https://www.woz.ch/2534/gisi-in-gefahr/bock-haben-etwas-reissen-alles-in-eigenregie/!6BVPMNQTN0D4

«Gisi» in Gefahr: Bock haben, etwas reissen, alles in Eigenregie
Wohnraum verteidigen!
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«Gisi» in Gefahr: Bock haben, etwas reissen, alles in Eigenregie
Wie auf barrikade.info zu lesen war, wurde vor wenigen Tagen eine leerstehende Stefanini-Wohnung besetzt in einem der abrissbedrohten Häusern an der Zypressenstrasse in Wülflingen (mehr Informationen zur Sitaution der Zypressenstrasse-Häuser finden sich bei der IGBBSL: Link)
Wir solidarisieren uns mit den Besetzer:innen und ihren Forderungen & wünschen ihnen viel Power!

Hier der Aufruf, der veröffentlicht wurde:
SKKG und Co. Enteignen
Freiräume – Wohnungsnot
alles-wird-besetzt
18.02. 2024
Wohnung in Winterthur Wülflingen besetzt!
Stadtaufwertung und die damit verbundene Vertreibung von armen und marginalisierten Personen ist ein ständig fortschreitender Prozess in den Metropolen Europas.
Auch in Winterthur wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden – besonders in der Innenstadt. Immobilienfirmen wie Implenia, SKKG, GSSA und auch die SBB reissen ab, sanieren und bauen fleissig. Das kommt allerdings nicht der Allgemeinheit zu Gute, denn oft werden teure Wohnungen für Besserverdienende gebaut, wie am Beispiel der leerstehenden Kesselhauswohnungen sichtbar wird. Auch Sanierungen führen zu starken Mietpreiserhöhungen. Die Winterthurer Stadtregierung hat das materielle Interesse, reiche Steuerzahlende anzulocken. Dafür wird aufgewertet, was das Zeug hält. Neben der Zusammenarbeit mit Immobilienfirmen sollen zum Beispiel im Stadtpark neue Kaffees und Konsummöglichkeiten für Yuppies aus dem Boden gestampft werden. Die Jugend und das «Gesindel» hingegen werden durch ständige Kontrollen und Schikane von den Bullen weggeekelt.
Auch in der Steinberggasse treibt die Stiftung für Kunst Kultur und Geschichte (SKKG) ihr Unwesen und saniert fleissig. Dabei gibt sie sich Mühe, in gutem Licht zu erscheinen. So bot sie den Mieter*innen – natürlich nach einer saftigen Mietpreiserhöhung – an, wieder in die vorher bewohnten Steibi-Wohnungen einziehen zu dürfen.
Wo ihnen niemand auf die Finger schaut, wie in Wülflingen an der Zypressenstrasse, ist die Stiftung weitaus weniger zimperlich. Hier leben viele Migrant*innen und Prekarisierte, sowie Arbeitslose. Die SKKG lässt die Häuser zerfallen, während sie die Bewohner*innen noch so lange wie möglich ausquetscht; Schimmel, Asbest, undichte Fenster, heruntergekommene und verkalkte Gemeinschaftswaschküchen, keine Zentralheizung und sanitäre Einrichtungen, die nicht richtig funktionieren.
Wenn es keinen Wohnraum gibt für uns aus der unteren Klasse, müssen wir ihn uns halt zurückholen. Genau das wurde nun auch gemacht: Eine leerstehende Wohnung an der Zypressenstrasse 28 wurde besetzt und die Bruchbude wurde durch aufwändige Arbeit wieder bewohnbar gemacht. Damit wollen wir auch ein Zeichen setzen – gegen Gentrifizierung und die menschenverachtende Eigentumslogik der Immobilienfirmen.
Für uns ist dieser Wohnraum essenziell für unser tägliches Leben. Für die SKKG ist dieser Wohnraum nur ein Weg, um Profit zu machen und wird abgerissen, sobald die Mieten nicht mehr rentieren.
Unsere Nachbar*innen bezahlen immer noch hunderte Franken monatlich, um unter diesen Umständen zu leben.
Wir fordern für alle Bewohnenden der Liegenschaften an der Zypressentrasse bis zum Abriss einen sofortigen Mieterlass!
Für solidarische Quartiere von unten!
GEGEN DIE STADT DER REICHEN – SKKG UND CO. ENTEIGNEN!
https://barrikade.info/article/6322
Am 3. März stimmt der Kanton Zürich über die Initiative von Recht und Ordnung ab; die sogenannte „Anti-Chaoten-Initiative“.
„…die Initiative fordert, dass verschiedene Kosten, die aufgrund von Demonstrationen, Kundgebungen, anderweitigen Veranstaltungen oder Hausbesetzungen entstehen, von den Veranstaltenden, Störenden und Teilnehmenden getragen werden.“
Polizeiaufgebote sind an solchen Veranstaltungen oft völlig unverhältnismässig und verursachen somit riesige Kosten. Diese Kosten sollen zukünftig auf die Teilnehmenden abgewälzt werden.
(Beispiel Basel Nazifrei 2023 : rund 450’000 CHF)
Diese Initiative, die von der Jungen SVP lanciert wurde, greift die Meinungs- und Versammlungsfreiheit an, welche im Völkerrecht und der Bundesverfassung garantiert ist.
Die Annahme würde dazu führen, dass Zürich das härteste Polizeigesetz der Schweiz und eines der härtesten in ganz Europa(!) hätte.
Die Initiative ist menschenrechtswidrig und würde willkürliche Kollektivbestrafung ermöglichen.
Die Androhung von untragbaren Kosten will uns von Demonstrationen und Kundgebungen und somit von einem grundlegenden Teil der politischen Mitsprache abhalten. Es geht den Initianten offensichtlich darum, linken Aktivismus als solchen zu kriminalisieren.
Denn wer sind diese sogenannten Chaot*innen, vor denen uns die SVP beschützen will?
Alle die auf die Strasse gehen, alle die an eine bessere Zukunft glauben und das auch teilen und umsetzen wollen!
Egal ob wir uns fürs Klima, Arbeitsrechte, bezahlbaren Wohnraum oder gegen patriarchale Strukturen einsetzen; wir alle sind betroffen.
Ob Demos, Streiks, oder Besetzungen, jegliche Form von emanzipatorischem, anti-kapitalistischem Aktivismus wird hier angegriffen!
Wir MÜSSEN die Versammlungsfreiheit schützen, darum:
2X NEIN zur Initiative UND dem Gegenvorschlag!
Solche Drohungen lassen wir uns nicht gefallen!
Gehen wir weiterhin wütend auf die Strassen, um gemeinsam gegen genau solche Repressionen und Ungerechtigkeiten zu kämpfen!
2X NEIN ZUR CHAOT:INNEN-INITIATIVE!
GEGEN RECHTSRUTSCH UND REPRESSION
Was heute geschah:
Die sieben selbstverwalteten Stefanini-Häuser in und um Winterthur waren heute abend von der Stefanini-Immobilien- und Kunststiftung SKKG vorgeladen worden, um zu erfahren, was die SKKG in Zukunft mit unseren Zuhause vor hat.

Winterthur: Aktionstage gegen die Stadt der Reichen, 26. bis 29. Mai 2023
An diesem Pfingstwochenende fand in Winterthur ein erfolgreiches Treffen gegen die profitorientierte und armenfeindliche Aufwertung der Städte statt. Insgesamt beteiligten sich über 300 Personen an der Demonstration und an den vielfältigen Diskussionen und Aktionen.


Heraus zu den Aktionstagen gegen die Stadt der Reichen!


Wer noch nicht weiss, warum, kann sich die beiden tollen Radio-Jingles in verschiedenen Sprachen anhören:
Medienmitteilung des Antikapitalistischen Bündnis Winterthur zur revolutionären 1. Mai-Demo in Winterthur

«Nur nicht bescheiden, Bosse enteignen!» lautete dieses Jahr unsere vom antikapitalistischen Bündnis zurecht selbstbewusst gewählte Parole. Denn nicht nur, dass sich dieser im revolutionären Block mehr als 350 (ca. 600 insgesamt) Personen anschlossen, bestätigte, dass die Leute genug haben von der nächsten Krisen-Runde im Hamsterrad. Nein auch die diversen Botschaften, welche von den unterschiedlichen Gruppierungen auf die Strasse getragen wurden, zeigten auf, dass es nur diesen einen Weg gibt. Den Kapitalismus zerschlagen und die Bosse enteignen! Kleiner Spoiler voraus: Leider wurde dieses Ziel knapp verfehlt, da sich die Bosse angesichts des lautstarken und kämpferischen revolutionären Blocks nicht auf die Strasse getraut haben.
Am Mittwoch 1. Februar haben sich über 40 Leute vor dem Hautpsitz der Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte versammelt, um gegen die drohende Räumung der selbstverwalteten Häuser und gegen die Aufwertungs- und Vertreibungspolitik der SKKG zu protestieren.

Hier der Radio Stadtfilter-Beitrag & Redebeiträge zur Kundgebung «Vertreibung ist keine Kunst» am 1.2. vor dem Sulzer/Stefanini-Hochhaus in Winterthur: