Am Samstag, 20.12.2025, nahmen sich in Winterthur über 500 Menschen die Strassen, um gegen die geplante Räumung der Gisi (General-Guisan-Strasse 31) und für den Erhalt von günstigem, selbstverwaltetem Wohnraum zu demonstrieren. Wir wurden dabei tatkräftig von Leuten aus der ganzen Schweiz unterstützt. Trotz Grossaufgebot der Bullen liessen wir uns nicht einschüchtern.
Während der Demo gab es starke Reden vom Revolutonären Jugendbündnis Winterthur, dem Revolutionären Aufbau Winterthur, der Interessengemeinschaft der Bewohner:innen und Benutzer:innen von Stefanini Liegenschaften (IGBBSL) und vom Antikapitalistischen Bündnis Winterthur.
28 Jahre selbstverwaltete Geschichte unter Beschuss
Die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) will die Gisi, eines der ältesten noch bestehenden besetzten Wohn- und Kulturhäuser der Schweiz, im Frühjahr 2026 räumen lassen. Alle Verhandlungsversuche, das Haus weiterhin als unkommerziellen, kollektiven Wohn- und Kulturraum zu erhalten, wurden von der SKKG abgeblockt.
In der Gisi haben in den letzten 28 Jahren unzählige Künstler:innen mit Konzerten, Workshops und Veranstaltungen für kulturelle Vielfalt gesorgt. Und die Gisi war nicht nur Kulturraum, sondern bedeutete auch günstigen kollektiven Wohnraum für viele, die wenig haben.
So entstand eine Kultur mit einem kritischen Umgang gegenüber unterdrückerischen Mechanismen, Profitlogik und gesellschaftlichen Zwängen. Damit schreiben wir nicht nur 28 Jahre Geschichte, sondern reihen uns ein in alle linken, emanzipatorischen Kämpfe der Vergangenheit und Zukunft.
Profit statt Kultur: SKKG und die Stadt ziehen an einem Strang
Die SKKG besitzt schweizweit rund 2200 Wohnungen. Jahrzehntelang liess sie viele Häuser verlottern und strich gleichzeitig Mieten ein. Jetzt will sie totalsanieren, abreissen, verdrängen und Mieten erhöhen. Währenddessen richtet sich die Wohnpolitik der Stadt Winterthur konsequent auf jene aus, die sich Luxus leisten können. Aufwertung und Verdrängung egal ob in Töss, Hegi oder am Schützenweiher: Wer wenig hat, wird verdrängt.
Die angedrohte Räumung der Gisi ist nicht nur ein Angriff auf ihre Bewohner:innen. Sie ist ein Angriff auf uns alle, uns alle, die immer grössere Teile unseres Einkommens für Miete ausgeben müssen, die keine zahlbaren Wohnungen mehr finden, die sich gegen den kapitalistische Aufwertungswahn wehren.
Wenn selbstverwaltete Orte verschwinden, steigen die Mieten ringsherum. Aufwertung und Vertreibung macht nicht einfach plötzlich Halt vor deinem Haus. Und während einige wenige mit Immobilien spekulieren und ihre Renditen maximieren, werden Menschen in den Teufelskreis „arbeiten, um zu wohnen – wohnen, um zu arbeiten“ gezwungen.
Darum endet unser Kampf auch nicht mit der Gisi oder den anderen räumungsbedrohten Häusern und Wagenplätzen. Er geht über jedes einzelne Haus hinaus. Unser Ziel sind nicht kleine Oasen in einer kapitalistischen Stadt. Unser Ziel ist eine Stadt, in der alle Menschen ein sicheres Zuhause haben, ohne Angst vor Kündigung und Verdrängung. Ein Dach über dem Kopf ist ein Grundrecht, und keine Ware.
Unser Widerstand geht weiter!
Nur ein extrem kleiner Teil profitiert im kapitalistischen System. Wir aber – die Mieter:innen, die Besetzer:innen, die Arbeiter:innen, die Kulturschaffenden, die Prekarisierten, die Vertriebenen – wir sind viele! Unser Widerstand endet nicht bei einem Haus oder bei einer Demo. Kämpfen wir gemeinsam weiter!
Der Kapitalismus ist das Problem! Die Häuser denen, die drin wohnen!
11.Januar 2026 Input der Häuservernetzung am No WEF Wintertquartier Bern
Im neuen Jahr finden in Zürich und Bern zur Mobilisierung gegen das WEF Veranstaltungen und Demonstrationen statt.
Die Häuservernetzung Winterthur wurde zum NO WEF Winterquartier in Bern eingeladen, um über die aktuelle Situation der räumungsbedrohten, selbstverwalteten Häuser und Wagenplätze zu erzählen. Wir freuen uns über einen solidarischen Austausch.
Gisi verteidigen – Kein Profit mit Wohnraum – Wir bleiben alle!
Infoveranstaltung zur akuten Räumungsandrohung gegen die Gisi – das älteste besetzte Haus der Schweiz und weitere selbstverwaltete Häuser und Wagenplätze in Winterthur.
Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum! Demonstration 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur
Nach der Wohndemo vom 2. November 2024 gehen wir wieder gegen die Wohnkrise in Winterthur auf die Strasse. Dieses Mal richtet sich die Demonstration auch spezifisch gegen die akute Räumungsdrohung der Stefanini-Stiftung (SKKG) gegen einen der ältesten besetzten Wohn- und Kulturräume der Schweiz, der Gisi.
Wir wehren uns gegen die Zerstörung von günstigem Wohn- und unkommerziellem Kulturraum, gegen explodierende Mieten, gegen Abrisswahn und Luxussanierungen, gegen die städtische Politik, die nur auf die Interessen der Reichen abzielt, während Leute ohne Geld keinen Platz mehr haben sollen in dieser Stadt.
Wir sind viele, die von Wohnungsnot, Gentrifizierung, überteuerten Mieten, Kündigungen und Räumungen betroffen sind. Es sind nur wenige, die sich auf unsere Kosten massiv bereichern und aus den Mieten und dem Boden ihre Profite pressen. Wir brauchen die Besitzenden nicht, Selbstverwaltung und Vergesellschaftung ist die einzige Antwort auf die Wohnkrise.
Wir tragen unsere Anliegen kreativ, laut und kämpferisch auf die Strassen und wollen, dass alle an die Wohndemo kommen können – jüngere und ältere, Familien mit Kindern, Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen und Velo. Zusammen sind wir viele! Zusammen sind wir stark!
Bringt Transpis, Fahnen, Schilder und Trompeten! Kommen wir zusammen im Protest gegen die anhaltende Wohnkrise! Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum!
Antikapitalistisches Bündnis Winterthur, Dezember 2025
Aufruf zur Demonstration vom 20.12.:
Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum! Kommt alle zur Demo am 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, will die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG die Gisi (General-Guisan-Str. 31, Winterthur), das vermutlich ältestes besetzte Wohn- und Kulturhaus der Schweiz, im Februar 2026 räumen lassen.
Alle Verhandlungsversuche, das Haus dauerhaft selbstverwaltet und unkommerziell weiter zu bewohnen und zu beleben, sind am Unwillen der Stiftung gescheitert.
Ausgerechnet die SKKG, die sich Kunst, Kultur und Geschichte auf die Fahne schreibt, will genau dies zerstören:
Denn in der Gisi haben in den letzten 28 Jahren unzählige Künstler*innen mit Konzerten, Workshops und Veranstaltungen für eine künstlerische Vielfalt gesorgt. Über die Jahrzehnte haben auch sehr viele Leute in der Gisi gewohnt oder konnten vorübergehend unterkommen. Die Gisi bedeutet günstigen kollektiven Wohnraum für viele, die wenig haben.
Es entstand eine Kultur mit einem kritischen Umgang gegenüber unterdrückerischen Mechanismen, Profitlogik und gesellschaftlichen Zwängen.
Damit schreiben wir nicht nur 28 Jahre Geschichte, sondern reihen uns ein in alle linken, emanzipatorischen Kämpfe der Vergangenheit und Zukunft.
Offensichtlich verfolgt die SKKG also ein anderes Ziel. Sie möchte aus Ihren schweizweit 2200 Wohnungen noch mehr Profit erwirtschaften. Deshalb wollen sie jetzt auch aus der Gisi für 5 Millionen Franken einen schicken, profitablen Yuppietempel machen.
Und die Stadt freuts: Denn die städtische Wohnpolitik ist ausschliesslich auf die Interessen der Reichen ausgerichtet, es herrscht Aufwertungswahn. Egal, ob in Töss, Hegi oder am Schützenweiher, überall sollen die Armen Platz machen (für Luxuswohnungen und Yuppie-Freiräume).
Doch wir werden die angedrohte Räumung der Gisi nicht einfach so hinnehmen. Machen wir der SKKG und der Stadt deutlich, dass wir die Gisi verteidigen. Denn die Gisi zu räumen, ist ein Angriff auf uns alle. Auf uns, die immer einen grösseren Teil unseres Lohns für die Miete ausgeben müssen. Auf uns, die keine zahlbaren Wohnungen mehr finden können.
Die Zerstörung von besetztem Wohn- und Kulturraum betrifft aber nicht nur die Bewohner:innen, sondern die ganze Stadt. Sind die selbstverwalteten Häuser einmal weg, steigen ringsherum die Mieten und die Vertreibung trifft die Nächsten.
Unser Kampf endet nicht mit der Gisi oder den anderen räumungsbedrohten Häuser und Wagenplätze. Er geht über jedes einzelne Haus hinaus. Wir kämpfen gegen die kapitalistische Stadtaufwertung, gegen die skrupellose Bereicherung einiger weniger auf Kosten jener, die sowieso wenig haben und sich die immer höheren Mieten nicht leisten können.
Gegen Aufwertung und Vertreibung – Wir bleiben alle!
Gegen die Räumung der Gisi und den Erhalt von günstigem Wohnraum überall rufen wir euch alle auf, am Sa. 20.12.2025 um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof Winterthur an die grosse, vielfältige „Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum“-Demo zu kommen. Bringt Eure Freund:innen, Nachbar:innen, Arbeitskolleg:innen mit. Denn: Nur eine kleine Minderheit profitiert von der Wohnungsnot. Wir sind mehr!
Leisten wir alle zusammen Widerstand gegen Vertreibung und Räumungen in allen Formen und Facetten, so vielseitig wie all die Menschen, die die Gisi in den letzten 28 Jahren bewohnt, belebt und besucht haben!
Und bitte unterschreibt die Campax-Petition, die für den Erhalt der Gisi ins Leben gerufen wurde!
Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum! Demonstration 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur
Nach der Wohndemo vom 2. November 2024 gehen wir wieder gegen die Wohnkrise in Winterthur auf die Strasse. Dieses Mal richtet sich die Demonstration auch spezifisch gegen die akute Räumungsdrohung der Stefanini-Stiftung (SKKG) gegen einen der ältesten besetzten Wohn- und Kulturräume der Schweiz, der Gisi.
Wir wehren uns gegen die Zerstörung von günstigem Wohn- und unkommerziellem Kulturraum, gegen explodierende Mieten, gegen Abrisswahn und Luxussanierungen, gegen die städtische Politik, die nur auf die Interessen der Reichen abzielt, während Leute ohne Geld keinen Platz mehr haben sollen in dieser Stadt.
Wir sind viele, die von Wohnungsnot, Gentrifizierung, überteuerten Mieten, Kündigungen und Räumungen betroffen sind. Es sind nur wenige, die sich auf unsere Kosten massiv bereichern und aus den Mieten und dem Boden ihre Profite pressen. Wir brauchen die Besitzenden nicht, Selbstverwaltung und Vergesellschaftung ist die einzige Antwort auf die Wohnkrise.
Wir tragen unsere Anliegen kreativ, laut und kämpferisch auf die Strassen und wollen, dass alle an die Wohndemo kommen können – jüngere und ältere, Familien mit Kindern, Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen und Velo. Zusammen sind wir viele! Zusammen sind wir stark!
Bringt Transpis, Fahnen, Schilder und Trompeten! Kommen wir zusammen im Protest gegen die anhaltende Wohnkrise! Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum!
Antikapitalistisches Bündnis Winterthur, Dezember 2025
Aufruf zur Demonstration vom 20.12.:
Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum! Kommt alle zur Demo am 20.12.2025 14:00 Hauptbahnhof Winterthur
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, will die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG die Gisi (General-Guisan-Str. 31, Winterthur), das vermutlich ältestes besetzte Wohn- und Kulturhaus der Schweiz, im Februar 2026 räumen lassen.
Alle Verhandlungsversuche, das Haus dauerhaft selbstverwaltet und unkommerziell weiter zu bewohnen und zu beleben, sind am Unwillen der Stiftung gescheitert.
Ausgerechnet die SKKG, die sich Kunst, Kultur und Geschichte auf die Fahne schreibt, will genau dies zerstören:
Denn in der Gisi haben in den letzten 28 Jahren unzählige Künstler*innen mit Konzerten, Workshops und Veranstaltungen für eine künstlerische Vielfalt gesorgt. Über die Jahrzehnte haben auch sehr viele Leute in der Gisi gewohnt oder konnten vorübergehend unterkommen. Die Gisi bedeutet günstigen kollektiven Wohnraum für viele, die wenig haben.
Es entstand eine Kultur mit einem kritischen Umgang gegenüber unterdrückerischen Mechanismen, Profitlogik und gesellschaftlichen Zwängen.
Damit schreiben wir nicht nur 28 Jahre Geschichte, sondern reihen uns ein in alle linken, emanzipatorischen Kämpfe der Vergangenheit und Zukunft.
Offensichtlich verfolgt die SKKG also ein anderes Ziel. Sie möchte aus Ihren schweizweit 2200 Wohnungen noch mehr Profit erwirtschaften. Deshalb wollen sie jetzt auch aus der Gisi für 5 Millionen Franken einen schicken, profitablen Yuppietempel machen.
Und die Stadt freuts: Denn die städtische Wohnpolitik ist ausschliesslich auf die Interessen der Reichen ausgerichtet, es herrscht Aufwertungswahn. Egal, ob in Töss, Hegi oder am Schützenweiher, überall sollen die Armen Platz machen (für Luxuswohnungen und Yuppie-Freiräume).
Doch wir werden die angedrohte Räumung der Gisi nicht einfach so hinnehmen. Machen wir der SKKG und der Stadt deutlich, dass wir die Gisi verteidigen. Denn die Gisi zu räumen, ist ein Angriff auf uns alle. Auf uns, die immer einen grösseren Teil unseres Lohns für die Miete ausgeben müssen. Auf uns, die keine zahlbaren Wohnungen mehr finden können.
Die Zerstörung von besetztem Wohn- und Kulturraum betrifft aber nicht nur die Bewohner:innen, sondern die ganze Stadt. Sind die selbstverwalteten Häuser einmal weg, steigen ringsherum die Mieten und die Vertreibung trifft die Nächsten.
Unser Kampf endet nicht mit der Gisi oder den anderen räumungsbedrohten Häuser und Wagenplätze. Er geht über jedes einzelne Haus hinaus. Wir kämpfen gegen die kapitalistische Stadtaufwertung, gegen die skrupellose Bereicherung einiger weniger auf Kosten jener, die sowieso wenig haben und sich die immer höheren Mieten nicht leisten können.
Gegen Aufwertung und Vertreibung – Wir bleiben alle!
Gegen die Räumung der Gisi und den Erhalt von günstigem Wohnraum überall rufen wir euch alle auf, am Sa. 20.12.2025 um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof Winterthur an die grosse, vielfältige „Gisi bleibt! Kein Profit mit Wohnraum“-Demo zu kommen. Bringt Eure Freund:innen, Nachbar:innen, Arbeitskolleg:innen mit. Denn: Nur eine kleine Minderheit profitiert von der Wohnungsnot. Wir sind mehr!
Leisten wir alle zusammen Widerstand gegen Vertreibung und Räumungen in allen Formen und Facetten, so vielseitig wie all die Menschen, die die Gisi in den letzten 28 Jahren bewohnt, belebt und besucht haben!
Und bitte unterschreibt die Campax-Petition, die für den Erhalt der Gisi ins Leben gerufen wurde!
Wer noch mehr Inspiration braucht:
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Kommt ans OAT am 19.12.2025:
Meldet euch auf Instagram via DM oder per E-Mail an oat-winterthur@immerda.ch um den Veranstaltungsort zu erfahren.
Infos zur Demo & Transpimalen gegen Gisi-Räumung & Wohnkrise!
🚩 SO 14.12. ab 12 Uhr im Post Squat in Zürich Transpi malen mit Input um 14 Uhr zur Geschichte & Infos zur Gisi-bleibt-Demo am 20. Dezember in Winti. Kommt vorbei, informiert euch und malt mit uns!
🚩 Heraus zur Gisi-bleibt-Demo am SA 20.12., 14:00h, Bahnhof Winterthur!
Im August 2025 erhielten wir – vier in der Häuservernetzung Winterthur organisierte, selbstverwaltete Stefanini-Häuser – Post von der Terresta, der Immobilienverwaltung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG.
Die Terresta verlangt noch im September 2025 Zutritt zu den Häusern. Sie möchte mit unternehmenseigenen Leuten eine «sicherheitsrelevante Zustandsanalyse» vornehmen. Angeblich sei ihr der Zustand der Liegenschaften unbekannt.
Das stimmt nicht: Die SKKG hat bereits 2019 in allen angeschriebenen Häusern Begehungen mit Fachpersonen der Terresta durchgeführt und dabei die Bewohnbarkeit bestätigt.
Unsere Ofenheizungen werden jährlich überprüft. Der Sicherheitsnachweis der Elektroinstallationen wurde durchgeführt bzw. ist auf Anfang September 2025 vorgesehen.
Weshalb erneut Begehungen?
Die SKKG hat bei drei der vier angeschriebenen Häuser ab nächstem Jahr Räumungen angekündigt. Sie plant hier lukrative Bauprojekte, um die Rendite zu steigern.
Sollen nun die drei von uns seit Jahrzehnten unfallfrei bewohnten und auf eigene Kosten unterhaltenen Häuser (das älteste seit 1997, das jüngste seit 2004) unter dem Vorwand mangelnder Sicherheit vorzeitig geräumt werden? Oder sollen angebliche Sicherheitsmängel der öffentlichen Legitmierung der Räumungen dienen?
In all den Jahren interessierte sich weder der ehemalige Eigentümer Bruno Stefanini noch die SKKG allzu sehr für die Sicherheit in diesen Häusern.
Wir sind selbstverständlich bereit, nötige sicherheitsrelevante Anpassungen vorzunehmen und Mängel zu beheben, so sie denn bestehen – immerhin leben wir ja in diesen Häusern.
Wir sind allerdings nicht bereit, uns unter vorgeschobenen Gründen kurz vor dem Winter auf die Strasse stellen zu lassen.
Wir kämpfen in Zeiten der grassierenden Wohnungsnot um unseren Wohnraum und gegen die drohende Obdachlosigkeit. Wir fordern alle auf, sich diesem Kampf anzuschliessen.
Am Montag um 20.00 Uhr tagt das Stadtparlament Winterthur im Rathaus an der Marktgasse 20.
Traktandiert ist u.a. die Überbauung/Luxussanierung Schützenweiher, mit der ca. 70 Menschen ihr zu Hause verlieren würden.
Betroffen von diesem Projekt ist der Wagenplatz Frostschutz und die Dauercampierenden auf dem Camping Rosenberg. Die jenischen Nachbarinnen würden zum Umzug gezwungen.
Teilen wir der Stadt unsere Wut mit und treffen wir uns, um gemeinsam an die Parlamentssitzung zu gehen.
Wir treffen uns am Montag, 30.6. um 19.30 Uhr bei der Oskar-Reinhard-Treppe beim Stadtgarten.
Falls sie nicht mit allen Traktanden durchkommen, werden wir ihnen am darauf folgenden Montag, 7.7. um 16.00 Uhr nochmals einen Besuch abstatten müssen!
Für den Einlass gibts keine Ausweispflicht.
Bringt eure Transpis mit!
Wir lassen uns nicht vertreiben, weder durch Kaspar Bopps überteuerte Glampinggelüste noch Bettina Stefaninis irrem Gentrifikationswahn! Für eine Stadt für alle!
Am 26. Mai 2025 hat die Terresta, die Immobilienverwaltung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG, auf ihrer Webseite eine Medienmitteilung zur Schlichtungsverhandlung vom 20. Mai 2025 veröffentlicht, die sich um die angedrohte Räumung der General-Guisanstrasse 31 drehte.
Im Auftrag der steuerbefreiten, milliardenschweren Kunststiftung SKKG möchte die Terresta im kommenden Februar die General-Guisanstrasse 31 von der Polizei räumen lassen. Ungeachtet der akuten Wohnungsnot sollen sämtliche Bewohner:innen noch im Winter mit Gewalt auf die Strasse gestellt werden.
In ihrer Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 behauptet die Terresta nun, sie hätten seit 2022 versucht, mit den Bewohner:innen der General-Guisanstrasse 31 sowie mit den Bewohner:innen von sechs weiteren selbstverwalteten Stefanini-Liegenschaften «einen Kompromiss» zu finden. In drei Fällen «leider erfolglos», wie sie anfügt.
Wollte die SKKG einen Kompromiss? Nein!
Als Häuservernetzung Winterthur – ein Zusammenschluss der räumungsbedrohten Stefanini-Häuser mit anderen Wohnprojekten in Winterthur – versuchen wir seit 2020, den langfristigen Erhalt der selbstverwalteten Stefanini-Häuser abzusichern. In Zeiten der Wohnkrise und immer höheren Mieten ist es richtig, sich für den Erhalt von günstigem Wohn- und Kulturraum sowie gegen die Vertreibung langjähriger Bewohner:innen einzusetzen.
Seit fünf Jahren sind wir es, die Verhandlungen mit der SKKG initiiert haben. Wir waren stets offen für Gespräche, die den Erhalt des bezahlbaren Wohn- und Kulturraums zum Ziel haben. Wir haben der SKKG mehrere konkrete Vertragsvorschläge unterbreitet. Wir haben dafür Expert:innen zugezogen und Renovationspläne aufgestellt. Diese wurden auch der SKKG vorgelegt.
Nach einer Reihe von Aktionen, mit denen wir der Forderung nach einer Lösung für alle selbstverwaltetene Häuser Nachdruck verliehen, war die SKKG im Frühling 2022 endlich bereit, sich mit uns zusammenzusetzen.
An diesem Treffen nahm die damalige SKKG-Präsidentin (heute Direktorin) Bettina Stefanini und der frühere Terresta-CEO Hans Rupp teil. Allerdings ging es nicht darum, wie nun behauptet wird, einen Kompromiss zu finden. Vielmehr wollte die SKKG den Bewohner:innen der selbstverwalteten Häuser einen unsicheren und repressiven Gebrauchsleihevertrag aufwingen.
Das mussten wir ablehnen. Der von der SKKG vorgebrachte Gebrauchsleihevertrag versprach weder Langfristigkeit noch Sicherheit. Sein Zweck lag einzig und allein darin, die Bewohner:innen einfacher auf die Strasse zu stellen, unter Druck zu setzen und bei Bedarf zu kriminalisieren.
Wir legten der SKKG stattdessen einen sozial und ökologisch nachhaltigen Vertragsvorschlag vor, um die Häuser langfristig abzusichern. Er sah Baurechtsverträge und einen Renovationsplan vor. Die SKKG ging auf diesen Vorschlag mit keinem Wort ein. Ihr Motto: Friss oder stirb. Sieht so ein Kompromiss aus?
Nach diesem Gespräch ging die SKKG auf Tauchstation. Bis im Sommer 2023, als sie die Bewohner:innen der selbstverwalteten Häuser vor vollendete Tatsachen stellte. Sie teilte mit, sie werde drei Liegenschaften räumen lassen, komme was wolle. Sie liess nicht mit sich reden. Die SKKG setzt also auf Konfrontation.
«Gisi»: Vorwände, um eine Räumung zu rechtfertigen
Eines dieser drei Häuser, die geräumt werden sollen, ist die «Gisi», das älteste und bekannteste besetzte Haus in Winterthur, günstiger Wohn- und unkommerzieller Kulturraum in einem. Seit 28 Jahren wird die «Gisi» von ihren Bewohner:innen und Benutzer:innen mit viel Engagement und Gratisarbeit instand gehalten. Sie wäre sonst längst zerfallen. Die «Gisi» ist schutzwürdig, sowohl die Liegenschaft wie ihre bestehende Nutzung.
Jahrzehntelang interessierte sich die Eigentümerschaft nicht für den Zustand der «Gisi». Nun, da man Profit aus der Liegenschaft schlagen möchte, schert sie sich ebenso wenig um die Menschen, die sich jahrzehntelang um das Haus gekümmert haben und hier wohnen. Auch nicht um jene, die in der «Gisi» willkommen sind, wenn sie vorübergehend ein Obdach brauchen. Und noch weniger schert sich die Kunststiftung SKKG um die in der «Gisi» entstandene unkommerzielle und vielfältige Kultur.
In der Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 ringt die PR-Abteilung der Terresta um Gründe, wieso eine gewaltsame Räumung der «Gisi» im Februar 2026 nötig sein soll. Sie saugt sie sich regelrecht aus den Fingern:
Von «unabsehbaren Haftungsrisiken» ist die Rede. Doch seit den 28 Jahren der Selbstverwaltung hat es in der «Gisi» keinen einzigen Haftungsfall gegeben.
Die Lärmbelastung für die Nachbarschaft wird genannt. Deren ist die «Gisi» sich bewusst. Die Bewohner:innen und der Kulturraum bemühen sich um einen rücksichtsvolleren Umgang mit ihren Nachbar:innen. Allerdings ist die «Gisi» beileibe nicht die einzige Lärmquelle. In der Winterthurer Altstadt treffen unterschiedliche Lokale und Menschen aufeinander und sorgen für eine lebendige Stimmung.
Die Terresta beschwert sich, dass der Kulturraums den Rechtsweg beschreitet und vor die Schlichtungsstelle zieht. Offenbar ist man bei der SKKG und der Terresta der Ansicht, dass Rechte nur für die Besitzenden gelten und nur von ihnen in Anspruch genommen werden dürfen.
Bemängelt wird ein fehlende Wille des Kulturraums, sich «neu zu orientieren». Neuorientierung: das klingt gut, irgendwie modern und auch vernünftig, meint aber bloss die Verdrängung und Zerstörung der im Kulturraum der «Gisi» über Jahrzehnte gewachsenen unkommerziellen Kultur. Die SKKG behauptet, sie sei «nicht gegen die Subkultur, sondern gegen die unregulierte Nutzung ihrer Liegenschaft». Doch wieso weigert sie sich dann, in Verhandlungen über eine mögliche «Regulierung» zu treten?
Gefordert wird schliesslich, die Bewohner:innen der «Gisi» müssten aus Respekt vor den künftigen Mieter:innen (die der SKKG eine hohe Miete bezahlen müssen) und «den Interessen der Eigentümerin» gegenüber sich freiwillig räumen lassen. Obdachlos werden aus Respekt vor «der Eigentümerin»? Wie bitte? Wer denkt sich eigentlich sowas aus?
Letztlich sind das alles Vorwände, weil die SKKG ihr Vorhaben kaschieren möchte, in Zeiten der Wohnkrise eine lukrative Sanierung vorzunehmen. Dafür müssen die Bewohner:innnen der «Gisi» und der unkommerzielle Kulturraum halt vertrieben werden.
Wer bezahlt eigentlich für die Sanierungen und Abrisse?
Der Reichtum der als gemeinnützige Kulturstiftung auftretende, tatsächlich als profitorientierte Immobiliengesellschaft operierende SKKG beruht auf jenem ihres verstorbenen Stifters, Bruno Stefanini. Der liess seine zahlreichen Liegenschaften verwahrlosen und kassierte dafür über Jahrzehnte die Mieten, mit denen er Kunst und Krempel (etwa Nazidevotionalen) kaufte.
Unter der Leitung von Stefaninis Tochter saniert die SKKG nun alle ihre Liegenschaften. Einige will sie auch abreissen und überbauen. Durch die renditegetriebene Sanierungen wird Winterthur stark verändert. Es droht die Vertreibung der ärmeren Bevölkerungsteile. Ganz im Sinne der vom Stadtrat Winterthur unterstützten Politik der kapitalistischen Stadtaufwertung, welche die Ansiedlung von Gutverdienden bezweckt, wird der günstige Wohnraum durch Sanierungen Schritt für Schritt verschwinden.
Die SKKG investiert nicht weniger als 1 Milliarde, nochmals: 1000 Millionen Franken für Sanierungen und Überbauungen. Woher stammt das ganze Geld? Aus dem Vermögen Stefaninis? Von wegen: Es stammt von den Mieter:innen!
Die nötigen Sanierungen liessen sich problemlos aus den von Bruno Stefanini angehäuften Geldern finanzieren. Das eine oder andere Gemälde aus seiner Sammlung würde reichen, um ein paar Dächer zu flicken. Auch die Einführung der Kostenmiete in den SKKG-Liegenschaften wäre denkbar. Die finanziell gut aufgestellte Stiftung (ihre Liegenschaften sind schuldenfrei) könnte problemlos mit den Bewohner:innen der selbstverwalteten Häusern eine langfristige und sichere Vereinbarung treffen.
Doch das grosse Geld lockt. Die SKKG treibt renditegetriebene Sanierungen mit Räumungen, Vertreibungen und Abrissen voran und finanziert diese über höhere Mieten (diese werden notabene mit jedem Mieter:innenwechsel und jeder Pinselrenovation heraufgesetzt). Nicht nur die Mieter:innen zahlen die Zeche, auch die öffentliche Hand, werden doch viele Mieten von Stefanini-Wohnungen über die Sozialhilfe gedeckt.
Es braucht eine kollektive Lösung
Unsere Forderung ist: Es braucht für alle räumungsbedrohten selbstverwalteten Häuser eine kollektive Lösung. Als Häuservernetzung Winterthur kämpfen wir gemeinsam, wir entscheiden gemeinsam und wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.
Wir unterstützen die Bewohner:innen jener vier Häuser, welche die SKKG als Zückerli «zur Weiternutzung» anbietet, wie es in der Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 heisst. Genauso werden wir aber jene drei Liegenschaften verteidigen, die die SKKG darum räumen lassen möchte, weil sie an lukrativen Lagen liegen.
Wir bleiben bei unserem ernstgemeinten Vorschlag gegenüber der SKKG, die selbstverwalteten Häuser im Baurecht zu übernehmen. Damit würden die Bewohner:innen vor der Obdachlosigkeit bewahrt und der Erhalt der Liegenschaften wäre langfristig gesichert. Es ist nicht so, dass die SKKG das nicht einsehen würde: Bei einem der vier Häuser, die sie «zur Weiternutzung» anbietet, verhandeln wir derzeit um einen Baurechtsvertrag.
Es geht also. Warum nicht auch bei der «Gisi» und den anderen Häusern?
Die SKKG ist nicht auf die selbstverwalteten Häuser angewiesen. Für uns hingegen bilden sie die Existenzgrundlage. Wir haben sonst nichts. In Winterthur ist es heute schwer, eine bezahlbare Wohnungen zu finden. Die Wohnkrise betrifft alle – wir sind einige unter vielen. Dasselbe gilt für Räume für unkommerzielle Kunst und Kultur, die fehlen.
Mit ihrer Unbeweglichkeit verschärft die SKKG diese schwierige Situation. Sie hat jetzt die Wahl, ob sie zu einer gütlichen Lösung beitragen oder weiter auf Konfrontation setzen will. Wir bleiben offen für Verhandlungen.
Gleichzeitig stellen wir klar: Wir werden weder die «Gisi», noch die anderen räumungsbedrohten, selbstverwalteten Häuser kampflos aufgeben.
Wir, die Häuservernetzung Winterthur, fordern:
eine langfristige, sichere und kollektive Lösung für alle selbstverwalteten Stefanini-Häuser
keine Kündigungen bei Renovationen von Mietshäusern
Mitsprache der Mieter:innen bei Renovationen von Mietshäusern