Häuservernetzung Winterthur

Wohnraum verteidigen!

  • Hände weg von der Gisi! Medienmitteilung zur Schlichtungsverhandlung vom 20.5.

    Heute, Dienstag 20. Mai 2025, trafen sich frühmorgens mehr als 60 Aktivist:innen & solidarische Leute vor dem Bezirksgericht Winterthur.

    Diese Mobilisierung hat einen beängstigenden Grund: Mitten in einer akuten Wohnungsnot macht die millionenschwere, steuerbefreite Stefanini-Stiftung SKKG mit ihrer Immobilienbude Terresta die ersten Schritte, um ein seit Jahrzehnten selbstverwalteten Wohn- und Kulturraum gewaltsam zu räumen und teuer zu sanieren.

    Seit 2020 versuchen die Bewohner:innen der General-Guisan-Strasse 31 gemeinsam mit anderen Bewohner:innen anderer von der Räumung bedrohten selbstverwalteten Häusern mit der SKKG in Verhandlung zu treten, um den Wohnraum vieler Leute in dieser Stadt zu erhalten und die Vertreibung aus der Stadt abzuwehren. Die SKKG hat die Verhandlungsvorschläge der Häuservernetzung Winterthur zum Erhalt der Häuser abgelehnt.

    Im November 2024 hat die SKKG stattdessen den Räumungstermin für die General-Guisan-Strasse 31 auf Februar 2026 festgelegt. Weitere zwei langjährig selbstverwaltete Häuser sollen später geräumt werden. Gegen diese einzig profitgetriebenen Vorhaben formiert sich Widerstand in der Stadt.

    Das Haus an der General-Guisan-Strasse wurde vor 28 Jahren, im Januar 1997 besetzt, und ist mittlerweile eines der ältesten besetzten Häusern der Schweiz. Als bekanntestes besetztes Haus in Winterthur hat die Gisi eine grosse symbolische und praktische Bedeutung, die weit über die vier Wände hinausgeht. Seit Jahrzehnten dient sie als Ort der Vernetzung und des Austauschs, bietet günstigen Wohnraum und ist einer der letzten unkommerziellen Kulturorte in dieser Stadt.

    Nicht nur wurde das Räumungsdatum ohne Verhandlungen oder Ersatzangebot von der SKKG verkündet, vor einigen Monaten versandte die Stefanini-Stiftung zudem die Kündigung eines seit den 1990er-Jahren gemieteten Raumes im Erdgeschoss der Gisi auf Ende Juni 2025.

    Gegen diese Kündigung und die drohende Räumung wehren sich die Aktivist:innen mit allen erdenklichen Mitteln, wie sie sagen. Der Gang vor die Schlichtungsbehörde ist ein Schritt von vielen. Es ist klar, dass es nicht der letzte sein wird. Die Gisi ist wichtig – als günstiger, selbstverwalteter Wohn- und Kulturraum und als linker Treffpunkt mitten in einer herausgeputzten und für die Reichen renovierten Stadt. Die Reden vor dem Gerichtsgebäude lassen sich so zusammenfassen: «Die Häuser denen, die drin wohnen. Wir geben sie nicht her!»

    Eine Aktivistin stellte klar: «Der Auflauf vor dem Bezirksgericht mit Frühstück, Reden, Transparenten, Schilder, Kaffee und Aktionen ist unsere Antwort auf ihre verfehlte Politik. Wir schliessen uns solidarisch zusammen und unterstützen all jene, die von Kündigung und Vertreibung betroffen sind.»

    Ein anderer Aktivist vor Ort ergänzt: «Die SKKG verfügt über sehr viel Geld, Kunst und Häuser, sie braucht die Gisi nicht. Wir aber können ohne die Gisi und unsere Zuhause nicht leben. Darum müssen wir für sie kämpfen».

    Der Kampf um die General-Guisan-Strasse 31 ist auch ein Kampf gegen die akute Wohnkrise, gegen die weder die Stadt noch die Grundbesitzer:innen eine soziale Lösung präsentieren. Der Kampf richtet sich genauso gegen die drohenden Räumungen der anderen selbstverwalteten Häuser und die Kündigungen, die in dieser Stadt viele Mieter:innen von bisher günstigen Wohnungen drohen oder bereits durchgesetzt wurden, beispielsweise im Tegerloo in Oberi, an der Zypressenstrasse in Wülflingen, im Rosenberg auf dem Wagenplatz und dem Campingplatz und an anderen Orten.

    Eine junge Frau beim Kaffee-Wagen sagte es so: «Wir solidarisieren uns mit den Kämpfen der Bewohner:innen hier und in anderen Städten und Orten gegen die Gewalt und die Zumutungen der Wohnungskrise, gegen Vertreibung und Gentrifizierung überall auf der Welt.»

    Als die Betroffenen aus dem Gerichtsgebäude treten, teilen sie mit, dass vor der Schlichtungsbehörde keine Einigung gefunden werden konnte. Der Rechtsstreit um die General-Gusianstrasse 31 und der politische Kampf um den Erhalt der selbstverwalteten Häuser wird fortgesetzt.

    Häuservernetzung Winterthur
    20.5.2025

     

    Weitere Informationen zur Häuservernetzung Winterthur:
    wohnraumverteidigen.org

    Weitere Informationen zur Subcultura:
    subculturalebt.com

    Weitere Informationen zum Kulturangebot in der General-Gusianstrasse 31:
    ggs31.arachnia.ch

  • Wir lassen uns nicht spalten! Heraus zum 1. Mai & vors Gericht am 5. Mai

    Hier der Aufruf des Antikapitalistischen Bündnisses Winterthur. Wir freuen uns, Euch alle am kämpferischen und revolutionären 1. Mai um 10:30 Uhr auf dem Neumarkt und auf den Strassen zu treffen. Wir bleiben alle!



    Wir lassen uns nicht spalten, Gemeinsam gegen Kapitalismus, Faschismus und Krieg!

    Imperialismus, Völkermord, Kriegstreiberei, die Angriffe auf die Lebensumstände der arbeitenden Bevölkerung und die ansteigende Repression gegen jene, die sich dagegen wehren zeigen: Die Herrschenden lassen keine Gräueltat aus, um die arbeitende Bevölkerung weiter für Profite auszuquetschen.

    Nützlich dabei sind altbekannte Feindbilder, die von ihren Machenschaften ablenken, sodass sie
    die Ausbeuterei unbehelligt für alle verschärfen können. Die durch die Medien und Politik forcierten
    Debatten zu Migration, Kriegstüchtigkeit, Waffenlieferungen und das permanente in die Mangel nehmen armer oder arbeitsloser Menschen schaffen diese Feindbilder. Um Klassenkämpfe zu verhindern, werden Arbeiter:innen dieser Welt gegeneinander aufgehetzt. Doch es ist an der Zeit sich zu vereinen, denn nur geeint haben wir die Chance die Welt zu verändern.

    Wir lassen uns nicht spalten! Deshalb treffen wir uns gemeinsam am 1.Mai um 10:30 auf dem Neumarkt zum revolutionären 1. Mai!


    Kommt auch alle am 5. Mai vor das Bezirksgericht Winterthur!

    Gemeint sind wir alle!

    Gemeinsam an den 1. Mai – gemeinsam vors Bezirksgericht!

    Politischer Prozess am 5.5.2025, 8.15 Uhr, Bezirksgericht Winterthur

    Nach der starken und kämpferischen 1. Mai-Demo 2024 in Winterthur verhaftete die Stadtpolizei willkürlich drei Genoss_innen. Einer der damals Verhafteten hat deswegen am 5. Mai 2025 einen Prozess vor dem Bezirksgericht Winterthur. Die Staatsanwaltschaft hat ihn mit den Politparagraphen Landfriedensbruch, Verstoss gegen das Vermummungsverbot und Hinderung einer Amtshandlung angeklagt. Mit brutalen Verhaftungen und hohen Geld- oder Haftstrafen wollen Polizei und Staatsanwaltschaft uns spalten, einschüchtern und abschrecken. Mit ihrer Repression wollen sie uns davon abhalten, am 1. Mai unseren Kampf für eine revolutionäre Perspektive und unsere Wut über die herrschenden Zustände auf die Strasse zu tragen.

    Wir lassen uns aber weder spalten oder einschüchtern noch abschrecken, sondern gehen dieses Jahr umso entschlossener an die Demo am 1. Mai und begleiten am 5. Mai unseren Genossen vor das Bezirksgericht. Denn die Inhalte und Parolen, die wir am 1. Mai 2024 auf die Strasse getragen haben – No war but classwar! – haben nichts an Aktualität verloren.

    Wir sehen uns auf der Strasse und am 5. Mai vor Gericht!

    Antikapitalistisches Bündnis Winterthur

  • Communiqué zur angedrohten Räumung der Gisi im Februar 2026

    Heute, am Dienstag, 26. November 2024, haben wir uns mit mehr als 70 Leuten im Innenhof der Gisi besammelt, um eine Delegation von Bauplaner:innen, Denkmalschützer:innen und Feuerpolizist:innen von ihrer geplanten Begehung der Gisi abzuhalten. Diese Begehung sollte ein wichtiger Schritt für die Totalsanierung und damit die Räumung der Gisi sein. Aus diesem Grund verwehren wir ihnen den Zugang zum Haus und machen erneut auf unsere Forderungen aufmerksam.

    Die Terresta AG, Verwalterin der Immobilien der SKKG, hat den Bewohner:innen der Gisi am 7. November 2024 mitgeteilt, dass sie das Haus im Februar 2026 räumen will. Inmitten einer akuten Wohnungsnot sollen also viele Leute, die wenig haben, obdachlos gemacht und günstiger Wohnraum zerstört werden.

    Das Haus an der General-Guisan-Strasse wurde vor 27 Jahren, im Januar 1997 besetzt, und ist mittlerweile eines der ältesten besetzten Häusern der Schweiz. Als bekanntestes besetztes Haus in Winterthur hat die Gisi eine symbolische Bedeutung, die weit über die vier Wände hinausgeht. Seit Jahrzehnten dient sie als Ort der Vernetzung und des Austauschs, bietet günstigen Wohnraum und ist einer der letzten unkommerziellen Kulturorte in dieser Stadt.

    Es drohen aber nicht nur der Gisi die Räumung. Im Juli 2023 hat die SKKG verkündet, dass gleich mehrere besetzte und selbstverwaltete Häuser geräumt werden sollen. Neben der Gisi auch ein Haus an der Schaffhauserstrasse, sowie an der Zürcherstrasse, beide seit mehr als 20 Jahre selbstverwaltet.

    Die SKKG gibt sich gerne als gemeinnützige Kunststiftung. Tatsächlich ist sie ein steuerbefreites, profitorientiertes, milliardenschweres Immobilienunternehmen. Unter der Führung von Bettina Stefanini hat die SKKG eine Abriss- und Sanierungswelle veranschlagt. Sie wird dafür nicht weniger als eine Milliarde Franken ausgeben. Alle 1’700 Wohnungen der SKKG in Winterthur sind davon betroffen, werden abgerissen und überbaut oder totalsaniert. Sämtlichen Bewohner:innen wird gekündigt. Dadurch wird günstiger Wohnraum zerstört und die Mieten in den Quartieren werden erhöht.

    Da die Bewohnenden der besetzten und selbstverwalteten Häuser an einer langfristigen Lösung interessiert sind, haben sie der SKKG bereits 2020 vorgeschlagen, die Häuser im Baurechtsvertrag zu übernehmen und in eine kollektive Besitz- und Nutzer:innenstruktur zu überführen. Angesichts der Wohnungsnot, der Klimakrise und der dringenden Notwendigkeit, mit Ressourcen nachhaltig umzugehen, ergibt dieses Vorgehen ökologisch und sozial am meisten Sinn.

    Die kapitalistische Stadtentwicklung ist kaum je von sozialen oder ökologischen Überlegungen geprägt, sondern hauptsächlich auf Profitmaximierung ausgerichtet. Dass Städte vermehrt als Kapitalanlagen dienen, ist ein globales Phänomen, das die Lebenskosten in urbanen Ballungsräumen auf der ganzen Welt explodieren lässt. Gebaut wird ganz einfach, was die höchste Rendite abwirft. Mieten werden erhöht und die ärmere Bevölkerung aus den Städten vertrieben. Egal, ob hier oder anderswo; egal, ob die Eigentümerschaft unserer Wohnung eine Bank, eine Pensionskasse oder eine Kunst-Siftung ist: Sie alle vermieten für den Profit.

    Aber wir lassen uns nicht vertreiben! Wir sind nicht bereit, die Zerstörung der Gisi und der anderen selbstverwalteten Häuser stillschweigend hinzunehmen! Wehren wir uns gemeinsam gegen die kapitalistische Stadtaufwertung. Wir rufen alle dazu auf, sich mit der Gisi und den anderen bedrohten Häusern zu solidarisieren. Nehmen wir die Dinge selbst in die Hand, vernetzen und organisieren wir uns. Denn eine andere Stadt ist möglich!

    Häuservernetzung Winterthur, 26. November 2024

    Die Häuservernetzung Winterthur ist ein Zusammenschluss von Bewohner:innen und Benutzer:innen von besetzten und selbstverwalteten Häusern, linken Gruppen und bewegten Menschen. Gemeinsam kämpfen wir gegen die kapitalistische Stadtaufwertung und für den Erhalt von günstigem Wohnraum.

    wohnraumverteidigen.org

    Das Programm der Gisi findet Ihr hier: ggs31.arachnia.ch


    Hier der Inhalt des Briefes, den wir den Leuten der Terresta abgegeben haben:

    Begründung zur Verhinderung der Begehung der General-Guisan-Strasse 31

    An die Verantwortlichen der Terresta AG und SKKG

    Heute hätte eine Begehung der Liegenschaft an der General-Guisan-Strasse 31 stattfinden sollen. Diese Begehung dient einzig dem Zweck weitere Schritte für die Totalsanierung der Gisi zu planen und damit die Räumung im Februar 2026 durchzusetzen.

    Wir stellen uns entschlossen gegen die angedrohte Räumung der Gisi und der anderen selbstverwalteten Häuser und damit gegen jegliche Umbaupläne für eine Nutzung, die das Ende der Selbstverwaltung voraussetzt.

    Die Gisi ist ein selbstverwalteter Ort, an dem sich seit 27 Jahren unterschiedlichste Menschen ohne Konsumzwang treffen. Neben günstigem Wohnraum bietet sie Raum für politische Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Spieleabende, Küche für Alle und dergleichen mehr. Die Gisi ist ein kollektives Projekt, das von solidarischen Menschen mit viel Engagement und grossem Zeitaufwand gestaltet wird. Sie ist ein wichtiger Ort für viele und von vielen. Sie ist ein Beispiel einer notwendigen Widerstandspraxis gegen die kapitalistische Logik, welche nicht davor zurückschreckt auch Grundbedürfnisse wie Wohnraum profitorientiert zu verwerten.

    Aus diesem Grund fordern wir, dass die Verantwortlichen der SKKG endlich mit uns in Verhandlungen treten und auf unsere Anliegen eingehen. Wir fordern nach wie vor einen Baurechtsvertrag, damit die Selbstverwaltung der Gisi auch für die Zukunft sichergestellt ist. Falls es nicht möglich sein sollte, einen solchen Baurechtsvertrag einzugehen, fordern wir ein Ersatzobjekt, sowohl für den Wohn- als auch für den Kulturraum.

    Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme, um in Verhandlung zu treten.

    Häuservernetzung Winterthur

  • Solidaritätsaktionen während den Musikfestwochen 2024

    Auch diesen Sommer gab es zahlreiche Soli-Aktionen für die räumungsbedrohten Häuser und gegen die Wohnkrise im Allgemeinen. Die Musikfestwochen, die tausende Leute anziehen und auch von der Immobilien-Firma SKKG mit-finanziert wird, sind ein guter Ort dafür, auch auf die soziale Krise der Vertreibung der Armutsbevölkerung, die hinter der Kulisse der schönen Altstadt verborgen wird, aufmerksam zu machen.

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  • Rückblick auf grosse Wohndemo in Zürich vom 25.5. mit Fotos

    Das Antikapitalistische Bündnis Winterthur hat am 25.5.2024 auch in Winterthur zur Grossdemo in Zürich gegen die Wohnkrise  mobilisiert. Denn die Wohnkrise trifft auch die Leute hier besonders stark. Die Wohnungsnot ist massiv, die Mieten werden dauernd erhöht, viele Menschen werden aus der Stadt verdrängt durch Abriss und (Luxus-)Sanierungen.

    Wir versammelten uns vorab in der Altstadt von Winterthur, hängten ein grosses Transpi auf, verteilten Flugblätter und hielten Reden. Die Leute reagierten interessiert und bestärkend, es gab viele spannende Diskussionen.

    Wir machten auf die spezfische Wohnungsnot in Winterthur aufmerksam, die daraus resultiert, dass die Stadt (in der die SP seit langem an der Macht ist), sich weigert, öffentlichen Wohnbau zu betreiben und gleichzeitig die Gentrifizierung vorantreibt. Dadruch spitzt sich auch in Winterthur die Wohnkrise massiv zu.

    Ein grosser Player in Winterthur ist die Immobilienmillardenstiftung SKKG, die über viele schlechte Wohnungen verfügt, in denen viele Arme wohnen. Diese Wohnungen werden Schritt für Schritt saniert oder abgerissen. Dabei verlieren viele Menschen ihren Wohnraum. Auch drei der seit Jahrzehnten selbstverwalteten Häuser will die SKKG nächstes Jahr räumen lassen für mehr Profit. Dagegen wehren wir uns.

    Nach der Aktion auf dem Flohmarkt gingen wir alle zusammen nach Zürich, um mit Tausenden von Menschen, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind, unserem Frust Luft zu machen. Wir schauen zurück auf eine bunte und kämpferische Demo, die uns Mut gemacht hat, weiter zu kämpfen!

    Denn nach der Wohndemo ist vor der Wohndemo.

    Chömed alli a di gross WOHNDEMO IN WINTI am 2. November!

    Save the date, sind kreativ, mached mit.

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  • Rückblick auf die Housing Action Days 2024 (mit vielen Fotos)

    Die Housing Action Days 2024 waren auch dieses Jahr in vielen Städten vor allem in Europa Ausdruck einer lebendigen und kämpferischen Bewegung, die sich für das Rechte auf Wohnraum stark macht. Die Mobilisierungen laufen vielerorts gegen die Städte der Reichen, gegen den Ausverkauf der Städte, gegen den Verlust des günstigen Wohnraums, gegen die rassistische Unterbringung von Asylsuchenden in Bunkern und Lagern, gegen die Kriminalisierung von Hausbesetzungen oder gegen die Repression gegen Obdachlose.

    Einen Überblick über die Mobilisierungen findet ihr hier: Link #HAD2024

    In der Schweiz gab es in Genf, Winterthur und Zürich-Schwammedingen tolle Mobilisierungen gegen die Aufwertung und Vertreibung.

     

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  • Pressemitteilung: 6.4. Stadtspaziergang «Eine andere Stadt ist möglich» in Winterthur

    Gestern haben sich rund 150 Personen vor dem Einkaufszentrum Neuwiesen eingefunden, um an einem kämpferischen Stadtspaziergang gegen kapitalistische Aufwertung und Vertreibung durch Winterthur teilzunehmen. Dieser Spaziergang fand im Rahmen der internationalen Housing Action Days vom 29.3.-7.4. statt (mehr dazu unter: housingnotprofit.org)

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  • Solidarität mit den Besetzer:innen der Zypressenstrasse

    Wie auf barrikade.info zu lesen war, wurde vor wenigen Tagen eine leerstehende Stefanini-Wohnung besetzt in einem der abrissbedrohten Häusern an der Zypressenstrasse in Wülflingen (mehr Informationen zur Sitaution der Zypressenstrasse-Häuser finden sich bei der IGBBSL: Link)

    Wir solidarisieren uns mit den Besetzer:innen und ihren Forderungen & wünschen ihnen viel Power!

    Hier der Aufruf, der veröffentlicht wurde:

    SKKG und Co. Enteignen

    Freiräume – Wohnungsnot
    alles-wird-besetzt

    18.02. 2024

    Wohnung in Winterthur Wülflingen besetzt!

    Stadtaufwertung und die damit verbundene Vertreibung von armen und marginalisierten Personen ist ein ständig fortschreitender Prozess in den Metropolen Europas.

    Auch in Winterthur wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden – besonders in der Innenstadt. Immobilienfirmen wie Implenia, SKKG, GSSA und auch die SBB reissen ab, sanieren und bauen fleissig. Das kommt allerdings nicht der Allgemeinheit zu Gute, denn oft werden teure Wohnungen für Besserverdienende gebaut, wie am Beispiel der leerstehenden Kesselhauswohnungen sichtbar wird. Auch Sanierungen führen zu starken Mietpreiserhöhungen. Die Winterthurer Stadtregierung hat das materielle Interesse, reiche Steuerzahlende anzulocken. Dafür wird aufgewertet, was das Zeug hält. Neben der Zusammenarbeit mit Immobilienfirmen sollen zum Beispiel im Stadtpark neue Kaffees und Konsummöglichkeiten für Yuppies aus dem Boden gestampft werden. Die Jugend und das «Gesindel» hingegen werden durch ständige Kontrollen und Schikane von den Bullen weggeekelt.

    Auch in der Steinberggasse treibt die Stiftung für Kunst Kultur und Geschichte (SKKG) ihr Unwesen und saniert fleissig. Dabei gibt sie sich Mühe, in gutem Licht zu erscheinen. So bot sie den Mieter*innen – natürlich nach einer saftigen Mietpreiserhöhung – an, wieder in die vorher bewohnten Steibi-Wohnungen einziehen zu dürfen.

    Wo ihnen niemand auf die Finger schaut, wie in Wülflingen an der Zypressenstrasse, ist die Stiftung weitaus weniger zimperlich. Hier leben viele Migrant*innen und Prekarisierte, sowie Arbeitslose. Die SKKG lässt die Häuser zerfallen, während sie die Bewohner*innen noch so lange wie möglich ausquetscht; Schimmel, Asbest, undichte Fenster, heruntergekommene und verkalkte Gemeinschaftswaschküchen, keine Zentralheizung und sanitäre Einrichtungen, die nicht richtig funktionieren.

    Wenn es keinen Wohnraum gibt für uns aus der unteren Klasse, müssen wir ihn uns halt zurückholen. Genau das wurde nun auch gemacht: Eine leerstehende Wohnung an der Zypressenstrasse 28 wurde besetzt und die Bruchbude wurde durch aufwändige Arbeit wieder bewohnbar gemacht. Damit wollen wir auch ein Zeichen setzen – gegen Gentrifizierung und die menschenverachtende Eigentumslogik der Immobilienfirmen.
    Für uns ist dieser Wohnraum essenziell für unser tägliches Leben. Für die SKKG ist dieser Wohnraum nur ein Weg, um Profit zu machen und wird abgerissen, sobald die Mieten nicht mehr rentieren.

    Unsere Nachbar*innen bezahlen immer noch hunderte Franken monatlich, um unter diesen Umständen zu leben.
    Wir fordern für alle Bewohnenden der Liegenschaften an der Zypressentrasse bis zum Abriss einen sofortigen Mieterlass!

    Für solidarische Quartiere von unten!

    GEGEN DIE STADT DER REICHEN – SKKG UND CO. ENTEIGNEN!

    https://barrikade.info/article/6322

  • AM 3. März 2x NEIN

    Am 3. März stimmt der Kanton Zürich über die Initiative von Recht und Ordnung ab; die sogenannte „Anti-Chaoten-Initiative“.

    „…die Initiative fordert, dass verschiedene Kosten, die aufgrund von Demonstrationen, Kundgebungen, anderweitigen Veranstaltungen oder Hausbesetzungen entstehen, von den Veranstaltenden, Störenden und Teilnehmenden getragen werden.“

    Polizeiaufgebote sind an solchen Veranstaltungen oft völlig unverhältnismässig und verursachen somit riesige Kosten. Diese Kosten sollen zukünftig auf die Teilnehmenden abgewälzt werden.
    (Beispiel Basel Nazifrei 2023 : rund 450’000 CHF)

    Diese Initiative, die von der Jungen SVP lanciert wurde, greift die Meinungs- und Versammlungsfreiheit an, welche im Völkerrecht und der Bundesverfassung garantiert ist.
    Die Annahme würde dazu führen, dass Zürich das härteste Polizeigesetz der Schweiz und eines der härtesten in ganz Europa(!) hätte.
    Die Initiative ist menschenrechtswidrig und würde willkürliche Kollektivbestrafung ermöglichen.
    Die Androhung von untragbaren Kosten will uns von Demonstrationen und Kundgebungen und somit von einem grundlegenden Teil der politischen Mitsprache abhalten. Es geht den Initianten offensichtlich darum, linken Aktivismus als solchen zu kriminalisieren.

    Denn wer sind diese sogenannten Chaot*innen, vor denen uns die SVP beschützen will?
    Alle die auf die Strasse gehen, alle die an eine bessere Zukunft glauben und das auch teilen und umsetzen wollen!
    Egal ob wir uns fürs Klima, Arbeitsrechte, bezahlbaren Wohnraum oder gegen patriarchale Strukturen einsetzen; wir alle sind betroffen.
    Ob Demos, Streiks, oder Besetzungen, jegliche Form von emanzipatorischem, anti-kapitalistischem Aktivismus wird hier angegriffen!

    Wir MÜSSEN die Versammlungsfreiheit schützen, darum:
    2X NEIN zur Initiative UND dem Gegenvorschlag!
    Solche Drohungen lassen wir uns nicht gefallen!
    Gehen wir weiterhin wütend auf die Strassen, um gemeinsam gegen genau solche Repressionen und Ungerechtigkeiten zu kämpfen!

    2X NEIN ZUR CHAOT:INNEN-INITIATIVE!

    GEGEN RECHTSRUTSCH UND REPRESSION

     

  • Gegen-Kundgebung zum SKKG-Werbeanlass abgesagt 🙂

    Die SKKG hat kalte Füsse bekommen. Sie hat ihre PR-Veranstaltung, die bisher einmal jährlich stattgefunden hat, abgeblasen. Wir gehen davon aus, dass dies ein Resultat unserer Gegenmobilsierung ist. Darum haben wir entschlossen, keine Kundgebung zu diesem Anlass zu machen.
    Haltete die Augen und Ohren offen für kommende Aktionen und Infos.

    Wir bleiben alle!

    Häuservernetzung Winterthur