnten.

    Die Verantwortlichen bei SKKG und der Stadt haben auf unsere konstruktiven Vorschläge und Verhandlungsangebote nicht reagiert. Sie haben – trotz einem laufenden juristischen Verfahren – die polizeiliche Räumung der Gisi, dem ältesten besetzten Haus der Schweiz an der General-Guisanstrasse 31, auf Frühjahr 2026 angekündigt. Zwei weitere Stefanini-Häuser sollen 2027 polizeilich geräumt werden. Dagegen wehren wir uns mit allen Mitteln.

    Wir erwarten eine öffentliche Stellungnahme der SKKG und des Stadtrats zur Petition und dem offenen Brief innerhalb eines Monats. Egal, wie diese ausfällt: Wir werden die Häuser und Plätze nicht kampflos hergeben! Wir werden nicht tatenlos der Zerstörung unserer Zuhause zusehen.

    Die über 5000 Unterschriften von Einzelpersonen und von über 60 Organisationen zeigen, dass sich sehr viele mit unserem Kampf solidarisieren. Sie zeigen, dass diese Räume für viele wichtig sind.

    Wir danken allen, die sich an der Übergabe heute beteiligt haben und allen Unterzeichnenden. Eure Solidarität bedeutet uns sehr viel. Wir zählen auf Euch für die folgenden Mobilisierungen gegen Wohnungsnot, Räumungen und Vertreibung. Haltet die Augen und Ohren offen.

    Wir bleiben alle!
    Häuservernetzung Winterthur
    12.3.2026

    Campax-Petition: act.campax.org/petitions/gisi-bleibt-fur-den-erhalt-des-selbstverwalteten-wohn-und-kulturraums-in-winterthur
    Offener Brief: wohnraumverteidigen.org/offenerbrief/

  • 20.12. 14:00 Uhr: Alle an die grosse Demo „Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum“ Hauptbahnhof Winterthur

    Medienmitteilung zur Gisi bleibt-Demonstration

    Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum! Demonstration 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur

    Nach der Wohndemo vom 2. November 2024 gehen wir wieder gegen die Wohnkrise in Winterthur auf die Strasse. Dieses Mal richtet sich die Demonstration auch spezifisch gegen die akute Räumungsdrohung der Stefanini-Stiftung (SKKG) gegen einen der ältesten besetzten Wohn- und Kulturräume der Schweiz, der Gisi.

    Wir wehren uns gegen die Zerstörung von günstigem Wohn- und unkommerziellem Kulturraum, gegen explodierende Mieten, gegen Abrisswahn und Luxussanierungen, gegen die städtische Politik, die nur auf die Interessen der Reichen abzielt, während Leute ohne Geld keinen Platz mehr haben sollen in dieser Stadt.

    Wir sind viele, die von Wohnungsnot, Gentrifizierung, überteuerten Mieten, Kündigungen und Räumungen betroffen sind. Es sind nur wenige, die sich auf unsere Kosten massiv bereichern und aus den Mieten und dem Boden ihre Profite pressen. Wir brauchen die Besitzenden nicht, Selbstverwaltung und Vergesellschaftung ist die einzige Antwort auf die Wohnkrise.

    Wir tragen unsere Anliegen kreativ, laut und kämpferisch auf die Strassen und wollen, dass alle an die Wohndemo kommen können – jüngere und ältere, Familien mit Kindern, Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen und Velo. Zusammen sind wir viele! Zusammen sind wir stark!

    Bringt Transpis, Fahnen, Schilder und Trompeten! Kommen wir zusammen im Protest gegen die anhaltende Wohnkrise! Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum!

    Antikapitalistisches Bündnis Winterthur, Dezember 2025


    Aufruf zur Demonstration vom 20.12.:

    Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum!
    Kommt alle zur Demo am 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur

    Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, will die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG die Gisi (General-Guisan-Str. 31, Winterthur), das vermutlich ältestes besetzte Wohn- und Kulturhaus der Schweiz, im Februar 2026 räumen lassen.

    Alle Verhandlungsversuche, das Haus dauerhaft selbstverwaltet und unkommerziell weiter zu bewohnen und zu beleben, sind am Unwillen der Stiftung gescheitert.

    Ausgerechnet die SKKG, die sich Kunst, Kultur und Geschichte auf die Fahne schreibt, will genau dies zerstören:

    Denn in der Gisi haben in den letzten 28 Jahren unzählige Künstler*innen mit Konzerten, Workshops und Veranstaltungen für eine künstlerische Vielfalt gesorgt.
    Über die Jahrzehnte haben auch sehr viele Leute in der Gisi gewohnt oder konnten vorübergehend unterkommen. Die Gisi bedeutet günstigen kollektiven Wohnraum für viele, die wenig haben.

    Es entstand eine Kultur mit einem kritischen Umgang gegenüber unterdrückerischen Mechanismen, Profitlogik und gesellschaftlichen Zwängen.

    Damit schreiben wir nicht nur 28 Jahre Geschichte, sondern reihen uns ein in alle linken, emanzipatorischen Kämpfe der Vergangenheit und Zukunft.

    Offensichtlich verfolgt die SKKG also ein anderes Ziel. Sie möchte aus Ihren schweizweit 2200 Wohnungen noch mehr Profit erwirtschaften. Deshalb wollen sie jetzt auch aus der Gisi für 5 Millionen Franken einen schicken, profitablen Yuppietempel machen.

    Und die Stadt freuts: Denn die städtische Wohnpolitik ist ausschliesslich auf die Interessen der Reichen ausgerichtet, es herrscht Aufwertungswahn. Egal, ob in Töss, Hegi oder am Schützenweiher, überall sollen die Armen Platz machen (für Luxuswohnungen und Yuppie-Freiräume).

    Doch wir werden die angedrohte Räumung der Gisi nicht einfach so hinnehmen. Machen wir der SKKG und der Stadt deutlich, dass wir die Gisi verteidigen. Denn die Gisi zu räumen, ist ein Angriff auf uns alle. Auf uns, die immer einen grösseren Teil unseres Lohns für die Miete ausgeben müssen. Auf uns, die keine zahlbaren Wohnungen mehr finden können.

    Die Zerstörung von besetztem Wohn- und Kulturraum betrifft aber nicht nur die Bewohner:innen, sondern die ganze Stadt. Sind die selbstverwalteten Häuser einmal weg, steigen ringsherum die Mieten und die Vertreibung trifft die Nächsten.

    Unser Kampf endet nicht mit der Gisi oder den anderen räumungsbedrohten Häuser und Wagenplätze. Er geht über jedes einzelne Haus hinaus. Wir kämpfen gegen die kapitalistische Stadtaufwertung, gegen die skrupellose Bereicherung einiger weniger auf Kosten jener, die sowieso wenig haben und sich die immer höheren Mieten nicht leisten können.

    Gegen Aufwertung und Vertreibung – Wir bleiben alle!

    Gegen die Räumung der Gisi und den Erhalt von günstigem Wohnraum überall rufen wir euch alle auf, am Sa. 20.12.2025 um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof Winterthur an die grosse, vielfältige „Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum“-Demo zu kommen. Bringt Eure Freund:innen, Nachbar:innen, Arbeitskolleg:innen mit. Denn: Nur eine kleine Minderheit profitiert von der Wohnungsnot. Wir sind mehr!

    Leisten wir alle zusammen Widerstand gegen Vertreibung und Räumungen in allen Formen und Facetten, so vielseitig wie all die Menschen, die die Gisi in den letzten 28 Jahren bewohnt, belebt und besucht haben!

    Und bitte unterschreibt die Campax-Petition, die für den Erhalt der Gisi ins Leben gerufen wurde!

    ← 14.12. Kommt zur Infoveranstaltung im Post-Squat Zureich! Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum

    20.12. 14:00 Uhr: Alle an die grosse Demo „Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum“ Hauptbahnhof Winterthur

    Veröffentlicht am16.12.2025vonwohnraumverteidigen

    Medienmitteilung zur Gisi bleibt-Demonstration

    Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum! Demonstration 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur

    Nach der Wohndemo vom 2. November 2024 gehen wir wieder gegen die Wohnkrise in Winterthur auf die Strasse. Dieses Mal richtet sich die Demonstration auch spezifisch gegen die akute Räumungsdrohung der Stefanini-Stiftung (SKKG) gegen einen der ältesten besetzten Wohn- und Kulturräume der Schweiz, der Gisi.

    Wir wehren uns gegen die Zerstörung von günstigem Wohn- und unkommerziellem Kulturraum, gegen explodierende Mieten, gegen Abrisswahn und Luxussanierungen, gegen die städtische Politik, die nur auf die Interessen der Reichen abzielt, während Leute ohne Geld keinen Platz mehr haben sollen in dieser Stadt.

    Wir sind viele, die von Wohnungsnot, Gentrifizierung, überteuerten Mieten, Kündigungen und Räumungen betroffen sind. Es sind nur wenige, die sich auf unsere Kosten massiv bereichern und aus den Mieten und dem Boden ihre Profite pressen. Wir brauchen die Besitzenden nicht, Selbstverwaltung und Vergesellschaftung ist die einzige Antwort auf die Wohnkrise.

    Wir tragen unsere Anliegen kreativ, laut und kämpferisch auf die Strassen und wollen, dass alle an die Wohndemo kommen können – jüngere und ältere, Familien mit Kindern, Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen und Velo. Zusammen sind wir viele! Zusammen sind wir stark!

    Bringt Transpis, Fahnen, Schilder und Trompeten! Kommen wir zusammen im Protest gegen die anhaltende Wohnkrise! Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum!

    Antikapitalistisches Bündnis Winterthur, Dezember 2025


    Aufruf zur Demonstration vom 20.12.:

    Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum!
    Kommt alle zur Demo am 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur

    Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, will die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG die Gisi (General-Guisan-Str. 31, Winterthur), das vermutlich ältestes besetzte Wohn- und Kulturhaus der Schweiz, im Februar 2026 räumen lassen.

    Alle Verhandlungsversuche, das Haus dauerhaft selbstverwaltet und unkommerziell weiter zu bewohnen und zu beleben, sind am Unwillen der Stiftung gescheitert.

    Ausgerechnet die SKKG, die sich Kunst, Kultur und Geschichte auf die Fahne schreibt, will genau dies zerstören:

    Denn in der Gisi haben in den letzten 28 Jahren unzählige Künstler*innen mit Konzerten, Workshops und Veranstaltungen für eine künstlerische Vielfalt gesorgt.
    Über die Jahrzehnte haben auch sehr viele Leute in der Gisi gewohnt oder konnten vorübergehend unterkommen. Die Gisi bedeutet günstigen kollektiven Wohnraum für viele, die wenig haben.

    Es entstand eine Kultur mit einem kritischen Umgang gegenüber unterdrückerischen Mechanismen, Profitlogik und gesellschaftlichen Zwängen.

    Damit schreiben wir nicht nur 28 Jahre Geschichte, sondern reihen uns ein in alle linken, emanzipatorischen Kämpfe der Vergangenheit und Zukunft.

    Offensichtlich verfolgt die SKKG also ein anderes Ziel. Sie möchte aus Ihren schweizweit 2200 Wohnungen noch mehr Profit erwirtschaften. Deshalb wollen sie jetzt auch aus der Gisi für 5 Millionen Franken einen schicken, profitablen Yuppietempel machen.

    Und die Stadt freuts: Denn die städtische Wohnpolitik ist ausschliesslich auf die Interessen der Reichen ausgerichtet, es herrscht Aufwertungswahn. Egal, ob in Töss, Hegi oder am Schützenweiher, überall sollen die Armen Platz machen (für Luxuswohnungen und Yuppie-Freiräume).

    Doch wir werden die angedrohte Räumung der Gisi nicht einfach so hinnehmen. Machen wir der SKKG und der Stadt deutlich, dass wir die Gisi verteidigen. Denn die Gisi zu räumen, ist ein Angriff auf uns alle. Auf uns, die immer einen grösseren Teil unseres Lohns für die Miete ausgeben müssen. Auf uns, die keine zahlbaren Wohnungen mehr finden können.

    Die Zerstörung von besetztem Wohn- und Kulturraum betrifft aber nicht nur die Bewohner:innen, sondern die ganze Stadt. Sind die selbstverwalteten Häuser einmal weg, steigen ringsherum die Mieten und die Vertreibung trifft die Nächsten.

    Unser Kampf endet nicht mit der Gisi oder den anderen räumungsbedrohten Häuser und Wagenplätze. Er geht über jedes einzelne Haus hinaus. Wir kämpfen gegen die kapitalistische Stadtaufwertung, gegen die skrupellose Bereicherung einiger weniger auf Kosten jener, die sowieso wenig haben und sich die immer höheren Mieten nicht leisten können.

    Gegen Aufwertung und Vertreibung – Wir bleiben alle!

    Gegen die Räumung der Gisi und den Erhalt von günstigem Wohnraum überall rufen wir euch alle auf, am Sa. 20.12.2025 um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof Winterthur an die grosse, vielfältige „Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum“-Demo zu kommen. Bringt Eure Freund:innen, Nachbar:innen, Arbeitskolleg:innen mit. Denn: Nur eine kleine Minderheit profitiert von der Wohnungsnot. Wir sind mehr!

    Leisten wir alle zusammen Widerstand gegen Vertreibung und Räumungen in allen Formen und Facetten, so vielseitig wie all die Menschen, die die Gisi in den letzten 28 Jahren bewohnt, belebt und besucht haben!

    Und bitte unterschreibt die Campax-Petition, die für den Erhalt der Gisi ins Leben gerufen wurde!

    Wer noch mehr Inspiration braucht:

    ***

    Kommt ans OAT am 19.12.2025:

    Meldet euch auf Instagram via DM oder per E-Mail an oat-winterthur@immerda.ch um den Veranstaltungsort zu erfahren.

    ***

    Wer noch mehr Inspiration braucht:

    Arte Tracks mit stabilem Beitrag zur Gisi:
    https://www.youtube.com/watch?v=5l07JYR9WtU

    Ein solidarischer Coucou-Artikel zur Gisi:
    https://www.coucoumagazin.ch/de/magazin/hintergrund/921285/Was-bleibt-wenn-die-Gisi-bleibt.html

    Ein inspirierender WoZ-Artikel zur Gisi:
    https://www.woz.ch/2534/gisi-in-gefahr/bock-haben-etwas-reissen-alles-in-eigenregie/!6BVPMNQTN0D4

    Musik & Kreatives von der letzten Räumungsandrohung:
    https://gisibleibt.bandcamp.com/

    youtube.com/watch?v=Z8TxBAJZDWc

    Aktuelles findet ihr hier:

    https://wohnraumverteidigen.org/
    https://www.ggs31.arachnia.ch/
    https://www.subculturalebt.com/
    https://igbbsl.wordpress.com/

    instagram.com/akabwinti/

    instagram.com/haeuservernetzung/

    *** Wir bleiben alle! ***

  • Stellungnahme der Häuservernetzung Winterthur vom 24.08.2025

    Im August 2025 erhielten wir – vier in der Häuservernetzung Winterthur organisierte, selbstverwaltete Stefanini-Häuser – Post von der Terresta, der Immobilienverwaltung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG.

    Die Terresta verlangt noch im September 2025 Zutritt zu den Häusern. Sie möchte mit unternehmenseigenen Leuten eine «sicherheitsrelevante Zustandsanalyse» vornehmen. Angeblich sei ihr der Zustand der Liegenschaften unbekannt.

    Das stimmt nicht: Die SKKG hat bereits 2019 in allen angeschriebenen Häusern Begehungen mit Fachpersonen der Terresta durchgeführt und dabei die Bewohnbarkeit bestätigt.

    Unsere Ofenheizungen werden jährlich überprüft. Der Sicherheitsnachweis der Elektroinstallationen wurde durchgeführt bzw. ist auf Anfang September 2025 vorgesehen.

    Weshalb erneut Begehungen?

    Die SKKG hat bei drei der vier angeschriebenen Häuser ab nächstem Jahr Räumungen angekündigt. Sie plant hier lukrative Bauprojekte, um die Rendite zu steigern.

    Sollen nun die drei von uns seit Jahrzehnten unfallfrei bewohnten und auf eigene Kosten unterhaltenen Häuser (das älteste seit 1997, das jüngste seit 2004) unter dem Vorwand mangelnder Sicherheit vorzeitig geräumt werden? Oder sollen angebliche Sicherheitsmängel der öffentlichen Legitmierung der Räumungen dienen?

    In all den Jahren interessierte sich weder der ehemalige Eigentümer Bruno Stefanini noch die SKKG allzu sehr für die Sicherheit in diesen Häusern.

    Wir sind selbstverständlich bereit, nötige sicherheitsrelevante Anpassungen vorzunehmen und Mängel zu beheben, so sie denn bestehen – immerhin leben wir ja in diesen Häusern.

    Wir sind allerdings nicht bereit, uns unter vorgeschobenen Gründen kurz vor dem Winter auf die Strasse stellen zu lassen.

    Wir kämpfen in Zeiten der grassierenden Wohnungsnot um unseren Wohnraum und gegen die drohende Obdachlosigkeit. Wir fordern alle auf, sich diesem Kampf anzuschliessen.

    Häuservernetzung Winterthur, 24.08.2025

    Kontakt: haeuservernetzung-winti(aet)riseup.net

  • Stellungnahme der Häuservernetzung Winterthur zur Medienmitteilung der Terresta vom 26. Mai 2025

    Kulturstiftung vernichtet Kulturraum

    Am 26. Mai 2025 hat die Terresta, die Immobilienverwaltung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG, auf ihrer Webseite eine Medienmitteilung  zur Schlichtungsverhandlung vom 20. Mai 2025 veröffentlicht, die sich um die angedrohte Räumung der General-Guisanstrasse 31 drehte.

    Im Auftrag der steuerbefreiten, milliardenschweren Kunststiftung SKKG möchte die Terresta im kommenden Februar die General-Guisanstrasse 31 von der Polizei räumen lassen. Ungeachtet der akuten Wohnungsnot sollen sämtliche Bewohner:innen noch im Winter mit Gewalt auf die Strasse gestellt werden.

    In ihrer Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 behauptet die Terresta nun, sie hätten seit 2022 versucht, mit den Bewohner:innen der General-Guisanstrasse 31 sowie mit den Bewohner:innen von sechs weiteren selbstverwalteten Stefanini-Liegenschaften «einen Kompromiss» zu finden. In drei Fällen «leider erfolglos», wie sie anfügt.

    Wollte die SKKG einen Kompromiss? Nein!

    Als Häuservernetzung Winterthur – ein Zusammenschluss der räumungsbedrohten Stefanini-Häuser mit anderen Wohnprojekten in Winterthur – versuchen wir seit 2020, den langfristigen Erhalt der selbstverwalteten Stefanini-Häuser abzusichern. In Zeiten der Wohnkrise und immer höheren Mieten ist es richtig, sich für den Erhalt von günstigem Wohn- und Kulturraum sowie gegen die Vertreibung langjähriger Bewohner:innen einzusetzen.

    Seit fünf Jahren sind wir es, die Verhandlungen mit der SKKG initiiert haben. Wir waren stets offen für Gespräche, die den Erhalt des bezahlbaren Wohn- und Kulturraums zum Ziel haben. Wir haben der SKKG mehrere konkrete Vertragsvorschläge unterbreitet. Wir haben dafür Expert:innen zugezogen und Renovationspläne aufgestellt. Diese wurden auch der SKKG vorgelegt.

    Nach einer Reihe von Aktionen, mit denen wir der Forderung nach einer Lösung für alle selbstverwaltetene Häuser Nachdruck verliehen, war die SKKG im Frühling 2022 endlich bereit, sich mit uns zusammenzusetzen.

    An diesem Treffen nahm die damalige SKKG-Präsidentin (heute Direktorin) Bettina Stefanini und der frühere Terresta-CEO Hans Rupp teil. Allerdings ging es nicht darum, wie nun behauptet wird, einen Kompromiss zu finden. Vielmehr wollte die SKKG den Bewohner:innen der selbstverwalteten Häuser einen unsicheren und repressiven Gebrauchsleihevertrag aufwingen.

    Das mussten wir ablehnen. Der von der SKKG vorgebrachte Gebrauchsleihevertrag versprach weder Langfristigkeit noch Sicherheit. Sein Zweck lag einzig und allein darin, die Bewohner:innen einfacher auf die Strasse zu stellen, unter Druck zu setzen und bei Bedarf zu kriminalisieren.

    Wir legten der SKKG stattdessen einen sozial und ökologisch nachhaltigen Vertragsvorschlag vor, um die Häuser langfristig abzusichern. Er sah Baurechtsverträge und einen Renovationsplan vor. Die SKKG ging auf diesen Vorschlag mit keinem Wort ein. Ihr Motto: Friss oder stirb. Sieht so ein Kompromiss aus?

    Nach diesem Gespräch ging die SKKG auf Tauchstation. Bis im Sommer 2023, als sie die Bewohner:innen der selbstverwalteten Häuser vor vollendete Tatsachen stellte. Sie teilte mit, sie werde drei Liegenschaften räumen lassen, komme was wolle. Sie liess nicht mit sich reden. Die SKKG setzt also auf Konfrontation.

    «Gisi»: Vorwände, um eine Räumung zu rechtfertigen

    Eines dieser drei Häuser, die geräumt werden sollen, ist die «Gisi», das älteste und bekannteste besetzte Haus in Winterthur, günstiger Wohn- und unkommerzieller Kulturraum in einem. Seit 28 Jahren wird die «Gisi» von ihren Bewohner:innen und Benutzer:innen mit viel Engagement und Gratisarbeit instand gehalten. Sie wäre sonst längst zerfallen. Die «Gisi» ist schutzwürdig, sowohl die Liegenschaft wie ihre bestehende Nutzung.

    Jahrzehntelang interessierte sich die Eigentümerschaft nicht für den Zustand der «Gisi». Nun, da man Profit aus der Liegenschaft schlagen möchte, schert sie sich ebenso wenig um die Menschen, die sich jahrzehntelang um das Haus gekümmert haben und hier wohnen. Auch nicht um jene, die in der «Gisi» willkommen sind, wenn sie vorübergehend ein Obdach brauchen. Und noch weniger schert sich die Kunststiftung SKKG um die in der «Gisi» entstandene unkommerzielle und vielfältige Kultur.

    In der Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 ringt die PR-Abteilung der Terresta um Gründe, wieso eine gewaltsame Räumung der «Gisi» im Februar 2026 nötig sein soll. Sie saugt sie sich regelrecht aus den Fingern:

    • Von «unabsehbaren Haftungsrisiken» ist die Rede. Doch seit den 28 Jahren der Selbstverwaltung hat es in der «Gisi» keinen einzigen Haftungsfall gegeben.
    • Die Lärmbelastung für die Nachbarschaft wird genannt. Deren ist die «Gisi» sich bewusst. Die Bewohner:innen und der Kulturraum bemühen sich um einen rücksichtsvolleren Umgang mit ihren Nachbar:innen. Allerdings ist die «Gisi» beileibe nicht die einzige Lärmquelle. In der Winterthurer Altstadt treffen unterschiedliche Lokale und Menschen aufeinander und sorgen für eine lebendige Stimmung.
    • Die Terresta beschwert sich, dass der Kulturraums den Rechtsweg beschreitet und vor die Schlichtungsstelle zieht. Offenbar ist man bei der SKKG und der Terresta der Ansicht, dass Rechte nur für die Besitzenden gelten und nur von ihnen in Anspruch genommen werden dürfen.
    • Bemängelt wird ein fehlende Wille des Kulturraums, sich «neu zu orientieren». Neuorientierung: das klingt gut, irgendwie modern und auch vernünftig, meint aber bloss die Verdrängung und Zerstörung der im Kulturraum der «Gisi» über Jahrzehnte gewachsenen unkommerziellen Kultur. Die SKKG behauptet, sie sei «nicht gegen die Subkultur, sondern gegen die unregulierte Nutzung ihrer Liegenschaft». Doch wieso weigert sie sich dann, in Verhandlungen über eine mögliche «Regulierung» zu treten?
    • Gefordert wird schliesslich, die Bewohner:innen der «Gisi» müssten aus Respekt vor den künftigen Mieter:innen (die der SKKG eine hohe Miete bezahlen müssen) und «den Interessen der Eigentümerin» gegenüber sich freiwillig räumen lassen. Obdachlos werden aus Respekt vor «der Eigentümerin»? Wie bitte? Wer denkt sich eigentlich sowas aus?

    Letztlich sind das alles Vorwände, weil die SKKG ihr Vorhaben kaschieren möchte, in Zeiten der Wohnkrise eine lukrative Sanierung vorzunehmen. Dafür müssen die Bewohner:innnen der «Gisi» und der unkommerzielle Kulturraum halt vertrieben werden.

    Wer bezahlt eigentlich für die Sanierungen und Abrisse?

    Der Reichtum der als gemeinnützige Kulturstiftung auftretende, tatsächlich als profitorientierte Immobiliengesellschaft operierende SKKG beruht auf jenem ihres verstorbenen Stifters, Bruno Stefanini. Der liess seine zahlreichen Liegenschaften verwahrlosen und kassierte dafür über Jahrzehnte die Mieten, mit denen er Kunst und Krempel (etwa Nazidevotionalen) kaufte.

    Unter der Leitung von Stefaninis Tochter saniert die SKKG nun alle ihre Liegenschaften. Einige will sie auch abreissen und überbauen. Durch die renditegetriebene Sanierungen wird Winterthur stark verändert. Es droht die Vertreibung der ärmeren Bevölkerungsteile. Ganz im Sinne der vom Stadtrat Winterthur unterstützten Politik der kapitalistischen Stadtaufwertung, welche die Ansiedlung von Gutverdienden bezweckt, wird der günstige Wohnraum durch Sanierungen Schritt für Schritt verschwinden.

    Die SKKG investiert nicht weniger als 1 Milliarde, nochmals: 1000 Millionen Franken für Sanierungen und Überbauungen. Woher stammt das ganze Geld? Aus dem Vermögen Stefaninis? Von wegen: Es stammt von den Mieter:innen!

    Die nötigen Sanierungen liessen sich problemlos aus den von Bruno Stefanini angehäuften Geldern finanzieren. Das eine oder andere Gemälde aus seiner Sammlung würde reichen, um ein paar Dächer zu flicken. Auch die Einführung der Kostenmiete in den SKKG-Liegenschaften wäre denkbar. Die finanziell gut aufgestellte Stiftung (ihre Liegenschaften sind schuldenfrei) könnte problemlos mit den Bewohner:innen der selbstverwalteten Häusern eine langfristige und sichere Vereinbarung treffen.

    Doch das grosse Geld lockt. Die SKKG treibt renditegetriebene Sanierungen mit Räumungen, Vertreibungen und Abrissen voran und finanziert diese über höhere Mieten (diese werden notabene mit jedem Mieter:innenwechsel und jeder Pinselrenovation heraufgesetzt). Nicht nur die Mieter:innen zahlen die Zeche, auch die öffentliche Hand, werden doch viele Mieten von Stefanini-Wohnungen über die Sozialhilfe gedeckt.

    Es braucht eine kollektive Lösung

    Unsere Forderung ist: Es braucht für alle räumungsbedrohten selbstverwalteten Häuser eine kollektive Lösung. Als Häuservernetzung Winterthur kämpfen wir gemeinsam, wir entscheiden gemeinsam und wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.

    Wir unterstützen die Bewohner:innen jener vier Häuser, welche die SKKG als Zückerli «zur Weiternutzung» anbietet, wie es in der Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 heisst. Genauso werden wir aber jene drei Liegenschaften verteidigen, die die SKKG darum räumen lassen möchte, weil sie an lukrativen Lagen liegen.

    Wir bleiben bei unserem ernstgemeinten Vorschlag gegenüber der SKKG, die selbstverwalteten Häuser im Baurecht zu übernehmen. Damit würden die Bewohner:innen vor der Obdachlosigkeit bewahrt und der Erhalt der Liegenschaften wäre langfristig gesichert. Es ist nicht so, dass die SKKG das nicht einsehen würde: Bei einem der vier Häuser, die sie «zur Weiternutzung» anbietet, verhandeln wir derzeit um einen Baurechtsvertrag.

    Es geht also. Warum nicht auch bei der «Gisi» und den anderen Häusern?

    Die SKKG ist nicht auf die selbstverwalteten Häuser angewiesen. Für uns hingegen bilden sie die Existenzgrundlage. Wir haben sonst nichts. In Winterthur ist es heute schwer, eine bezahlbare Wohnungen zu finden. Die Wohnkrise betrifft alle – wir sind einige unter vielen. Dasselbe gilt für Räume für unkommerzielle Kunst und Kultur, die fehlen.

    Mit ihrer Unbeweglichkeit verschärft die SKKG diese schwierige Situation. Sie hat jetzt die Wahl, ob sie zu einer gütlichen Lösung beitragen oder weiter auf Konfrontation setzen will. Wir bleiben offen für Verhandlungen.

    Gleichzeitig stellen wir klar: Wir werden weder die «Gisi», noch die anderen räumungsbedrohten, selbstverwalteten Häuser kampflos aufgeben.

    Wir, die Häuservernetzung Winterthur, fordern:

    • eine langfristige, sichere und kollektive Lösung für alle selbstverwalteten Stefanini-Häuser
    • keine Kündigungen bei Renovationen von Mietshäusern
    • Mitsprache der Mieter:innen bei Renovationen von Mietshäusern
    • mehr Räume für unkommerziellen Kultur

    Häuservernetzung Winterthur, 17.06.2025

    haeuservernetzung-winti(aet)riseup.net
    wohnraumverteidigen.org