Häuservernetzung Winterthur

Wohnraum verteidigen!

  • 2. offener Brief an die Terresta, Tochterfirma der SKKG in Winterthur

    Am 27. März 21, dem internationalen Housing Action Day, hat die Terresta und die SKKG Post erhalten.

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  • Solidaritätserklärung mit dem CSOA il Molino in Lugano

    Wir, die Häuservernetzung Winterthur — eine Organisierung sieben räumungsbedrohter, teils besetzter und selbstverwalteter Häuser in Winterthur und Umgebung — rufen zur Solidarität mit dem räumungsbedrohten sozialen Zentrum CSOA il Molino in Lugano auf.

    Das Molino ist das einzige grosse gegenkulturelle Zentrum im Tessin. Es steht seit den 1990er Jahren für eine Kontinuität von radikaler autonomer Politik, Kunst und Kultur.

    Das Molino ist ein wichtiger Treffpunkt für die Jugend, für Leute mit wenig Kohle oder unsicherem Status und für die subkulturelle Szene.

    Das Molino ist ein Stachel im Bankenzentrum Lugano. Hier regiert die rechtsradikale Lega dei Ticinesi und versucht zusammen mit den anderen Parteien, ein herausgepützeltes Luxus- und Tourismusparadies für Reiche zu errichten.

    Wir wissen: Räume, die wir uns erkämpfen, eröffnen Perspektiven, die über die alltägliche kapitalistische Misere hinausgehen. Orte des Austauschs, des Lernens, zum Feiern, zum Streiten und Kämpfen.

    Gerade in der gegenwärtigen Krise müssen wir diese Orte verteidigen. Sie werden versuchen, die Krise auf uns abzuwälzen, während sie immer reicher werden.

    Um die gegenseitige Hilfe und Solidarität gegen die Krise zu stärken, brauchen wir antikapitalistische und solidarische Strukturen und Räume. Und zu diesen gehört das CSOA il Molino!

    Wir bleiben alle

    Häuservernetzung Winterthur
    23.5.2021

    wohnraumverteidigen.noblogs.org
    haeuservernetzung-winti(aet)riseup.net

    Italienisch Übersetzung folgt

     

  • Radiosendung der Häuservernetzung zum 1. Mai 2021

    Am 1. Mai 2021 während der Demo hat das antikapitalistische Bündnis Winterthur hat eine Radiosendung auf Radio Stadtfilter (stadtfilter.ch) ausgestrahlt. Dabei konnten auch wir von der Häuservernetzung Winterthur einen Beitrag von rund 30 Minuten zur Situation der von der Räumung bedrohten Stefanini-Häusern machen.

    Hört es Euch an!

    Besuch im Sulzer-Hochhaus: 2. offener Brief an die Terresta AG

  • Communiqué zur 1. Mai-Demo in Winterthur (mit Fotos)

    Wir haben uns heute zum 1. Mai selbstbestimmt, laut und kämpferisch die Strassen und Gassen der Winterthurer Altstadt genommen, wir lassen uns diesen Kampftag nicht nehmen!

    Zwischen 400 und 500 Menschen waren heute auf der Strasse, weil wir wütend sind – wütend, dass diese Krise auf uns abgewälzt wird, dass Sparmassnahmen auf Jahre angekündigt sind, dass wir uns sozial isolieren und nicht demonstrieren sollen, aber munter weiter arbeiten und Profite für die Kapitalist*innen erarbeiten sollen. Ein wichtiger kollektiver Moment in Zeiten der zugespitzten Vereinzelung.

    Nachdem wir in der Steinberggasse mit der Bündnisrede des antikapitalistischen Bündnis Winterthur unsere Positionen auch den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie an ihren Ständen deutlich machen konnten, zogen wir über die Technikumstrasse Richtung Bahnhof. Dort folgten Reden zur momentanen Krisensituation und zum Kampf für bezahlbaren Wohnraum. Aufwertung und Gentrifizierung sind nicht nur Probleme in Winterthur, hier hat die Thematik momentan allerdings eine ganz besondere Brisanz. Mit dem Versterben von Bruno Stefanini sind in Winterthur fast 2000 Wohnungen von der begonnenen Aufwertung betroffen, damit die SKKG ihre Rendite noch mehr steigern kann. Auch die teure Charmeoffensive der Stiftung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies für viele Bewohner*innen der Stefanini-Häuser bedeutet, dass sie in den nächsten Jahren ihre Wohnungen verlieren werden, weil sie die erhöhten Mieten nicht mehr bezahlen können, und dass der Gentrifizierungsprozess weiter angefeuert wird. Es ist klar, dass wir das nicht einfach so hinnehmen werden und Aufwertung von oben auf Widerstand von unten trifft. Wir müssen und werden uns auf einen langen Kampf einstellen.

    Vom Bahnhof zogen wir weiter über die Stadthausstrasse Richtung Credit Suisse und UBS, wo ein Redebeitrag folgte, der die gegenwärtigen Zustände verurteilte und die Dringlichkeit einer sozialen Revolution betonte. Von dort aus ging die Demo weiter mit einem kurzen Schlenker über die General-Guisan-Strasse Richtung Oberer Graben, wo weitere Redebeiträge folgten: einerseits zum antifaschistischen Widerstand in Zeiten einer globalen Pandemie, zu Verschwörungstheoretiker*innen und sozialdarwinistischen Durchseuchungsfantasien. Anderseits von Klimastreik-Aktivist*innen, die die sozialen Verheerungen durch die Klimaerwärmung thematisierte.

    Lautstark, kämpferisch und selbstbestimmt nahmen wir uns ein zweites Mal die Technikumsstrasse und bogen auf den Neumarkt ein, wo zum Abschluss eine feministische Rede folgte, die die Auswirkungen der Pandemie auf FLINT-Personen und die Kämpfe der Menschen, die gesellschaftliche Care Arbeit leisten thematisierte.

    Kämpfe verbinden und gemeinsam gegen Staat und Kapital vorgehen – mit «Gesundheit statt Profit» als Hauptparole haben wir die sich zuspitzenden sozialen Verwerfungen thematisiert und den diesjährigen 1. Mai ganz unter dem Schwerpunkt gestaltet: Wir tragen eure Krise nicht! Wenn wir das erreichen wollen, dann heisst dies auch, dass wir nicht diesem Staat vertrauen können, der die Kapitalist*innen und ihre Profite schützt, sondern dass wir uns organisieren müssen. Denn wir können nur in unsere eigenen Kräfte vertrauen. Klar wurde heute aber auch: Ob Basel Nazifrei, 8. März oder heute am 1. Mai: Wir lassen uns die Strasse nicht nehmen.

    Antikapitalistisches Bündnis Winterthur

     

     

  • 17.4.2021 Stadtspaziergang gegen Aufwertung und Kapital (mit Fotos)

    Um die systematische Aufwertung der Stadt zu kritisieren, haben sich am 17. April 200 Personen in Winterthur zu einem Stadtspaziergang getroffen.

    Selbstbestimmt und laut haben wir uns durch die Altstadt über den Vorplatz des Bahnhofs nach Töss bewegt.

    Es gab Redebeiträge

    – zur Repression gegen Jugendliche im öffentlichen Raum und der Kommerzialisierung des Stadtparks;

    – zu den widerwärtige Bedingungen in den abgeschotteten Asyllagern;

    – zur Sanierungspolitik der SKKG/Terresta, die eine soziale Vertreibung bedeutet;

    – zur Deindustrialisierung und Standortpolitik im Interessen der Reichen;

    – in Erinnerung an die Polizeigewalt gegen die verhinderte StandortFUCKtor-Demo 2013;

    – zu faschistischen Umtrieben in der Umgebung;

    – und zur Repression und Stigmatisierung gegen Sexarbeiter*innen.

     

    Die profitorientierte Stadtentwicklung wird auch durch die Corona-Pandemie nicht gebremst – im Gegenteil: Die vom Kapitalismus geschaffenen Widersprüche werden durch die Pandemie weiter verschärft.

    Während Viele ihre Arbeit verlieren, von Kurzarbeit leben müssen und bereits marginalisierte Menschen weiter an den Rand gedrängt werden, wird fröhlich weiter abgerissen, saniert und aufgewertet. Dieser ökonomisch bestimmte Prozess folgt der Verwertungslogik und dient den Interessen der herrschenden Klasse.

    Dabei handelt es sich keineswegs um eine neue Strategie: Nach dem Einbruch des Industriesektors in den 1970er-Jahren gründete Winterthur als erste Stadt der Schweiz ein Standort-Marketing, das offensiv Firmen und gute Steuerzahler*innen anwerben sollte. Nach und nach wurden die Industriebrachen in Konsumflächen und Wohnraum im «mittleren bis gehobenen» Segment umgenutzt. Nachdem im letzten Jahrzehnt vor allem die bisher «ungenutzten» Flächen schick gemacht wurden, geht es in einem nächsten Schritt der Stadtentwicklungspolitik auch darum, die bisher eher günstigen Quartiere und Wohnungen aufzuwerten und für gute Steuerzahler*innen attraktiv zu machen.

    Die «Renovationsoffensive» der SKKG (Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte), Besitzerin des Immobilien-Imperiums des verstorbenen Bruno Stefanini, steht exemplarisch für diese Entwicklung: Sämtliche der über 1’720 derzeit noch günstigen Mietwohnungen in Winterthur sollen für 500 Millionen Franken totalsaniert oder abgerissen und überbaut werden. Viele Mieter*innen werden sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können. Die Aufwertungsstrategie der SKKG bedeutet letztlich eine soziale Vertreibung, welche Folgen für die ganze Stadt haben wird.

    Die Stadtaufwertung hat aber längst nicht nur steigende Mieten zur Folge. Die Gestaltung des öffentlichen Raums wird ebenfalls zunehmend von Profitinteressen bestimmt. So werden weniger kaufkräftige Menschen wie Jugendliche und Marginalisierte, welche auf den öffentlichen Raum als oftmals einzigen Treffpunkt abseits des Konsumzwangs angwiesen sind, aus dem Stadtbild verdrängt. Denn die Stadt muss sauber sein, wenn sich neue, kaufkräftige Einwohner*innen und Investierende hier niederlassen sollen.

    Auch Asylsuchende, Geflüchtete und Menschen mit einem negativen Asylentscheid haben keinen Platz in diesem herausgepützelten Stadtbild. Sie werden in Lagern weit ausserhalb der Stadt einquartiert, wo sie teilweise völlig abgeschottet ausharren und kaum Möglichkeiten auf ein selbstbestimmtes Leben haben. Der fehlende Wille der Politiker*innen, die Bewohner*innen angemessen zu schützen, hat zur Folge, dass sich die prekären Zustände während Corona weiter verschlimmern. In den geteilten Zimmern gibt es kaum Möglichkeiten zur Einhaltung der Abstandsregeln und die Hygienemassnahmen sind unzureichend.

    Auch Sexarbeiter*innen werden sowohl durch die Stadtaufwertung als auch von den Coronamassnahmen stark stigmatisiert. So wurde Sexarbeit nie wie andere körperbezogene Dienstleistungen behandelt, sondern mit diskriminierenden Sondergesetzen – und mehrheitlich sogar ganz verboten. Diese Stigmatisierung und Tabuisierung der Sexarbeit zielt darauf ab, Sexarbeiter*innen und deren Gewerbe möglichst unsichtbar zu machen.

    Wir setzen der Stadtaufwertung von oben unseren Widerstand von unten entgegen.

    Für einen kämpferischen 1. Mai!

    • 11 Uhr Steinberggasse Winterthur
    • 14 Uhr Ni una menos/Helvetiaplatz Zürich

     

  • Offener Brief an Terresta

    Offener Brief an die Terresta AG,
    Tochterfirma der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG
    Warum ein offener Brief an die Terresta AG, Tochterfirma der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte
    SKKG in Winterthur?

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