Häuservernetzung Winterthur

Wohnraum verteidigen!

  • Stellungnahme der Häuservernetzung Winterthur zur Medienmitteilung der Terresta vom 26. Mai 2025

    Kulturstiftung vernichtet Kulturraum

    Am 26. Mai 2025 hat die Terresta, die Immobilienverwaltung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG, auf ihrer Webseite eine Medienmitteilung  zur Schlichtungsverhandlung vom 20. Mai 2025 veröffentlicht, die sich um die angedrohte Räumung der General-Guisanstrasse 31 drehte.

    Im Auftrag der steuerbefreiten, milliardenschweren Kunststiftung SKKG möchte die Terresta im kommenden Februar die General-Guisanstrasse 31 von der Polizei räumen lassen. Ungeachtet der akuten Wohnungsnot sollen sämtliche Bewohner:innen noch im Winter mit Gewalt auf die Strasse gestellt werden.

    In ihrer Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 behauptet die Terresta nun, sie hätten seit 2022 versucht, mit den Bewohner:innen der General-Guisanstrasse 31 sowie mit den Bewohner:innen von sechs weiteren selbstverwalteten Stefanini-Liegenschaften «einen Kompromiss» zu finden. In drei Fällen «leider erfolglos», wie sie anfügt.

    Wollte die SKKG einen Kompromiss? Nein!

    Als Häuservernetzung Winterthur – ein Zusammenschluss der räumungsbedrohten Stefanini-Häuser mit anderen Wohnprojekten in Winterthur – versuchen wir seit 2020, den langfristigen Erhalt der selbstverwalteten Stefanini-Häuser abzusichern. In Zeiten der Wohnkrise und immer höheren Mieten ist es richtig, sich für den Erhalt von günstigem Wohn- und Kulturraum sowie gegen die Vertreibung langjähriger Bewohner:innen einzusetzen.

    Seit fünf Jahren sind wir es, die Verhandlungen mit der SKKG initiiert haben. Wir waren stets offen für Gespräche, die den Erhalt des bezahlbaren Wohn- und Kulturraums zum Ziel haben. Wir haben der SKKG mehrere konkrete Vertragsvorschläge unterbreitet. Wir haben dafür Expert:innen zugezogen und Renovationspläne aufgestellt. Diese wurden auch der SKKG vorgelegt.

    Nach einer Reihe von Aktionen, mit denen wir der Forderung nach einer Lösung für alle selbstverwaltetene Häuser Nachdruck verliehen, war die SKKG im Frühling 2022 endlich bereit, sich mit uns zusammenzusetzen.

    An diesem Treffen nahm die damalige SKKG-Präsidentin (heute Direktorin) Bettina Stefanini und der frühere Terresta-CEO Hans Rupp teil. Allerdings ging es nicht darum, wie nun behauptet wird, einen Kompromiss zu finden. Vielmehr wollte die SKKG den Bewohner:innen der selbstverwalteten Häuser einen unsicheren und repressiven Gebrauchsleihevertrag aufwingen.

    Das mussten wir ablehnen. Der von der SKKG vorgebrachte Gebrauchsleihevertrag versprach weder Langfristigkeit noch Sicherheit. Sein Zweck lag einzig und allein darin, die Bewohner:innen einfacher auf die Strasse zu stellen, unter Druck zu setzen und bei Bedarf zu kriminalisieren.

    Wir legten der SKKG stattdessen einen sozial und ökologisch nachhaltigen Vertragsvorschlag vor, um die Häuser langfristig abzusichern. Er sah Baurechtsverträge und einen Renovationsplan vor. Die SKKG ging auf diesen Vorschlag mit keinem Wort ein. Ihr Motto: Friss oder stirb. Sieht so ein Kompromiss aus?

    Nach diesem Gespräch ging die SKKG auf Tauchstation. Bis im Sommer 2023, als sie die Bewohner:innen der selbstverwalteten Häuser vor vollendete Tatsachen stellte. Sie teilte mit, sie werde drei Liegenschaften räumen lassen, komme was wolle. Sie liess nicht mit sich reden. Die SKKG setzt also auf Konfrontation.

    «Gisi»: Vorwände, um eine Räumung zu rechtfertigen

    Eines dieser drei Häuser, die geräumt werden sollen, ist die «Gisi», das älteste und bekannteste besetzte Haus in Winterthur, günstiger Wohn- und unkommerzieller Kulturraum in einem. Seit 28 Jahren wird die «Gisi» von ihren Bewohner:innen und Benutzer:innen mit viel Engagement und Gratisarbeit instand gehalten. Sie wäre sonst längst zerfallen. Die «Gisi» ist schutzwürdig, sowohl die Liegenschaft wie ihre bestehende Nutzung.

    Jahrzehntelang interessierte sich die Eigentümerschaft nicht für den Zustand der «Gisi». Nun, da man Profit aus der Liegenschaft schlagen möchte, schert sie sich ebenso wenig um die Menschen, die sich jahrzehntelang um das Haus gekümmert haben und hier wohnen. Auch nicht um jene, die in der «Gisi» willkommen sind, wenn sie vorübergehend ein Obdach brauchen. Und noch weniger schert sich die Kunststiftung SKKG um die in der «Gisi» entstandene unkommerzielle und vielfältige Kultur.

    In der Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 ringt die PR-Abteilung der Terresta um Gründe, wieso eine gewaltsame Räumung der «Gisi» im Februar 2026 nötig sein soll. Sie saugt sie sich regelrecht aus den Fingern:

    • Von «unabsehbaren Haftungsrisiken» ist die Rede. Doch seit den 28 Jahren der Selbstverwaltung hat es in der «Gisi» keinen einzigen Haftungsfall gegeben.
    • Die Lärmbelastung für die Nachbarschaft wird genannt. Deren ist die «Gisi» sich bewusst. Die Bewohner:innen und der Kulturraum bemühen sich um einen rücksichtsvolleren Umgang mit ihren Nachbar:innen. Allerdings ist die «Gisi» beileibe nicht die einzige Lärmquelle. In der Winterthurer Altstadt treffen unterschiedliche Lokale und Menschen aufeinander und sorgen für eine lebendige Stimmung.
    • Die Terresta beschwert sich, dass der Kulturraums den Rechtsweg beschreitet und vor die Schlichtungsstelle zieht. Offenbar ist man bei der SKKG und der Terresta der Ansicht, dass Rechte nur für die Besitzenden gelten und nur von ihnen in Anspruch genommen werden dürfen.
    • Bemängelt wird ein fehlende Wille des Kulturraums, sich «neu zu orientieren». Neuorientierung: das klingt gut, irgendwie modern und auch vernünftig, meint aber bloss die Verdrängung und Zerstörung der im Kulturraum der «Gisi» über Jahrzehnte gewachsenen unkommerziellen Kultur. Die SKKG behauptet, sie sei «nicht gegen die Subkultur, sondern gegen die unregulierte Nutzung ihrer Liegenschaft». Doch wieso weigert sie sich dann, in Verhandlungen über eine mögliche «Regulierung» zu treten?
    • Gefordert wird schliesslich, die Bewohner:innen der «Gisi» müssten aus Respekt vor den künftigen Mieter:innen (die der SKKG eine hohe Miete bezahlen müssen) und «den Interessen der Eigentümerin» gegenüber sich freiwillig räumen lassen. Obdachlos werden aus Respekt vor «der Eigentümerin»? Wie bitte? Wer denkt sich eigentlich sowas aus?

    Letztlich sind das alles Vorwände, weil die SKKG ihr Vorhaben kaschieren möchte, in Zeiten der Wohnkrise eine lukrative Sanierung vorzunehmen. Dafür müssen die Bewohner:innnen der «Gisi» und der unkommerzielle Kulturraum halt vertrieben werden.

    Wer bezahlt eigentlich für die Sanierungen und Abrisse?

    Der Reichtum der als gemeinnützige Kulturstiftung auftretende, tatsächlich als profitorientierte Immobiliengesellschaft operierende SKKG beruht auf jenem ihres verstorbenen Stifters, Bruno Stefanini. Der liess seine zahlreichen Liegenschaften verwahrlosen und kassierte dafür über Jahrzehnte die Mieten, mit denen er Kunst und Krempel (etwa Nazidevotionalen) kaufte.

    Unter der Leitung von Stefaninis Tochter saniert die SKKG nun alle ihre Liegenschaften. Einige will sie auch abreissen und überbauen. Durch die renditegetriebene Sanierungen wird Winterthur stark verändert. Es droht die Vertreibung der ärmeren Bevölkerungsteile. Ganz im Sinne der vom Stadtrat Winterthur unterstützten Politik der kapitalistischen Stadtaufwertung, welche die Ansiedlung von Gutverdienden bezweckt, wird der günstige Wohnraum durch Sanierungen Schritt für Schritt verschwinden.

    Die SKKG investiert nicht weniger als 1 Milliarde, nochmals: 1000 Millionen Franken für Sanierungen und Überbauungen. Woher stammt das ganze Geld? Aus dem Vermögen Stefaninis? Von wegen: Es stammt von den Mieter:innen!

    Die nötigen Sanierungen liessen sich problemlos aus den von Bruno Stefanini angehäuften Geldern finanzieren. Das eine oder andere Gemälde aus seiner Sammlung würde reichen, um ein paar Dächer zu flicken. Auch die Einführung der Kostenmiete in den SKKG-Liegenschaften wäre denkbar. Die finanziell gut aufgestellte Stiftung (ihre Liegenschaften sind schuldenfrei) könnte problemlos mit den Bewohner:innen der selbstverwalteten Häusern eine langfristige und sichere Vereinbarung treffen.

    Doch das grosse Geld lockt. Die SKKG treibt renditegetriebene Sanierungen mit Räumungen, Vertreibungen und Abrissen voran und finanziert diese über höhere Mieten (diese werden notabene mit jedem Mieter:innenwechsel und jeder Pinselrenovation heraufgesetzt). Nicht nur die Mieter:innen zahlen die Zeche, auch die öffentliche Hand, werden doch viele Mieten von Stefanini-Wohnungen über die Sozialhilfe gedeckt.

    Es braucht eine kollektive Lösung

    Unsere Forderung ist: Es braucht für alle räumungsbedrohten selbstverwalteten Häuser eine kollektive Lösung. Als Häuservernetzung Winterthur kämpfen wir gemeinsam, wir entscheiden gemeinsam und wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.

    Wir unterstützen die Bewohner:innen jener vier Häuser, welche die SKKG als Zückerli «zur Weiternutzung» anbietet, wie es in der Medienmitteilung vom 26. Mai 2025 heisst. Genauso werden wir aber jene drei Liegenschaften verteidigen, die die SKKG darum räumen lassen möchte, weil sie an lukrativen Lagen liegen.

    Wir bleiben bei unserem ernstgemeinten Vorschlag gegenüber der SKKG, die selbstverwalteten Häuser im Baurecht zu übernehmen. Damit würden die Bewohner:innen vor der Obdachlosigkeit bewahrt und der Erhalt der Liegenschaften wäre langfristig gesichert. Es ist nicht so, dass die SKKG das nicht einsehen würde: Bei einem der vier Häuser, die sie «zur Weiternutzung» anbietet, verhandeln wir derzeit um einen Baurechtsvertrag.

    Es geht also. Warum nicht auch bei der «Gisi» und den anderen Häusern?

    Die SKKG ist nicht auf die selbstverwalteten Häuser angewiesen. Für uns hingegen bilden sie die Existenzgrundlage. Wir haben sonst nichts. In Winterthur ist es heute schwer, eine bezahlbare Wohnungen zu finden. Die Wohnkrise betrifft alle – wir sind einige unter vielen. Dasselbe gilt für Räume für unkommerzielle Kunst und Kultur, die fehlen.

    Mit ihrer Unbeweglichkeit verschärft die SKKG diese schwierige Situation. Sie hat jetzt die Wahl, ob sie zu einer gütlichen Lösung beitragen oder weiter auf Konfrontation setzen will. Wir bleiben offen für Verhandlungen.

    Gleichzeitig stellen wir klar: Wir werden weder die «Gisi», noch die anderen räumungsbedrohten, selbstverwalteten Häuser kampflos aufgeben.

    Wir, die Häuservernetzung Winterthur, fordern:

    • eine langfristige, sichere und kollektive Lösung für alle selbstverwalteten Stefanini-Häuser
    • keine Kündigungen bei Renovationen von Mietshäusern
    • Mitsprache der Mieter:innen bei Renovationen von Mietshäusern
    • mehr Räume für unkommerziellen Kultur

    Häuservernetzung Winterthur, 17.06.2025

    haeuservernetzung-winti(aet)riseup.net
    wohnraumverteidigen.noblogs.org

  • Hände weg von der Gisi! Medienmitteilung zur Schlichtungsverhandlung vom 20.5.

    Heute, Dienstag 20. Mai 2025, trafen sich frühmorgens mehr als 60 Aktivist:innen & solidarische Leute vor dem Bezirksgericht Winterthur.

    Diese Mobilisierung hat einen beängstigenden Grund: Mitten in einer akuten Wohnungsnot macht die millionenschwere, steuerbefreite Stefanini-Stiftung SKKG mit ihrer Immobilienbude Terresta die ersten Schritte, um ein seit Jahrzehnten selbstverwalteten Wohn- und Kulturraum gewaltsam zu räumen und teuer zu sanieren.

    Seit 2020 versuchen die Bewohner:innen der General-Guisan-Strasse 31 gemeinsam mit anderen Bewohner:innen anderer von der Räumung bedrohten selbstverwalteten Häusern mit der SKKG in Verhandlung zu treten, um den Wohnraum vieler Leute in dieser Stadt zu erhalten und die Vertreibung aus der Stadt abzuwehren. Die SKKG hat die Verhandlungsvorschläge der Häuservernetzung Winterthur zum Erhalt der Häuser abgelehnt.

    Im November 2024 hat die SKKG stattdessen den Räumungstermin für die General-Guisan-Strasse 31 auf Februar 2026 festgelegt. Weitere zwei langjährig selbstverwaltete Häuser sollen später geräumt werden. Gegen diese einzig profitgetriebenen Vorhaben formiert sich Widerstand in der Stadt.

    Das Haus an der General-Guisan-Strasse wurde vor 28 Jahren, im Januar 1997 besetzt, und ist mittlerweile eines der ältesten besetzten Häusern der Schweiz. Als bekanntestes besetztes Haus in Winterthur hat die Gisi eine grosse symbolische und praktische Bedeutung, die weit über die vier Wände hinausgeht. Seit Jahrzehnten dient sie als Ort der Vernetzung und des Austauschs, bietet günstigen Wohnraum und ist einer der letzten unkommerziellen Kulturorte in dieser Stadt.

    Nicht nur wurde das Räumungsdatum ohne Verhandlungen oder Ersatzangebot von der SKKG verkündet, vor einigen Monaten versandte die Stefanini-Stiftung zudem die Kündigung eines seit den 1990er-Jahren gemieteten Raumes im Erdgeschoss der Gisi auf Ende Juni 2025.

    Gegen diese Kündigung und die drohende Räumung wehren sich die Aktivist:innen mit allen erdenklichen Mitteln, wie sie sagen. Der Gang vor die Schlichtungsbehörde ist ein Schritt von vielen. Es ist klar, dass es nicht der letzte sein wird. Die Gisi ist wichtig – als günstiger, selbstverwalteter Wohn- und Kulturraum und als linker Treffpunkt mitten in einer herausgeputzten und für die Reichen renovierten Stadt. Die Reden vor dem Gerichtsgebäude lassen sich so zusammenfassen: «Die Häuser denen, die drin wohnen. Wir geben sie nicht her!»

    Eine Aktivistin stellte klar: «Der Auflauf vor dem Bezirksgericht mit Frühstück, Reden, Transparenten, Schilder, Kaffee und Aktionen ist unsere Antwort auf ihre verfehlte Politik. Wir schliessen uns solidarisch zusammen und unterstützen all jene, die von Kündigung und Vertreibung betroffen sind.»

    Ein anderer Aktivist vor Ort ergänzt: «Die SKKG verfügt über sehr viel Geld, Kunst und Häuser, sie braucht die Gisi nicht. Wir aber können ohne die Gisi und unsere Zuhause nicht leben. Darum müssen wir für sie kämpfen».

    Der Kampf um die General-Guisan-Strasse 31 ist auch ein Kampf gegen die akute Wohnkrise, gegen die weder die Stadt noch die Grundbesitzer:innen eine soziale Lösung präsentieren. Der Kampf richtet sich genauso gegen die drohenden Räumungen der anderen selbstverwalteten Häuser und die Kündigungen, die in dieser Stadt viele Mieter:innen von bisher günstigen Wohnungen drohen oder bereits durchgesetzt wurden, beispielsweise im Tegerloo in Oberi, an der Zypressenstrasse in Wülflingen, im Rosenberg auf dem Wagenplatz und dem Campingplatz und an anderen Orten.

    Eine junge Frau beim Kaffee-Wagen sagte es so: «Wir solidarisieren uns mit den Kämpfen der Bewohner:innen hier und in anderen Städten und Orten gegen die Gewalt und die Zumutungen der Wohnungskrise, gegen Vertreibung und Gentrifizierung überall auf der Welt.»

    Als die Betroffenen aus dem Gerichtsgebäude treten, teilen sie mit, dass vor der Schlichtungsbehörde keine Einigung gefunden werden konnte. Der Rechtsstreit um die General-Gusianstrasse 31 und der politische Kampf um den Erhalt der selbstverwalteten Häuser wird fortgesetzt.

    Häuservernetzung Winterthur
    20.5.2025

     

    Weitere Informationen zur Häuservernetzung Winterthur:
    wohnraumverteidigen.noblogs.org

    Weitere Informationen zur Subcultura:
    subculturalebt.com

    Weitere Informationen zum Kulturangebot in der General-Gusianstrasse 31:
    ggs31.arachnia.ch

  • Hände weg von der Gisi! Alle am Dienstag, 20. Mai 2025 vors Bezirksgericht Winterthur

    Vor zwei Monaten flatterte tatsächlich eine Kündigung der Stefanini-Stiftung SKKG für den seit den 1990er-Jahren gemieteten Raum im EG der seit 1997 besetzten und selbstverwalteten Gisi, einem Wohnhaus & wichtigen Kulturraum in Winterthur.

    Gegen diese Kündigung wehren wir uns mit allen erdenklichen Mitteln!

    Die Gisi ist wichtig als günstiger, selbstverwalteter Wohn- & Kulturraum mitten in einer herausgeputzten und für die Reichen renovierten Stadt. Wir geben sie nicht her!

    Darum kommt alle am Dienstag, 20. Mai 2025, 7:45 Uhr vor das Bezirksgericht Winterthur (Lindstr. 10). Dort findet eine so genannte Schlichtungsverhandlung statt, in dem über die Zukunft des Raumes entschieden werden soll.

    Es ist für Frühstück, Reden, Transparente, Schilder & Kaffee etc. gesorgt.

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  • Wir lassen uns nicht spalten! Heraus zum 1. Mai & vors Gericht am 5. Mai

    Hier der Aufruf des Antikapitalistischen Bündnisses Winterthur. Wir freuen uns, Euch alle am kämpferischen und revolutionären 1. Mai um 10:30 Uhr auf dem Neumarkt und auf den Strassen zu treffen. Wir bleiben alle!



    Wir lassen uns nicht spalten, Gemeinsam gegen Kapitalismus, Faschismus und Krieg!

    Imperialismus, Völkermord, Kriegstreiberei, die Angriffe auf die Lebensumstände der arbeitenden Bevölkerung und die ansteigende Repression gegen jene, die sich dagegen wehren zeigen: Die Herrschenden lassen keine Gräueltat aus, um die arbeitende Bevölkerung weiter für Profite auszuquetschen.

    Nützlich dabei sind altbekannte Feindbilder, die von ihren Machenschaften ablenken, sodass sie
    die Ausbeuterei unbehelligt für alle verschärfen können. Die durch die Medien und Politik forcierten
    Debatten zu Migration, Kriegstüchtigkeit, Waffenlieferungen und das permanente in die Mangel nehmen armer oder arbeitsloser Menschen schaffen diese Feindbilder. Um Klassenkämpfe zu verhindern, werden Arbeiter:innen dieser Welt gegeneinander aufgehetzt. Doch es ist an der Zeit sich zu vereinen, denn nur geeint haben wir die Chance die Welt zu verändern.

    Wir lassen uns nicht spalten! Deshalb treffen wir uns gemeinsam am 1.Mai um 10:30 auf dem Neumarkt zum revolutionären 1. Mai!


    Kommt auch alle am 5. Mai vor das Bezirksgericht Winterthur!

    Gemeint sind wir alle!

    Gemeinsam an den 1. Mai – gemeinsam vors Bezirksgericht!

    Politischer Prozess am 5.5.2025, 8.15 Uhr, Bezirksgericht Winterthur

    Nach der starken und kämpferischen 1. Mai-Demo 2024 in Winterthur verhaftete die Stadtpolizei willkürlich drei Genoss_innen. Einer der damals Verhafteten hat deswegen am 5. Mai 2025 einen Prozess vor dem Bezirksgericht Winterthur. Die Staatsanwaltschaft hat ihn mit den Politparagraphen Landfriedensbruch, Verstoss gegen das Vermummungsverbot und Hinderung einer Amtshandlung angeklagt. Mit brutalen Verhaftungen und hohen Geld- oder Haftstrafen wollen Polizei und Staatsanwaltschaft uns spalten, einschüchtern und abschrecken. Mit ihrer Repression wollen sie uns davon abhalten, am 1. Mai unseren Kampf für eine revolutionäre Perspektive und unsere Wut über die herrschenden Zustände auf die Strasse zu tragen.

    Wir lassen uns aber weder spalten oder einschüchtern noch abschrecken, sondern gehen dieses Jahr umso entschlossener an die Demo am 1. Mai und begleiten am 5. Mai unseren Genossen vor das Bezirksgericht. Denn die Inhalte und Parolen, die wir am 1. Mai 2024 auf die Strasse getragen haben – No war but classwar! – haben nichts an Aktualität verloren.

    Wir sehen uns auf der Strasse und am 5. Mai vor Gericht!

    Antikapitalistisches Bündnis Winterthur

  • Öffentliches Essen gegen die Wohnkrise in der Steinberggasse

    Es wurden Reden gehalten, Essen verteilt, zusammen geredet, gegessen und getrunken. Es wurde dabei zur grossen Wohndemonstration vom Sa. 5. April (12:30 Uhr Steinberggasse, Winterthur, danach 14:00 Uhr Rathausbrücke Zürich) aufgerufen.

    Es gab mehrere Info-Tafeln, die über die massiven Mietzinssteigerungen in den renovierten SKKG/Terresta-Wohnungen aufklärten. Auch wurde eine Wohnzimmer-Kunstinstallation installiert.

    Denn wenn wir aus unseren Zuhause fliegen, sehen wir uns auf den Strassen wieder.

    Die Redebeiträge informierten unter anderem über die akute Räumungsdrohung gegen die selbstverwalteten Häuser in dieser Stadt. Allen voran will die Stefanini-Stiftung SKKG das älteste besetze Haus, die General-Guisanstrasse 31, auch Gisi genannt, räumen und alle Bewohner:innen & die Kultur-Raum-Nutzer:innen auf die Strasse stellen. Das ist aber unser Haus und wir werden es nicht kampflos hergeben.

    Die Redebeiträge riefen auch dazu auf, am 1. Mai in grosser Zahl auf die Strasse zu gehen. Denn nicht nur werden wir über die Lohnarbeit, die ständig angehobenen Mieten, Lebensmittel-, Energie- und Krankenkassenkosten ausgebeutet. Es ist auch in ganz Europa eine massive Kriegstreiberei auf unseren Rücken im Gange und die Faschist:innen gewinnen überall an Macht. Wir lassen uns durch ihre Angriffe und Vereinzelungsversuche nicht spalten und gehen dagegen Jahr für Jahr auf die Strasse. Alle am 1. Mai in den revolutionären Block des Antikapitalistischen Bündnisses.

    Wir sehen uns am Samstag zur Wohndemo zuerst mit kurzer Kundgebung auf der Steinberggasse um 12:30 und nehmen dann alle zusammen den Zug an die Demo in Zürich. Denn egal wo wir wohnen, wir müssen uns gegen Vertreibung und die Wohnkrise organisieren, wenn wir die Stadt nur für Reiche verhindern wollen.

  • Communiqué zur angedrohten Räumung der Gisi im Februar 2026

    Heute, am Dienstag, 26. November 2024, haben wir uns mit mehr als 70 Leuten im Innenhof der Gisi besammelt, um eine Delegation von Bauplaner:innen, Denkmalschützer:innen und Feuerpolizist:innen von ihrer geplanten Begehung der Gisi abzuhalten. Diese Begehung sollte ein wichtiger Schritt für die Totalsanierung und damit die Räumung der Gisi sein. Aus diesem Grund verwehren wir ihnen den Zugang zum Haus und machen erneut auf unsere Forderungen aufmerksam.

    Die Terresta AG, Verwalterin der Immobilien der SKKG, hat den Bewohner:innen der Gisi am 7. November 2024 mitgeteilt, dass sie das Haus im Februar 2026 räumen will. Inmitten einer akuten Wohnungsnot sollen also viele Leute, die wenig haben, obdachlos gemacht und günstiger Wohnraum zerstört werden.

    Das Haus an der General-Guisan-Strasse wurde vor 27 Jahren, im Januar 1997 besetzt, und ist mittlerweile eines der ältesten besetzten Häusern der Schweiz. Als bekanntestes besetztes Haus in Winterthur hat die Gisi eine symbolische Bedeutung, die weit über die vier Wände hinausgeht. Seit Jahrzehnten dient sie als Ort der Vernetzung und des Austauschs, bietet günstigen Wohnraum und ist einer der letzten unkommerziellen Kulturorte in dieser Stadt.

    Es drohen aber nicht nur der Gisi die Räumung. Im Juli 2023 hat die SKKG verkündet, dass gleich mehrere besetzte und selbstverwaltete Häuser geräumt werden sollen. Neben der Gisi auch ein Haus an der Schaffhauserstrasse, sowie an der Zürcherstrasse, beide seit mehr als 20 Jahre selbstverwaltet.

    Die SKKG gibt sich gerne als gemeinnützige Kunststiftung. Tatsächlich ist sie ein steuerbefreites, profitorientiertes, milliardenschweres Immobilienunternehmen. Unter der Führung von Bettina Stefanini hat die SKKG eine Abriss- und Sanierungswelle veranschlagt. Sie wird dafür nicht weniger als eine Milliarde Franken ausgeben. Alle 1’700 Wohnungen der SKKG in Winterthur sind davon betroffen, werden abgerissen und überbaut oder totalsaniert. Sämtlichen Bewohner:innen wird gekündigt. Dadurch wird günstiger Wohnraum zerstört und die Mieten in den Quartieren werden erhöht.

    Da die Bewohnenden der besetzten und selbstverwalteten Häuser an einer langfristigen Lösung interessiert sind, haben sie der SKKG bereits 2020 vorgeschlagen, die Häuser im Baurechtsvertrag zu übernehmen und in eine kollektive Besitz- und Nutzer:innenstruktur zu überführen. Angesichts der Wohnungsnot, der Klimakrise und der dringenden Notwendigkeit, mit Ressourcen nachhaltig umzugehen, ergibt dieses Vorgehen ökologisch und sozial am meisten Sinn.

    Die kapitalistische Stadtentwicklung ist kaum je von sozialen oder ökologischen Überlegungen geprägt, sondern hauptsächlich auf Profitmaximierung ausgerichtet. Dass Städte vermehrt als Kapitalanlagen dienen, ist ein globales Phänomen, das die Lebenskosten in urbanen Ballungsräumen auf der ganzen Welt explodieren lässt. Gebaut wird ganz einfach, was die höchste Rendite abwirft. Mieten werden erhöht und die ärmere Bevölkerung aus den Städten vertrieben. Egal, ob hier oder anderswo; egal, ob die Eigentümerschaft unserer Wohnung eine Bank, eine Pensionskasse oder eine Kunst-Siftung ist: Sie alle vermieten für den Profit.

    Aber wir lassen uns nicht vertreiben! Wir sind nicht bereit, die Zerstörung der Gisi und der anderen selbstverwalteten Häuser stillschweigend hinzunehmen! Wehren wir uns gemeinsam gegen die kapitalistische Stadtaufwertung. Wir rufen alle dazu auf, sich mit der Gisi und den anderen bedrohten Häusern zu solidarisieren. Nehmen wir die Dinge selbst in die Hand, vernetzen und organisieren wir uns. Denn eine andere Stadt ist möglich!

    Häuservernetzung Winterthur, 26. November 2024

    Die Häuservernetzung Winterthur ist ein Zusammenschluss von Bewohner:innen und Benutzer:innen von besetzten und selbstverwalteten Häusern, linken Gruppen und bewegten Menschen. Gemeinsam kämpfen wir gegen die kapitalistische Stadtaufwertung und für den Erhalt von günstigem Wohnraum.

    wohnraumverteidigen.noblogs.org

    Das Programm der Gisi findet Ihr hier: ggs31.arachnia.ch


    Hier der Inhalt des Briefes, den wir den Leuten der Terresta abgegeben haben:

    Begründung zur Verhinderung der Begehung der General-Guisan-Strasse 31

    An die Verantwortlichen der Terresta AG und SKKG

    Heute hätte eine Begehung der Liegenschaft an der General-Guisan-Strasse 31 stattfinden sollen. Diese Begehung dient einzig dem Zweck weitere Schritte für die Totalsanierung der Gisi zu planen und damit die Räumung im Februar 2026 durchzusetzen.

    Wir stellen uns entschlossen gegen die angedrohte Räumung der Gisi und der anderen selbstverwalteten Häuser und damit gegen jegliche Umbaupläne für eine Nutzung, die das Ende der Selbstverwaltung voraussetzt.

    Die Gisi ist ein selbstverwalteter Ort, an dem sich seit 27 Jahren unterschiedlichste Menschen ohne Konsumzwang treffen. Neben günstigem Wohnraum bietet sie Raum für politische Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Spieleabende, Küche für Alle und dergleichen mehr. Die Gisi ist ein kollektives Projekt, das von solidarischen Menschen mit viel Engagement und grossem Zeitaufwand gestaltet wird. Sie ist ein wichtiger Ort für viele und von vielen. Sie ist ein Beispiel einer notwendigen Widerstandspraxis gegen die kapitalistische Logik, welche nicht davor zurückschreckt auch Grundbedürfnisse wie Wohnraum profitorientiert zu verwerten.

    Aus diesem Grund fordern wir, dass die Verantwortlichen der SKKG endlich mit uns in Verhandlungen treten und auf unsere Anliegen eingehen. Wir fordern nach wie vor einen Baurechtsvertrag, damit die Selbstverwaltung der Gisi auch für die Zukunft sichergestellt ist. Falls es nicht möglich sein sollte, einen solchen Baurechtsvertrag einzugehen, fordern wir ein Ersatzobjekt, sowohl für den Wohn- als auch für den Kulturraum.

    Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme, um in Verhandlung zu treten.

    Häuservernetzung Winterthur

  • Kommt alle an die Wohndemo in Winterthur am 2.11. um 14:00 Stadtpark

    Konut eylemine katılın! Come to the housing demonstration!

    Der Sommer ist vorbei, die Wohnkrise noch lange nicht! Wenn wir uns nicht organisieren, schmeissen sie uns aus unseren Wohnungen und der Stadt raus.

    Wohnkrise, Gentrifizierung, Kriminalsierung von Wohnungslosen, Aushöhlung des Mietrechts, all das greift in den Städten um sich. Darum kommt alle an die grosse Wohndemo in Winterthur! Nehmt Eure Freund:innen, Nachbar:innen & Bekannten mit.

    Am Samstag, 2. November, 14:00 Uhr im Stadtpark

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  • Solidaritätsaktionen während den Musikfestwochen 2024

    Auch diesen Sommer gab es zahlreiche Soli-Aktionen für die räumungsbedrohten Häuser und gegen die Wohnkrise im Allgemeinen. Die Musikfestwochen, die tausende Leute anziehen und auch von der Immobilien-Firma SKKG mit-finanziert wird, sind ein guter Ort dafür, auch auf die soziale Krise der Vertreibung der Armutsbevölkerung, die hinter der Kulisse der schönen Altstadt verborgen wird, aufmerksam zu machen.

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  • Rückblick auf grosse Wohndemo in Zürich vom 25.5. mit Fotos

    Das Antikapitalistische Bündnis Winterthur hat am 25.5.2024 auch in Winterthur zur Grossdemo in Zürich gegen die Wohnkrise  mobilisiert. Denn die Wohnkrise trifft auch die Leute hier besonders stark. Die Wohnungsnot ist massiv, die Mieten werden dauernd erhöht, viele Menschen werden aus der Stadt verdrängt durch Abriss und (Luxus-)Sanierungen.

    Wir versammelten uns vorab in der Altstadt von Winterthur, hängten ein grosses Transpi auf, verteilten Flugblätter und hielten Reden. Die Leute reagierten interessiert und bestärkend, es gab viele spannende Diskussionen.

    Wir machten auf die spezfische Wohnungsnot in Winterthur aufmerksam, die daraus resultiert, dass die Stadt (in der die SP seit langem an der Macht ist), sich weigert, öffentlichen Wohnbau zu betreiben und gleichzeitig die Gentrifizierung vorantreibt. Dadruch spitzt sich auch in Winterthur die Wohnkrise massiv zu.

    Ein grosser Player in Winterthur ist die Immobilienmillardenstiftung SKKG, die über viele schlechte Wohnungen verfügt, in denen viele Arme wohnen. Diese Wohnungen werden Schritt für Schritt saniert oder abgerissen. Dabei verlieren viele Menschen ihren Wohnraum. Auch drei der seit Jahrzehnten selbstverwalteten Häuser will die SKKG nächstes Jahr räumen lassen für mehr Profit. Dagegen wehren wir uns.

    Nach der Aktion auf dem Flohmarkt gingen wir alle zusammen nach Zürich, um mit Tausenden von Menschen, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind, unserem Frust Luft zu machen. Wir schauen zurück auf eine bunte und kämpferische Demo, die uns Mut gemacht hat, weiter zu kämpfen!

    Denn nach der Wohndemo ist vor der Wohndemo.

    Chömed alli a di gross WOHNDEMO IN WINTI am 2. November!

    Save the date, sind kreativ, mached mit.

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  • Rückblick auf die Housing Action Days 2024 (mit vielen Fotos)

    Die Housing Action Days 2024 waren auch dieses Jahr in vielen Städten vor allem in Europa Ausdruck einer lebendigen und kämpferischen Bewegung, die sich für das Rechte auf Wohnraum stark macht. Die Mobilisierungen laufen vielerorts gegen die Städte der Reichen, gegen den Ausverkauf der Städte, gegen den Verlust des günstigen Wohnraums, gegen die rassistische Unterbringung von Asylsuchenden in Bunkern und Lagern, gegen die Kriminalisierung von Hausbesetzungen oder gegen die Repression gegen Obdachlose.

    Einen Überblick über die Mobilisierungen findet ihr hier: Link #HAD2024

    In der Schweiz gab es in Genf, Winterthur und Zürich-Schwammedingen tolle Mobilisierungen gegen die Aufwertung und Vertreibung.

     

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